02.11.2008

Gibt es nur noch Bla- Bla- Blogger?

mainstream kritisiert mainstream
(bloggerverriss in der sonntagszeitung)

"Bla-Bla-Blogger - die Rebellen versinken im Mittelmass", findet david bauer, journalist, in der heutigen ausgabe der sonntagszeitung. er macht dabei genau das, was er an den bloggern kritisiert: er käut wieder.

bauer gibt wieder, was schon x-mal vor ihm in anderen printmedien gebracht wurde. sei dies im "spiegel", sei dies in vielen anderen printmedien. es scheint unter print-journalisten in zu sein, so jedes halbe jahr blogger zu bashen. so erstaunt seine titelsetzung kaum. bloggerberichte, die sich von anderen abheben würden, zum beispiel ebenso ausführliche beiträge über ein paar trouvaillen unter den blogs, über grosse blogger-events, findet man in printmedien praktisch nicht. umgekehrt berichten blogger oft über ihre schreibenden kollegen der gedruckten presse. zu gute halten muss ich der sonntagszeitung, dass sie, als eines der wenigen medien, doch noch hie und da über blogger oder blogbeiträge schreibt.

grundsätzlich finde ich jede auseinandersetzung mit blogs gut. darf ruhig auch provozierende kritik in printmedien sein, wie sie david bauer heute brachte. darum hier ein paar anmerkungen zu kernsätzen aus bauers beitrag:
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1. "... bieten Mittelmass, das sich inhaltlich am Mainstream orientiert, zu dem man als Alternative angetreten ist."

hier scheint erneut ein journalist den ursprünglichen zweck eines blogs nicht erkannt zu haben: ein blog gibt - wie ein tagebuch - wieder, was den inhaber des blogs gerade beschäftigt. und diese themen unterscheiden sich logischerweise oft nicht von jenen aktuellen ereignissen, die die welt zu jener zeit bewegt. immerhin bringen gute blogger news oder kommentare über aktuelle ereignisse meist schneller als die printmedien. bauer hat recht, es gibt viele dieser tagebuch-blogs, sammelsurium-blogs, bei denen die betreiber über fundstücke im internet berichten. warum nicht? wenn es ihnen spass macht und sie damit ein hobby und auch einen gewissen meinungsaustausch mit besuchern haben. diese blogs werden, was stimmt, kaum über eine gewisse grösse hinauswachsen können, was viele aber auch gar nicht anstreben.
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2. "Der Mechanismus ist einfach. Wann immer ein Thema die klassischen Medien dominiert, findet es sein Echo in den Blogs. Palin, Finanzkrise, UBS"
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bauer suggeriert damit, dass die themen in den klassischen medien gesetzt würden und dann den weg in die blogs finden. dies ist falsch. oft sind sogar blogger schneller. der satz müsste richtig lauten: "wann immer ein thema aktuell ist, findet es ein echo in den blogs und in den klassischen medien". und dies ist auch richtig so. es sind meist die gleichen news in printmedien und blogs, der kommentar dieser news muss die musik machen. wenn der gut ist, ist auch der blog gut. wer nur news reinhängt, kommt auf keinen grünen zweig.
wenn blogger inputs aus zeitungen holen, dann sind sie so fair und verlinken oder verweisen auf das entsprechende printmedium. anders bei den journalisten. links zu den erwähnten oder befragten bloggern werden kaum erwähnt.
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3. "In ihrer Gesamtheit bieten die mehreren Tausend Schweizer Blogs langweiliges Mittelmass."
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mag durchaus sein, dass die grosse mehrheit mittelmass bietet. die gewählte formulierung "in ihrer gesamtheit ..." spiegelt die typische überheblichkeit einiger printjournalisten wieder, die blogger mit den gleichen massstäben messen wollen, wie die profis der schreibenden zunft. muss denn jeder blogger ein qualitativ hochstehendes blog betreiben.
ein guter blog muss einen „eigenwert“ bringen, einverstanden. für mich erlebe ich, dass dies im satirebereich einfach dazugehört. durch beimischung von satire und humor können aktualitäten anders gebracht werden, als dies reine newslieferanten tun. primeurs zu produzieren ist für hobbyschreiber - wie blogger es meist sind - schwierig. es bleibt nebst beruf, familie und anderen hoobys zu wenig zeit dazu. würden wir das bloggen als fulltime-job betreiben, wir könnten primeurs liefern. doch wie lässt sich ein solcher eigenwert messen? ganz einfach, an der anzahl der kommentare und/oder an der anzahl verlinkungen oder aufrufe eines artikels. beiträge, oder blogs, die sich von anderen abheben, werden mehr verlinkt. es ist wie bei den printmedien: die spreu trennt sich vom weizen. was gut ist, hat bestand, wird einen gewissen erfolg, eine steigende besucherzahl und eine treue leserschaft finden.

