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19.05.2013

Homestory - Die vier Zahnbürsten des JUSO-Chefs

juso-chef david roth gab der sonntagszeitung einblick in seine zahnbürstelisammlung

linke politiker geben, im gegensatz zur servelat-prominenz, medien höchst ungern die einwilligung für eine homestory, da sich solch narzistisches gebaren für linke politiker nicht ziemt. der einblick in privates leben soll privat bleiben. nicht so david roth, juso-schweiz-chef. er gewährt der sonntagszeitung einblick in seine privaten gemächer. roth bewohnt mit zwei kollegen eine wg in luzern. zwar liess sich david roth nicht in der badewanne ablichten, erlaubte den lesern jedoch einblick in sein, wohl für diesen event, doch recht ordentlich aufgeräumtes schlafgemach.

imposant, nebst dem, ich tippe mal auf gefüllten schwarzkehrichtsack rechts hinten, ist sicherlich die grosse glassammlung mit alkoholhintergrund auf seinem büchergestell:


weiter gewährt roth einblick in die zahnbürstelisammlung der dreimann-wg. jetzt darf spekuliert werden: nutzt einer der drei, je nach speiserückstand im zahnbereich, vier verschiedene zahnbürsten? wenn ja, ist dies roth? oder finden sich nebst den 3 aktuellen männerzahnbürsten, ausrangierte versionen, die als gästezahnbürsten angeboten werden?


update 18:35: ein nicht genannt sein wollender mitbewohner teilt mir per email mit, dass auf dem bild nur eine zahnbürste ihm gehöre. jene ganz rechts, dafür noch die einzige tube zahnpasta. womit die anderen ihre zähne putzen, wisse er nicht. allerdings sei seine tube immer sehr rasch leer. der mitbewohner vermutet, dass alle roten zahnbürsten david gehörten, sicher sei er aber nicht.

fotoquellen: sonntagszeitung

05.08.2012

Die Twitterfalle

dank fussballer morganella, der wegen beleidigungen auf twitter aus olympia abreisen musste und svp-rechtsaussen alexander müller, der wegen einer "kristallnacht" amt und job verlor, ist twitter für einmal prominent in der "sonntagszeitung" vertreten. zwei seiten über zwitschernde mitmenschen

erfreulich: der beitrag gibt nicht-twitternden lesern einen guten überblick über bedeutung und  gefahren von twitter. er führt statistische angaben auf, bringt hinweise zu diversen twitterskandälchen, eine rangliste ausländischer promi-twitterer und ein wenig über ein twitterndes olympiateam. und wer es immer noch nicht weiss, dem wird vor augen geführt, dass alles, was man ins netz hängt, dort auch bleibt und unter umständen zum eigengoal werden kann. die mögliche twitterfalle also. aufgezeigt wird, dass der stellenwert von social media in der unternehmenswelt massiv angestiegen ist und man als social media experte tolle jobaussichten hat.
... mal schauen, ob mir nun wer ein interessantes job-angebot zustellt

ärgerlich: die sonntagszeitung bringt es fertig, auf den beiden seiten über twitter und social media nur gerade einen link zu setzen. dabei ist verlinkung und verknüpfung im web 2.0 das a und o. der erwähnte link führt übrigens zu einem beitrag des eigenen sonntagsblattes und funktioniert nicht einmal. warum nicht den link der erwähnte swiss-olympic seite aufführen. warum nicht die twitter-nutzernamen der erwähnten twitternden sportler auflisten, damit man ihnen folgen könnte? zeitungsjournalisten tun sich scheinbar immer noch schwer, zu online-autoren zu verlinken.

übrigens hat diese "twitter-falle" auch etwas positives: einige menschen überlegen es sich plötzlich noch einmal, bevor sie eine stammtischparole von sich geben. schnappt die twitterfalle zu, hat sie eine erfrischend bereinigende wirkung: rassistisch motivierte twitterer z.b. verschwinden plötzlich von der bildfläche.

