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22.06.2010

Schweiz-Libyen: Wer wusste von der geplanten Geiselbefreiung?

wer wusste noch von der vom duo calmy-rey (SP) / ueli maurer (SVP) geprüften oder gar geplanten geiselbefreiung in libyen? 
bundesräte leuthard, merz, calmy-rey, maurer
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karikatur: aus dem tagesanzeiger
bericht zum thema: "Hoch gefährlich" (tagesanzeiger)
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libyen, gaddafi, geiseln:
Wenn NZZ und Tagesanzeiger über den Libyen-Deal schwärmen
Gaddafi, Kim Jong II, Ahmadinejad - Who can hurt them?
Krieg Schweiz - Libyen: Gaddafi will Schweiz auflösen

21.06.2010

Wenn NZZ und Tagesanzeiger über den Libyen-Deal schwärmen

es ist absolut peinlich, wenn zwei grosse zeitungen der schweiz in ihren kommentaren zum libyendeal und dem an gaddafi bezahlten lösegeld von rund 2 mio franken so richtig ins schwärmen kommen


Diktator Gaddafi hat die Schweiz vorgeführt
im kommentar in der gestrigen "nzz am sonntag" meint das blatt über das verhalten der schweiz: 
" ... Somit hat sie ihre schlechten Karten am Ende gut gespielt. Zur Erinnerung: Gaddafi führte kürzlich das grosse England vor, indem es dieses dazu brachte, einen angeblich todkranken Lockerbie-Attentäter freizulassen, der heute noch munter am Leben ist. Und die bulgarischen Krankenschwestern schmorten acht Jahre in Gaddafis Verliessen. Da sind zwei Jahre passabel, wenn auch für die Geiseln zwei Jahre zu viel. (fem.)"
man beachte den begriff "passabel". - ebenso peinlich ist der offizielle tagesanzeiger-kommentar in der printausgabe vom samstag, in der die zeitung vom tiefen lösegeld schwärmt, dass die schweiz gaddafi "nur" hatte bezahlen müssen. die schweiz habe super verhandelt, die rund 2 mio lösegeld seien nichts, gegen das, was bulgarien für seine krankenschwestern habe blechen müssen.
hinter welch abgeschirmten schreibtischen leben diese redaktionen? wie schlimm sind zwei jahre wohl für eine familie, die auf ihren vater wartet, für eine frau, die auf ihren mann wartet? wie schlimm sind zwei jahre des ungewissens für die geiseln sebst? wie schlimm ist es, wenn ein land für die freilassung zweier landsleute millionen hinblättern muss? welches signal ist dies für zukünftige geiselnehmer, wenn die schweiz kuscht, wenn die schweiz forderungen erfüllt und die bezahlten beträge sogar noch öffentlich kundtut? ich muss sagen, dümmere kommentare habe ich in diesen beiden zeitungen schon lange nicht mehr gelesen. 

14.06.2010

Facebook-Gruppe: "Keine Geschäfte mit Diktaturen - Schweizer Firmen raus aus Libyen"


zwei Jahre lang hielt diktator gaddafi die geisel max göldi (abb-kadermann) gefangen. gestern nacht kehrte dieser in die schweiz zurück. wer jetzt annimmt, das unternehmen abb ziehe nun seine konsequenzen und verabschiede sich aus libyen, der wird sich mit sicherheit irren.

solange der rubel rollt, werden die schweizer unternehmen noch so gerne wieder dicke geschäfte mit der libyschen diktatur machen, egal wie sehr das gaddafi-regime sein volk unterdrückt. solange der rubel rollt, kennen abb und co. keine skrupel. 

ich weiss, ich weiss, es stünden tausende von arbeitsplätzen auf dem spiel, wenn man sich aus libyen zurückziehen würde. zudem würden dann die geschäfte einfach andere unternehmen übernehmen. dieselben begründungen, die man immer wieder hört, wenn unternehmen in einen erklärungsnotstand geraten, weil ihr tun oder ihr produkt moralisch aneckt (waffenproduzenten) oder gravierende umwelttechnische gefahren birgt (kohlebergbau) .

wenn du auch überzeugt bist, dass man keine geschäfte mit diktaturen machen sollte (karitative und andere hilfsorganisationen selbstverständlich ausgenommen) so tritt der facebook-gruppe mit dem gleichen namen bei: Keine Geschäfte mit Diktaturen - Schweizer Firmen raus aus Libyen

18.11.2009

Zwei Schweizer Geiseln in Libyen - na und?


nicht wenigen schweizern sind die beiden schweizer, die der libysche diktator in seinem land seit monaten festhält, mehr oder weniger egal. kein schwein kümmert sich darum, dann schon lieber über das wahrlich katastrophale schweinegrippen-management des bundes herziehen. 

warum soll man auch mit den beiden libyschen "gästen" (zitat gaddafi) mitleid haben? sind angestellte von profitgierigen unternehmen, die mit einer diktatur geschäfte machen wollen. die waren sich dessen bewusst. zudem sind sie ja weder gefangene noch hinter gittern, sondern leben (wieder) in der schweizer botschaft.

doch hinter den beiden - in den medien oft anonymisierten - geiseln stecken menschen, stecken familien, stecken menschliche tragödien. max göldi, die eine geisel, war im juli 2008 zum letzten mal zu hause. seither darf er sich nicht mehr frei bewegen.


bruna hamdani, die frau der anderen geisel,  wartet seit 16 monaten auf ihren mann rachid. die beiden geiseln werden seit 16 monaten daran gehindert, sich frei zu bewegen, gehindert, zurück in ihr land zu reisen, gehindert, ihre familienmitglieder wieder zu sehen, müssen für gaddafi als spielball für seine politik herhalten. nicht zu wissen, was noch auf einem zukommt, nicht zu wissen, welch drastische strafen sich der diktator noch für ihr angebliches visa-vergehen ausdenkt, dies zehrt an der gesundheit, dies zehrt an den nerven aller beteiligter. dies darf uns nicht egal sein.

was können wir tun? gegen gaddafi und sein regime hetzen, wäre momentan der falsche ansatz. wir müssen verhindern, dass die geiseln in vergessenheit geraten. wir dürfen nicht mehr von anonymen gesichtslosen geiseln sprechen, müssen namen nennen, fotos zeigen, die schicksale und tragödien hinter der geiselnahme aufzeigen und immer wieder in erinnerung rufen. die beiden dürfen nicht in vergessenheit geraten. dies verhindern wollen auch folgende blogger mit ihren beiträgen zum thema:

Augenreiberei: 487 Tage
Bobsmile: Wider des Vergessens - Heute: Libyen
Die Kreide: Vergeiseln
La Triperie (Bruder Bernhard): Die Katzen des Muammar al-Gaddafi
Thinkabout: Wir vergessen die Menschenrechte UND die Menschen nicht
Zappadong: What it's like - gegen das Vergessen
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auch du kannst dich beteiligen. schreibe einen beitrag dazu und melde ihn uns.