4. "... vollzieht sich eine Zweiteilung. Die Tendenz geht dahin, dass sich ambitionierte Blogs professionalisieren und klassischen Onlinemedien annähern. Es wird vermehrt in Teams gearbeitet und die streng chronologische Darstellung aufgebrochen. In klar definierten Nischen gelingt es diesen Angeboten, sich zu etablieren und ein nennenswertes Publikum zu erreichen."

der ursprüngliche, eigentliche blog (immer noch die grosse mehrheit / teamblogs lassen sich an einer hand abzählen) wird von einer person in alleinunion betrieben. in letzter zeit gibt es tatsächlich blogger, die einen spagat zwischen blog und online-medium versuchen. ist deren gutes recht. finde ich allerdings etwas schade und ich denke, dass diese teamseiten bereits heute von vielen nicht mehr als blog, sondern als online-medium wahrgenommen werden. allerdings verfügen diese über bessere, wahrere web. 2.0 funktionen, als jene printmedien, die pseudoblogs produzieren, um in zu sein. wenn man sich dann allerdings bei blogs von online-medien registrieren muss, um zu kommentieren, dann hat mich die seite als besucher gesehen. diese professionalisierung ist auch ein spagat zwischen kommerz und hobby. könnte ich mit bloggen leben, wer weiss, eventuell würde ich sogar meinen beruf wechseln. aber in der schweiz kann keiner vom blog-schreiben leben, es sei denn, er schreibt im anstellungsverhältnis für den grossen onlineauftritt einer zeitung oder eines online-mediums.
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5. "Die vorherrschenden Themen in den Schweizer Blogs sind stets dieselben. Monat für Monat vorneweg: Google und iPhone. Dazu Musik, Microsoft und Apple."

Dies liegt in der natur der sache, weil jeder, der bloggt oder blogs besucht, selbst auch einen computer, einen internetzugang, ein handy usw. hat und grundsätzlich interessiert ist an solchen news.
wenn zwei identische, qualitativ gleichwertige blogger (was blogfertigkeiten, schreib- und formulierungsfähigkeiten, bekanntheit etc. anbetrifft) mit neuen themenblogs beginnen, dann hat jener, der über tech-news bloggt (mobile, computer, software, internet, seo, bloggertipps, etc) wesentlich mehr traffic, verlinkungen und besucher, als einer, der über politik, kultur, reisen etc. bloggt. dies wiederum, weil jeder der bloggt, selbst auch ...

6. "Blogs mit spannenden Inhalten gibt es wenige"
(meinung wird von ronnie grob "medienlese.ch" im sz-artikel geteilt)

nicht wir mit unserem kommentar über einen blogbeitrag können entscheiden, ob er allgemein als spannend, als interessant empfunden wird. die klicks, die leserzahlen sagen dies aus. es soll mir keiner sagen, er klicke auf beiträge, die ihn langweilig dünken. den spannungsgehalt, wenn man so will, kann man bei blogs sofort feststellen. anders als bei einem print-journalisten, weiss der blogger bereits nach wenigen tagen messerscharf - anhand der aufrufzahlen für die einzelnen beiträge, welcher artikel auf viel, wenig oder gar kein interesse gestossen ist.

anmerkung am rande:
david bauer stützte seine ausführungen auf slug.ch. hier wird nur erfasst und verglichen, wer seinen blog bei slug selbst angemeldet hat (üblich bei solchen angeboten). es gibt seit diesem jahr zudem ein vergleichsportal mit umfangreicheren aussagen zu deutschsprachigen blogs: http://www.blogoscoop.net/. hier kann u.a. nach land, region, wochen- monats- und tagesüberblick vielfältig analysiert und verglichen werden.
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und noch eine anmerkung:
bei der online-version des sz-artikels (link weiter unten) gibt es keine kommentarfunktion? wohl ein versehen, denn ich nehme nicht an, dass printjournalisten grundsätzlich lieber in geschützten werkstätten arbeiten? mutig wäre es gewesen, nebst kommentarmöglichkeit ein widget einzubauen, mit dem man den artikel hätte bewerten können.

blogger lassen kommentare zu und kommentieren auch bei anderen blogs oder online-medien. habt ihr schon einmal einen print-journalisten gesehen, der sich dazu herablässt, in blogs zu kommentieren?
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der ganze artikel in der sonntagszeitung:
Bla-Bla-Blogger - die Rebellen versinken im Mittelmass

(weiss nicht, wie lange der link aufgeschaltet ist)

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weitere artikel zum verriss in der sonntagszeitung:

Anstatt, dass die Sonntagszeitung Blogger basht, könnte sie ...