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der lupe-blog auf twitter: https://twitter.com/SatireLupe

11.06.2012

Sonntagszeitung reagierte auf Lupe-Kritik

gefühlte 4.7 jahre lang begrüsste uns chefredaktor martin spieler mit seinem ganz leicht angewinkelten zeigefinger jeden sonntag im editorial der sonntagszeitung. nun hat er gewechselt

viele treue leser des sonntagsblattes schlossen schon wetten ab, wie lange martin spieler uns noch mit der immer gleichen handstellung begrüsst:


ob er damit in die fussstapfen des legendären zeigefinger-moderators walter eggenberger  (10 vor 10) treten wollte, ist uns nicht bekannt. lupe hat sich mehrmals via twitter und offenen brief an martin spieler direkt gewandt. ohne erfolg. doch nun scheint die hartnäckigkeit des lupe-blogs doch wirkung zu zeigen. letzte woche zeichnete sich eine änderung ab. spieler trat zwar noch mit zeigefinger auf, hatte aber bereits position und kittel gewechselt. gestern nun dann der tabubruch: spieler in neuer handhaltung.

mutig wäre sicher gewesen, spieler hätte eine merkelsche handhaltung verwendet. stattdessen begrüsst er seine leser nun mit einer etwas verkrampften version. immerhin, ein lob der plötzlichen flexibilität. dies verleiht der zeitung neuen schwung.
auf anfrage des lupe-bloges, warum erst jetzt der sinneswandel stattfand, meinte spieler: "wir befürchteten, dass einige leser ihr abonnement kündigen würden, wenn die handhaltung wechselt." viele leser seien sehr empfindlich und würden ausgesprochen sensibel auf jegliche änderung im blatt reagieren.
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der erwähnte offene brief, der vielleicht zu einem umdenken führte:
Lieber Chefredaktor der Sonntagszeitung (Offener Brief an Martin Spieler)


11.12.2011

Lieber Chefredaktor der Sonntagszeitung (offener Brief)


zeigefinger-chefredaktor spieler

lieber martin spieler     

schön, dass du seit jahren immer dasselbe foto von dir im editorial der sonntagszeitung veröffentlichst und hoffentlich auch über die nächsten jahre hinweg noch tun wirst.  denn dieses portrait von dir wiederspiegelt auf eindrückliche art und weise die schweizerische exekutivpolitik: der fehlende unterkörper zeigt uns die lendenlahme bundesratspolitik auf. der halbgestreckte zeigefinger symbolisiert den zaudernden bundesrat, wenn es darum geht, missstände klar zu bezeichnen. die halb-verschränkten arme wiederspiegeln die untätigkeit der landesregierung in vielen fragen. der geschlossene mund illustriert das kollegialitätsprinzip, hinter dem sich bundesräte gerne verstecken. foto bitte nicht auswechseln. allenfalls könnte dein hofgrafiker haarfarbe und faltenwurf im gesicht alle paar jahre anpassen. das zeigefingerfoto wird sich auch für dich positiv auswirken. du wirst uns, wie anno dazumal 10vor10-ler walter eggenberger, als zeigefinger-chefredaktor noch lange in erinnerung bleiben. für eine spätere mediencoach-karriere nur von vorteil


viele grüsse

lupo lupe

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rund um medien:
Anti-BILD-Werbespots
Sind sie ein Promi? Hatten Sie ein Sex-Problem? BLICK hilft
Die TagesWoche und andere dümmliche Zeitungstitel
Haben klassische Zeitungen ausgedient?

