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| Diktator Gaddafi hat die Schweiz vorgeführt |
im kommentar in der gestrigen "nzz am sonntag" meint das blatt über das verhalten der schweiz:
" ... Somit hat sie ihre schlechten Karten am Ende gut gespielt. Zur Erinnerung: Gaddafi führte kürzlich das grosse England vor, indem es dieses dazu brachte, einen angeblich todkranken Lockerbie-Attentäter freizulassen, der heute noch munter am Leben ist. Und die bulgarischen Krankenschwestern schmorten acht Jahre in Gaddafis Verliessen. Da sind zwei Jahre passabel, wenn auch für die Geiseln zwei Jahre zu viel. (fem.)"man beachte den begriff "passabel". - ebenso peinlich ist der offizielle tagesanzeiger-kommentar in der printausgabe vom samstag, in der die zeitung vom tiefen lösegeld schwärmt, dass die schweiz gaddafi "nur" hatte bezahlen müssen. die schweiz habe super verhandelt, die rund 2 mio lösegeld seien nichts, gegen das, was bulgarien für seine krankenschwestern habe blechen müssen.
hinter welch abgeschirmten schreibtischen leben diese redaktionen? wie schlimm sind zwei jahre wohl für eine familie, die auf ihren vater wartet, für eine frau, die auf ihren mann wartet? wie schlimm sind zwei jahre des ungewissens für die geiseln sebst? wie schlimm ist es, wenn ein land für die freilassung zweier landsleute millionen hinblättern muss? welches signal ist dies für zukünftige geiselnehmer, wenn die schweiz kuscht, wenn die schweiz forderungen erfüllt und die bezahlten beträge sogar noch öffentlich kundtut? ich muss sagen, dümmere kommentare habe ich in diesen beiden zeitungen schon lange nicht mehr gelesen.