Bla-Bla-Blogger in der SonntagsZeitung (blogging tom)

David Bauers Retourkutsche in der Sonntagszeitung (metablog)
Bla-bla-Blogger (side-effects)
Hr. David - gestatten Sie! (Infomagazin und Nachlese)

Weniger Bla-Bla zwischen Journis und Bloggern thinkabout
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diesjähriger verriss im spiegel:
Spiegel: Beruflicher Hintergrund macht Blogger unglaubwürdig (bloggerverriss im spiegel)

Kommentare:

Rick hat gesagt…

Blogger sind Leute die ihren Unsinn als Amateure verbrechen und dafür kein Geld verlangen. So gesehen also ehrliche anständige Stümper.

Journalisten hingegen hatten für ihren Schwachsinn eine Ausbildung und nehmen sogar noch Geld dafür. Für ihre intellektuellen Verbrechen muss also juristisch Vorsatz gelten.

Es muss einen Grund geben warum Journalisten gemeinsam mit Politikern um den letzten Platz in der Liste der angesehendsten Berufe kämpfen. Und warum beide Professionen davon leben, vermeintliche Gegner zu beschimpfen ohne selber mit besserem Beispiel voranzugehen...

Roman hat gesagt…

Diese Diskussion ist so alt, wie die Blogs selbst. Sie kotzt mich dermassen an, dass ich sie gar nicht mehr lesen mag. Dass die meisten Journalisten nicht wissen, was ein Blog ist, dürften mittlerweile alle geschnallt haben. Gut weg kommen bloss jene Blogs, die das tun, was auch die klassische Presse macht.

Lupe hat gesagt…

at rick:

in den ansätzen stimmt es. allerdings so dramatisch sehe ich dies nicht. journalisten sind in ihrer art ähnlich wie wir blogger: etwas ich-bezogen, kritisieren gerne und lieben es, wenn man ihre beiträge liest. kritik haben beide nicht allzu gerne. blogger lassen kritik aber via kommentarfunktion zu.

andré hat gesagt…

nur ruhig, leute. bloss wegen eines selbst für amateur-blogger erkennbar dürftigen artikelchens muss doch das sonntags-gipfeli nicht im hals stecken bleiben; es herrscht doch deshalb am sonntag morgen noch lange nicht blogger-abend -- bitte etwas mehr souveränität im umgang mit den kritikern. und drumm: we want blogs, we want quality blogging - just do it

Krusenstern hat gesagt…

Richtig, André!

Der Untertitel des "Lupe"-Beitrages sagt es schon: "Mainstream kritisiert Mainstream".

Statt mich darüber zu mokieren, investiere ich meine Energie lieber in meinen nächsten Blog-Beitrag...

Matthias hat gesagt…

Och, das Artikelchen ist doch bloss eine Retourkutsche, weil David Bauer als (ehemaliger) Facts-Mitarbeiter halt sauer ist auf die Blogger, die immer an Facts herumkritisieren.


@krusenstern Den nächsten Artikel schreibst du dann aber bitte nicht schon wieder bei der SDA ab, gell ;-). (man vergleiche seinen Artikel mit diesem SDA-Artikel.)

Lupe hat gesagt…

at krusenstern und andré:

kein verriss ist unnütz: es ist absolut sinnvoll, wenn man solche beiträge zum anlass nimmt, sich wieder einmal grundlegende gedanken über das bloggen, über die entwicklung des bloggens zu machen, sein eigenes blogger-wirken zu reflektieren. kritik ist sinnvoll, kann ich auch akzeptieren oder einstecken, der der sie austeilt, muss dies aber auch können.

at andré im speziellen:

ich will kein quality-blogging. jeder soll so bloggen, wie im beliebt, dies macht ja gerade den reiz der blogs aus. selbstverständlich habe ich nichts dagegen, wenn sich ein blogbeitrag oder ein ganzer blog aus der grossen masse durch originalität oder eine spezielle "qualität" heraus hebt.

at roman:

du hast recht: das mass, an dem blogs gemessen werden, darf nicht der "klassische journalismus" sein.