18.07.2010

Roderer (90) heiratete Grossnichte (29) - der Blick in die Sonntagsmedien

der blick in die sonntags-medien zeigt diesmal vorallem eines. viel sommerloch. weiter prägen polanskis freilassung, bundesrats-nachfolge, kachelmanns befangener richter, roderers heiratet mit seiner um 60 jahre jüngeren grossnichte, ein putschplan gegen calmy rey und ein neuer slalomkurs der svp die blätter.  .
  • neuer slalomkurs der svp: in der "sonntagszeitung" wie auch in "sonntag" (jene zeitung, die man nur an privilegierten orten abonnieren kann), schlägt svp-chef in blochers gnaden, toni brunner, der sp zur bundesratswahl ein päckli vor: "wenn uns die sp hilft, bei der merz-nachfolge zu einer angemessenen vertretung im bundesrat zu kommen, dann sind unsere ansprüche erfüllt, und der zweite sitz der sp im dezember ist reine formsache». vor tagen noch tat der gleiche brunner kund, man werde den sitz der sp bekämpfen.
  • in der gleichen ausgabe berichtet "sonntag", dass fünf bundesräte froh wären, wenn bundesrätin calmy-rey (sp) nächstes jahr nicht bundespräsidentin würde. "sonntag" titelt den beitrag "putsch gegen calmy-rey".
  • die "sonntagszeitung" hat man diesmal schnell durch, viel zeitloses sommerloch. am interessantesten noch das grosse interview mit bundesrat leuenberger, der erzählt, wie man die ölbranche in den griff kriegen könnte. passend dazu ausführliche berichte über den immer grösser werdenden rückstand der schweiz in der entwicklung alternativer energien. 
  • wetterprophet kachelmann lässt die sonntagszeitung nicht kalt. sie zeigt auf, warum der zuständige richter eigentlich hätte in den ausstand müssen. er hätte eine zu grosse nähe zur familie des "opfers" und sei befangen . 
  • die nzz am sonntag deckt auf, dass svp-bundesrat ueli maurer letztes jahr im department für verteidigung, bevölkerungsschutz und sport 35 millionen franken für externe berater ausgegeben hat.
  • zudem weiss die nzz am sonntag, dass die ärzteschaft politisch nach links rutscht und die politischen profile der beiden sp-bundesratskandidatinnen simonetta sommaruga und jacqueline fehr fast deckungsgleich sind.  
  • wenn ein bekannter kabarettist eine 60 jahre jüngere heiratet, dann muss es dieses thema ja in die schlagzeilen schaffen. im sonntagsblick wird genüsslich über die heirat des kabarettisten walter roderer (90) mit seiner grossnichte (29) berichtet.
  • selbstdarsteller frank a. meyer schreibt im sonntagsblick über "die justiz als büttel". 

08.12.2009

Wer will Bundesrat Moritz Leuenberger? (Job gesucht)

warum linke bundesräte sesselkleber sind


bundesrat moritz leuenberger sucht am falschen ort einen lukrativen job für danach

schon lange habe ich mich gewundert, warum exekutiv-politiker der linken seite so lange im amt bleiben. da gibt es sp-regierungsräte in einzelnen kantonen, die hielten locker 20-30 jahre im amt aus. aktuelles beispiel eines linken sesselklebers ist sp bundesrat moritz leuenberger. 16 jahre im amt. warum bleibt der eisern, obwohl ihn seine parteigenossen schon lange gerne als ex-bundesrat ansprechen würden? nun weiss man es es, dank roger schawinski. in der letzten sonntagszeitung analysierte er die hintergründe:

" ... wenn ein FdP-Bundesrat sein amt abgibt, fällt er jeweils ganz, ganz weich. Kurz darauf sitzt er in lukrativen Verwaltungsräten oder wird Präsident der UBS. Pascal Couchepin durfte sich auf sein welsches Wirtschaftsnetzwerk verlassen. Nicht viel anders ist es bei der CVP. Ruth Metzler war sehr leicht vermittelbar, etwas harziger lief es für Joseph Deiss.
...
Und Milliardär Christoph Blocher kann sich alles kaufen, was sein Herz begehrt, das heisst mit Ausnahme jenes einen Sessels, auf dem er so unendlich gerne das Land regierte."

schwieriger hätten es die sp-bundesräte, sobald sie zurücktreten, fielen sie in ein schwarzes loch, meint schawinski weiter:

"Deshalb ist das Verhalten von Moritz Leuenberger absolut nachvollziehbar. Ohne Aussicht auf attraktive und lukrative Jobs für das Leben danach bleibt er eben so lange in Bern, wie es irgendwie geht.

nörgerler an leuenbergers ausharren rät er, sich besser gedanken zu machen, was für jobs man ehemaligen sp-bundesräten anbieten könnte.

