06.09.2009

Sonntagszeitung will Leserzuwachs mit "mehr Sex" erreichen (update)

immer wieder liest man über den leserschwund bei printmedien. nebst grossen zeitungen, wie der sonntagszeitung, scheint auch bei der gratiszeitung "20 minuten" der zenit erreicht.
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die sonntagszeitung reagiert nun mit mehr sex: sie widmet den bund "trend" dem thema "sex in der öffentlichkeit". die sz weiss, dass es "immer mehr sex in der öffentlichkeit" gibt, dass jene lustbetätiger es sogar "wünschen, dass man ihnen dabei zuschaue" und es begrüssen, wenn man das gefallen am gesehenen mit "schnellen handbewegungen" zum ausdruck bringe (ich kann das wort mastru-dingsbums nicht richtig schreiben). die "harten triebe", auch das hat die sz beobachtet, würden "im winter in den kinos ausgelebt".
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wow, wenn so die leserzahlen nicht gesteigert werden, womit könnte man es dann noch versuchen? vielleicht mehr qualität?
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nachtrag, 8. sept.09: soeben sind die neusten leserzahlen der printmedien veröffentlicht worden: sonntagszeitung und 20 minuten haben wieder zugelegt. bei 20 minuten scheint allerdings das maximum bald erreicht, denn der zuwachs ist - trotz einstellung eines anderen gratisblattes und einschränkung des verbreitungsgrades eines weiteren konkurrenten - eher tief.
bleibt anzufügen, dass der leserzuwachs bei der sonntagszeitung wohl noch nicht auf der ausweitung des themas "sex" beruht, da die messungen im monat april durchgeführt wurden. erfreulich, dass das jüngste sonntags-blättchen "sonntag.ch" deutlich zulegte, obwohl die zeitung in vielen kantonen (leider und unverständlicherweise) nur am kiosk bezogen werden kann. aber vielleicht bietet der hersteller, motiviert nach diesen erfreulichen zahlen, nun den abonnements-bezug schweizweit an.
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zum thema printmedien:
Haben klassische Zeitungen ausgedient?
mehr sex in online-medien:
Klickhuren im Internet: Spiegel, Welt, 20Min, SZ und Co

Kommentare:

bajaz hat gesagt…

Sex wird von der bürgerlichen Gesellschaft als "Privatsache" verschlossen, damit dann die Öffentlichkeit umso mehr Geld damit machen kann...

Wenn ich nur daran denke, wieviel Pornografie es braucht, um das wieder auszugleichen.

Titus hat gesagt…

Das sehe ich auch so wie bajaz.

Würden wir einen offeneren Umgang mit der Sexualität pflegen, würde dies den Nährboden entziehen für derartige Artikel, die Sexindustrie, sexistische Werbung usw.

Ich meine sogar, dass mancher sexuelle Missbrauch vor allem bei Kindern und Jugendlichen verhindert werden könnte, weil dann die Betroffenen wüssten, was «richtig» ist und sein darf oder eben nicht.

Stattdessen findet das Thema nicht statt. Mit dem besten Kollegen, mit der besten Kollegin, spricht man darüber kaum (es geht nicht darum, dass man Erlebnisse von sich gibt).

Ich frag' mich nur, woher all' dieser Nachwuchs kommt ;-)

Lupe hat gesagt…

darum blüht der underground-sex so in amerika: wer praktisch nackte busen im tv verbietet, der muss sich nicht wundern, wenn dann ...

Weeee hat gesagt…

Nach ein Tagi-Journalist einen Abend im Belovoirpark verbringen musste (Story) war klar, dass man da noch mehr draus machen musste, obwohl nichts passiert ist.
Das gleiche Muster gabs bei der Geburts von Roger Federer, wo Journalisten quasi in der Hirslandenklinik campiert hatten, ohne je einen Beweis dafür zu finden, dass die Zwillinge dort geboren worden sind. Das ist markttauglicher Journalismus… 

fun-da-mental hat gesagt…

"lustbetätiger" :-) lust-iges wort!

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