Anonym hat gesagt…

"Richtige" Journalisten finden sich immer unglaublich wichtig, daran gewöhnt man sich im Umgang mit ihnen recht schnell.
Viele Blogs sind tatsächlich belanglos; Aber solange in Bloggs nicht so ungeniert gelogen und manipuliert wird wie in den traditionellen Medien "in Ihrer Gesamtheit" gibt es keinen Grund sich dort auf hohem Roß zu fühlen.

Krusenstern hat gesagt…

@ Matthias: Herzlichen Dank für den "freundlichen" Hinweis auf meinen Beitrag, der Deine "grosse" Medienkompetenz beweist!

Die sda und ich hatten die gleiche Quelle, nämlich eine Medienmitteilung der Kantonsarchäologie Zürich, die ich im Beitrag selbstverständlich korrekt angebe und verlinke. Zusätzlich führte ich ein Telefongespräch mit der sympathischen Archäologin und erhielt dafür neben einigen O-Tönen und den Fotos die persönliche Einladung, mir den Katharinen-Rubel im Original anzuschauen.

Wenn ich mir das so überlege, hat die "SonntagsZeitung" in ihrem Rundumschlag eine Sorte Blogger vergessen: Jene, welche von einem Thema (in diesem Falle Medien und Russland) keine Ahnung haben, aber grosskotzig andere Blogger verleumden...

lupe hat gesagt…

hallo christian und auch Jürg

ich verstehe, dass du jürg, antworten musstest, nach dem vorwurf von matthias.

ich wäre aber froh, wenn ihr eure unstimmigkeiten, die nicht zum thema hier passen, anderswo löst. vielleicht mal unter vier augen bei einem bier. dazu sind ja blogger normalerweise in der lage.

Matthias hat gesagt…

Oops, sorry lupe, habe deinen Kommentar erst gesehen, nachdem ich meinen abgeschickt hatte. Kannst ihn ja löschen. In etwas grösserem Zusammenhang gesehen trifft das Thema schon aufs Thema des Beitrags zu: "Erfolgreiche Blogs verwandeln sich zunehmend in Online-medien." schreibt der Bauer nicht zu Unrecht. Und das trifft wohl auch auf die Arbeitsmethoden zu, im Guten wie im Schlechten.

lupe hat gesagt…

at matthias: habe deine letzte reaktion wirklich gelöscht, sonst kommt wieder eine gegendarstellung. den "biertreff" (vorschlag in meinem letzten kommentar) finde ich übrigens keine bieridee.

David hat gesagt…

Ich finde "Onlinemedien verwandeln sich zunehmend in Blogs und sind damit erfolgreich" mindestens so zutreffend wie
"Erfolgreiche Blogs verwandeln sich zunehmend in Onlinemedien."

Obwohl der Begriff "Onlinemedien" für Nachrichtenwebsites mit professioneller Redaktion nicht wirklich korrekt ist. Blog ist genauso Onlinemedium.

Carolus Magnus hat gesagt…

wenn blogger inputs aus zeitungen holen, dann sind sie so fair und verlinken oder verweisen auf das entsprechende printmedium. anders bei den journalisten. links zu den erwähnten oder befragten bloggern werden kaum erwähnt.
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Wie wahr!

Diverse Themen wurden schon bei mir erst geboren und vier bis sechs Monate später in einem (meist deutschen) TV-Journal aufbereitet. Natürlich mit all den Mitteln und Geldern den Bloggern nicht, diesen Institutionen hingegen zur Verfügung stehen. (GEZ/Billag, etc)

Blogger liefern oft die Idee zu einem Thema, das dann ohne "Danksagung" oder zumindest Nennung des Blogs in der Sendung mächtiger Massenmedien aufgegriffen und professionell mit den entsprechenden Geldern (meist den Steuerzahlern, die wir Blogger ja auch sind) recherchiert und aufbereitet werden.

Man darf reinen Gewissens sagen, dass die Blogger die Proliferanten der Themen sind, bloss um nachträglich (aus Neid?) auch noch dafür gebashed zu werden.

Gruss
Carolus Magnus

Anonym hat gesagt…

Anstatt hier ins Pissoir zu heulen, würdest du besser die Kritik ernst nehmen und die Quali deines Blogs verbessern. Potential wäre ja da.