"... die sowohl seinem Ego als auch seinem Portemonnaie schmeicheln. Denn solange das Gleichheitsprinzip für linke Alt-Bundesräte nicht durchgesetzt ist, bleiben sie eben möglichst lange im Bundeshaus sitzen. Ätsch!

doch gebe es durchaus hoffnung, meint schawinski abschliessend, mit einem blick ins nachbarland deutschland:

"... und zwar durch das gelebte Beispiel einer sozial verträglichen Weiterverwertung ausgemusterter SP-Spitzenleute. Und vielleicht wird ja Ringier dieses erprobte GerhardSchröder-rundum-Wohlfühlpaket bald auch handverlesenen linken Schweizer Politpensionären anbieten."

da noch-bundesrat leuenberger ja leidenschaftlich gerne und gut bloggt, müsste das verlagshaus ringier doch einen verwendungszweck für ihn haben. vielleicht habt ja auch ihr noch vorschläge für einen job danach.

ein weiteres linkes beispiel, für eine lukrative karriere danach:
Betonkopf Steinbrück übernimmt Thyssen Krupp
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foto via: flickr (j. zisyadis)
textausschnitte: via sonntagszeitung, lässt sich nicht verlinken

06.09.2009

Sonntagszeitung will Leserzuwachs mit "mehr Sex" erreichen (update)

immer wieder liest man über den leserschwund bei printmedien. nebst grossen zeitungen, wie der sonntagszeitung, scheint auch bei der gratiszeitung "20 minuten" der zenit erreicht.
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die sonntagszeitung reagiert nun mit mehr sex: sie widmet den bund "trend" dem thema "sex in der öffentlichkeit". die sz weiss, dass es "immer mehr sex in der öffentlichkeit" gibt, dass jene lustbetätiger es sogar "wünschen, dass man ihnen dabei zuschaue" und es begrüssen, wenn man das gefallen am gesehenen mit "schnellen handbewegungen" zum ausdruck bringe (ich kann das wort mastru-dingsbums nicht richtig schreiben). die "harten triebe", auch das hat die sz beobachtet, würden "im winter in den kinos ausgelebt".
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wow, wenn so die leserzahlen nicht gesteigert werden, womit könnte man es dann noch versuchen? vielleicht mehr qualität?
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nachtrag, 8. sept.09: soeben sind die neusten leserzahlen der printmedien veröffentlicht worden: sonntagszeitung und 20 minuten haben wieder zugelegt. bei 20 minuten scheint allerdings das maximum bald erreicht, denn der zuwachs ist - trotz einstellung eines anderen gratisblattes und einschränkung des verbreitungsgrades eines weiteren konkurrenten - eher tief.
bleibt anzufügen, dass der leserzuwachs bei der sonntagszeitung wohl noch nicht auf der ausweitung des themas "sex" beruht, da die messungen im monat april durchgeführt wurden. erfreulich, dass das jüngste sonntags-blättchen "sonntag.ch" deutlich zulegte, obwohl die zeitung in vielen kantonen (leider und unverständlicherweise) nur am kiosk bezogen werden kann. aber vielleicht bietet der hersteller, motiviert nach diesen erfreulichen zahlen, nun den abonnements-bezug schweizweit an.
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zum thema printmedien:
Haben klassische Zeitungen ausgedient?
mehr sex in online-medien:
Klickhuren im Internet: Spiegel, Welt, 20Min, SZ und Co

02.11.2008

Gibt es nur noch Bla- Bla- Blogger?

mainstream kritisiert mainstream
(bloggerverriss in der sonntagszeitung)

"Bla-Bla-Blogger - die Rebellen versinken im Mittelmass", findet david bauer, journalist, in der heutigen ausgabe der sonntagszeitung. er macht dabei genau das, was er an den bloggern kritisiert: er käut wieder.

bauer gibt wieder, was schon x-mal vor ihm in anderen printmedien gebracht wurde. sei dies im "spiegel", sei dies in vielen anderen printmedien. es scheint unter print-journalisten in zu sein, so jedes halbe jahr blogger zu bashen. so erstaunt seine titelsetzung kaum. bloggerberichte, die sich von anderen abheben würden, zum beispiel ebenso ausführliche beiträge über ein paar trouvaillen unter den blogs, über grosse blogger-events, findet man in printmedien praktisch nicht. umgekehrt berichten blogger oft über ihre schreibenden kollegen der gedruckten presse. zu gute halten muss ich der sonntagszeitung, dass sie, als eines der wenigen medien, doch noch hie und da über blogger oder blogbeiträge schreibt.

grundsätzlich finde ich jede auseinandersetzung mit blogs gut. darf ruhig auch provozierende kritik in printmedien sein, wie sie david bauer heute brachte. darum hier ein paar anmerkungen zu kernsätzen aus bauers beitrag:
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1. "... bieten Mittelmass, das sich inhaltlich am Mainstream orientiert, zu dem man als Alternative angetreten ist."