Lupe hat gesagt…

@ anoym (mit dem pissoir):

wunderbar, wieder so ein anonymling, der mit tiefschürfenden ratschlägen rumeiert, die sich an wen auch immer richten.

Der Gabriel hat gesagt…

muahahaa, bei dem chaos, welches dieser total harmlose und einigermassen ausgeglichene artikel hier und anderswo anrichtet (auch in den kommentaren), kann ich nur sagen: 1:0:0:0:0:0:0:0 etc. für bauer - so reagieren doch nur leute, die voll getroffen wurden.

epic win.

Lupe hat gesagt…

at gabriel:

endlich einer, der david bauer's artikel gut findet. hätte bald mitleid gekriegt und einen pro-sonntagszeitungs-kommentator via trigami bestellt, um ein wenig ausgewogenheit in die kommentarspalte zu bringen.

oder hast du bereits etwas, äh, von, äh, ... gekriegt, oder so?

PeterPan hat gesagt…

Hoi Lupe..

schöner Artikel, aber: Nur wer angegriffen wird, muss sich verteidigen. Ich fühle mich nicht angegriffen, also schreibe ich nix zu dem "Schmarrn".

Auch wenn man "Schmarrn" (bayer. für "absoluten Blödsinn") - wie viele Print-Journalisten - immer wieder aus der Schublade kramt, so bleibt es doch "Schmarrn" und wird durch die Wiederholung nicht zur "Wahrheit".

Also, "celavie", wie der frische Franzose zu sagen pflegt, bzw. "Schwamm drüber", wie ich OTTO zitieren darf.

Gruss aus dem Nimmerland
PeterPan

Lupe hat gesagt…

jo mai, peter pan, schaun'ma dess a mol ganz prinzipiell on:
wenn oana a schmoan schreiben tuat, egal zu welchem thema, so spülts doch koa rolln, ob i mi ongriffn fühl oda net. i kritisia, oda i kritisia net.

übrigens, i hob jo gsogt, noi, gschriebn, in a poa punktn hot dea baua recht ghobt. bei soana analysen hats a bissal z'fest gehappert.

ali hat gesagt…

Mir fiel auf, dass ich bei den meisten von dir aufgegriffenen Sonntags Zeitung Punkten schon mit den Prämissen von Herren Bauer nicht einverstanden bin. Bis zum Angegriffen-Fühlen schaff ich es meist gar nicht.

Das Hauptproblem des Autors ist doch, dass das ganze Argument auf einer slug.ch Datenbank-Analyse aufbaut. Ein solches Aggregat-Argument ist Nonsense. Das ist ein wenig wie man argumentieren würde, das Internet als ganzes tauge nichts, da die meisten Texte Werbung darstellen, zum Vergnügen irgendwelcher Nischengruppierungen dienen oder Belanglosigkeiten sind und alles was wirklich gut ist wird sowieso über kurz oder lang in Papierform veröffentlicht.

Die Perlensuche ist jedem selbst überlassen. Herr Bauer scheint aber von Anfang an beschlossen zu haben, nichts finden zu wollen.

Carolus Magnus hat gesagt…

@ anonymes Pissoir

Blogger schreiben aus ideellen Gründen oder einfach aus Spass an der Sprache oder an der Sache.

Journalisten müssen ein Einkommen für den Lebensunterhalt bestreiten und werden für ihre Mainstream-Auftragsschreibe bezahlt. Mir scheint, dass der Pissoir-Gluckser Angst um seinen Job hat. Evtl. sogar mit Recht.

Hier liegt der wesentliche Unterschied - und der Hase im Pfeffer, den ich samstags mit Freunden in einem Raucher-Restaurant genießen durfte.

lupe hat gesagt…

at ali:

genau, wenn man perlen suchen würde, würde man diese auch finden. so wie ich es im meinem neusten post auch schrieb. http://swiss-lupe.blogspot.com/2008/11/anstatt-dass-die-sonntagszeitung.html

wir blogger suchen die perlen in den medien, in internetauftritten und schreiben darüber, machen diese perlen weiter bekannt. wir pushen sie sozusagen. könnten die printmedien auch machen. aber es wird wohl mehr beachtet, wenn man basht.

(selbstverständlich gibt es auch im bloggerbusiness ein paar blogger, deren blog davon lebt, andere zu bashen.)

bluetime hat gesagt…

herrlich die kommentare hier:-)
@lupe....denk daran, es ist november-da gibts viele frustrierte seelen.