hier scheint erneut ein journalist den ursprünglichen zweck eines blogs nicht erkannt zu haben: ein blog gibt - wie ein tagebuch - wieder, was den inhaber des blogs gerade beschäftigt. und diese themen unterscheiden sich logischerweise oft nicht von jenen aktuellen ereignissen, die die welt zu jener zeit bewegt. immerhin bringen gute blogger news oder kommentare über aktuelle ereignisse meist schneller als die printmedien. bauer hat recht, es gibt viele dieser tagebuch-blogs, sammelsurium-blogs, bei denen die betreiber über fundstücke im internet berichten. warum nicht? wenn es ihnen spass macht und sie damit ein hobby und auch einen gewissen meinungsaustausch mit besuchern haben. diese blogs werden, was stimmt, kaum über eine gewisse grösse hinauswachsen können, was viele aber auch gar nicht anstreben.
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2. "Der Mechanismus ist einfach. Wann immer ein Thema die klassischen Medien dominiert, findet es sein Echo in den Blogs. Palin, Finanzkrise, UBS"
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bauer suggeriert damit, dass die themen in den klassischen medien gesetzt würden und dann den weg in die blogs finden. dies ist falsch. oft sind sogar blogger schneller. der satz müsste richtig lauten: "wann immer ein thema aktuell ist, findet es ein echo in den blogs und in den klassischen medien". und dies ist auch richtig so. es sind meist die gleichen news in printmedien und blogs, der kommentar dieser news muss die musik machen. wenn der gut ist, ist auch der blog gut. wer nur news reinhängt, kommt auf keinen grünen zweig.
wenn blogger inputs aus zeitungen holen, dann sind sie so fair und verlinken oder verweisen auf das entsprechende printmedium. anders bei den journalisten. links zu den erwähnten oder befragten bloggern werden kaum erwähnt.
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3. "In ihrer Gesamtheit bieten die mehreren Tausend Schweizer Blogs langweiliges Mittelmass."
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mag durchaus sein, dass die grosse mehrheit mittelmass bietet. die gewählte formulierung "in ihrer gesamtheit ..." spiegelt die typische überheblichkeit einiger printjournalisten wieder, die blogger mit den gleichen massstäben messen wollen, wie die profis der schreibenden zunft. muss denn jeder blogger ein qualitativ hochstehendes blog betreiben.
ein guter blog muss einen „eigenwert“ bringen, einverstanden. für mich erlebe ich, dass dies im satirebereich einfach dazugehört. durch beimischung von satire und humor können aktualitäten anders gebracht werden, als dies reine newslieferanten tun. primeurs zu produzieren ist für hobbyschreiber - wie blogger es meist sind - schwierig. es bleibt nebst beruf, familie und anderen hoobys zu wenig zeit dazu. würden wir das bloggen als fulltime-job betreiben, wir könnten primeurs liefern. doch wie lässt sich ein solcher eigenwert messen? ganz einfach, an der anzahl der kommentare und/oder an der anzahl verlinkungen oder aufrufe eines artikels. beiträge, oder blogs, die sich von anderen abheben, werden mehr verlinkt. es ist wie bei den printmedien: die spreu trennt sich vom weizen. was gut ist, hat bestand, wird einen gewissen erfolg, eine steigende besucherzahl und eine treue leserschaft finden.

4. "... vollzieht sich eine Zweiteilung. Die Tendenz geht dahin, dass sich ambitionierte Blogs professionalisieren und klassischen Onlinemedien annähern. Es wird vermehrt in Teams gearbeitet und die streng chronologische Darstellung aufgebrochen. In klar definierten Nischen gelingt es diesen Angeboten, sich zu etablieren und ein nennenswertes Publikum zu erreichen."