Anonym hat gesagt…

Das lächerliche ist doch, wie ernst manche sich selbst und ihr Blog nehmen.

In den Mainstream Medien gibt es eine Art Qualitätskontrolle, für die NZZ oder den Tagesanzeiger kann eben nicht jeder schreiben, ein eigenes Blog eröffnen, das kann jeder.

Erschreckend finde ich, wie unkritisch Blogger sowohl sich selbst wie auch ihren Mitbloggern gegenüber sind, es müsste so etwas wie eine gegenseitige Qualitätskontrolle geben, die findet aber nicht statt.

Und: Die meisten Blogger schreiben doch zur Selbstdarstellung bzw. zur Selbstbestätigung, dagegen ist ja auch nichts zu sagen.

Viele Blogger tun aber so, als hätte ihnen irgendjemand einen Bildungsauftrag erteilt, sie kriegen sich in ihrer Wichtigkeit gar nicht mehr ein, und realisieren nicht mehr, dass sie im Grunde nur noch Selbstdarstellung betreiben.

Selbst bloggen und in Blogs lesen, das kann ein netter Zeitvertreib sein, aber auch nicht mehr, definitiv nicht.

lupe hat gesagt…

at anonym:

du hast zu einem grossen teil recht. allerdings, denkst du tatsächlich, da hätten uns die journalisten etwas vor,in bezug auf kritikfähigkeit oder dem drang zur selbstdarstellung? glaube kaum. da sind wir uns wohl in einigen belangen ähnlich.

übrigens dein letzter satz erinnert mich an etwas?! etwa den schluss des SZ-Artikel`s?
(..., aber auch nicht mehr)

:-)

at bluetime:

passt doch wunderbar zu "bluetime". ich weiss, hatten wir schon, hat nichts mit dem zu tun.

Goggi hat gesagt…

Wenn die Artikel in unseren Blogs nichts Wert sind, wie verhält es sich das wohl mit anonymen Kommentaren?

Und zur SZ:

Da war ein Artikel drin?

(Neben Rachegelüsten eines zermürbten Facts-Journalisten könnten auch Werbegelder, die sich mehr und mehr in Blogs verschieben ein Grund für den Frust sein)

Anonym hat gesagt…

@Lupe: Was die (mangelnde) Kritikfähigkeit betrifft hast du sicher recht.

Drang zur Selbstdarstellung: Zumindest in den Printmedien sind Journalisten in dieser Hinsicht einfach enge Grenzen gesetzt.

Qualitätskontrolle:
Das ist der entscheidende Unterschied, professionellen Journalisten wird sehr genau auf die Finger geschaut, von der meist fundierten Berufsausbildung einmal ganz abgesehen.

@Goggi:

"Wenn die Artikel in unseren Blogs nichts Wert sind..."

Sorry, den Schuh ziehst Du dir an.

"wie verhält es sich das wohl mit anonymen Kommentaren?"

Abgesehen davon, dass dieses Thema nun schon oft und in epischer Breite, z.B. hier:

http://medienlese.com/2008/08/30/blogcamp-switzerland-30-alle-echt-und-mit-namen/

abgehandelt wurde, wie wäre es denn damit zur Abwechslung einmal inhaltlich auf meinen Kommentar/meine Argumente einzugehen ?

Aber natürlich ist es da einfacher anderen "Rachegelüste" und "Frust" zu unterstellen,die Fähigkeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit anderen Meinungen scheint nicht zu deinen Kernkompetenzen zu gehören.

Lupe hat gesagt…

wer mit der politischen linie einer zeitung übereinstimmt, der kann als journalist sehr viel freiheiten geniessen. auch welche zur selbstdarstellung. oft wird einer erst an die kandarre genommen, wenn zu viele leser oder inserenten reklamieren.

qualitätssicherung: da hast du eine etwas gar rosarote brille an. praktisch jedes printmedium, mit ausnahme der gratispostillen, hat eine politische linie. und dieser heimvorteil wird meist gnadenlos ausgenutzt: tendenziöse berichterstattungen mit halb-kommentaren vermischt (eigentlich eine domäne des blogs), gezieltes weglassen gewisser aussagen während eines anlasses, längere oder besser platzierte berichte über politisch gleich gelagerte gruppierungen, mehr fotos von gleichgesinnten, sind alles negative qualitätsmerkmale, die man leider doch noch zu oft vorfindet.

übrigens hast du am schluss deines beitrages genau das gemacht, was du an den bloggern kritisierst: unterstellungen und vorwürfe an goggi. :-)

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