der ursprüngliche, eigentliche blog (immer noch die grosse mehrheit / teamblogs lassen sich an einer hand abzählen) wird von einer person in alleinunion betrieben. in letzter zeit gibt es tatsächlich blogger, die einen spagat zwischen blog und online-medium versuchen. ist deren gutes recht. finde ich allerdings etwas schade und ich denke, dass diese teamseiten bereits heute von vielen nicht mehr als blog, sondern als online-medium wahrgenommen werden. allerdings verfügen diese über bessere, wahrere web. 2.0 funktionen, als jene printmedien, die pseudoblogs produzieren, um in zu sein. wenn man sich dann allerdings bei blogs von online-medien registrieren muss, um zu kommentieren, dann hat mich die seite als besucher gesehen. diese professionalisierung ist auch ein spagat zwischen kommerz und hobby. könnte ich mit bloggen leben, wer weiss, eventuell würde ich sogar meinen beruf wechseln. aber in der schweiz kann keiner vom blog-schreiben leben, es sei denn, er schreibt im anstellungsverhältnis für den grossen onlineauftritt einer zeitung oder eines online-mediums.
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5. "Die vorherrschenden Themen in den Schweizer Blogs sind stets dieselben. Monat für Monat vorneweg: Google und iPhone. Dazu Musik, Microsoft und Apple."

Dies liegt in der natur der sache, weil jeder, der bloggt oder blogs besucht, selbst auch einen computer, einen internetzugang, ein handy usw. hat und grundsätzlich interessiert ist an solchen news.
wenn zwei identische, qualitativ gleichwertige blogger (was blogfertigkeiten, schreib- und formulierungsfähigkeiten, bekanntheit etc. anbetrifft) mit neuen themenblogs beginnen, dann hat jener, der über tech-news bloggt (mobile, computer, software, internet, seo, bloggertipps, etc) wesentlich mehr traffic, verlinkungen und besucher, als einer, der über politik, kultur, reisen etc. bloggt. dies wiederum, weil jeder der bloggt, selbst auch ...

6. "Blogs mit spannenden Inhalten gibt es wenige"
(meinung wird von ronnie grob "medienlese.ch" im sz-artikel geteilt)

nicht wir mit unserem kommentar über einen blogbeitrag können entscheiden, ob er allgemein als spannend, als interessant empfunden wird. die klicks, die leserzahlen sagen dies aus. es soll mir keiner sagen, er klicke auf beiträge, die ihn langweilig dünken. den spannungsgehalt, wenn man so will, kann man bei blogs sofort feststellen. anders als bei einem print-journalisten, weiss der blogger bereits nach wenigen tagen messerscharf - anhand der aufrufzahlen für die einzelnen beiträge, welcher artikel auf viel, wenig oder gar kein interesse gestossen ist.

anmerkung am rande:
david bauer stützte seine ausführungen auf slug.ch. hier wird nur erfasst und verglichen, wer seinen blog bei slug selbst angemeldet hat (üblich bei solchen angeboten). es gibt seit diesem jahr zudem ein vergleichsportal mit umfangreicheren aussagen zu deutschsprachigen blogs: http://www.blogoscoop.net/. hier kann u.a. nach land, region, wochen- monats- und tagesüberblick vielfältig analysiert und verglichen werden.
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und noch eine anmerkung:
bei der online-version des sz-artikels (link weiter unten) gibt es keine kommentarfunktion? wohl ein versehen, denn ich nehme nicht an, dass printjournalisten grundsätzlich lieber in geschützten werkstätten arbeiten? mutig wäre es gewesen, nebst kommentarmöglichkeit ein widget einzubauen, mit dem man den artikel hätte bewerten können.

blogger lassen kommentare zu und kommentieren auch bei anderen blogs oder online-medien. habt ihr schon einmal einen print-journalisten gesehen, der sich dazu herablässt, in blogs zu kommentieren?
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der ganze artikel in der sonntagszeitung:
Bla-Bla-Blogger - die Rebellen versinken im Mittelmass

(weiss nicht, wie lange der link aufgeschaltet ist)

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weitere artikel zum verriss in der sonntagszeitung:

Anstatt, dass die Sonntagszeitung Blogger basht, könnte sie ...

Bla-Bla-Blogger in der SonntagsZeitung (blogging tom)

David Bauers Retourkutsche in der Sonntagszeitung (metablog)
Bla-bla-Blogger (side-effects)
Hr. David - gestatten Sie! (Infomagazin und Nachlese)

Weniger Bla-Bla zwischen Journis und Bloggern thinkabout
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diesjähriger verriss im spiegel:
Spiegel: Beruflicher Hintergrund macht Blogger unglaubwürdig (bloggerverriss im spiegel)