28.08.2009

Skrupellose Schweizer Unternehmen geschäften mit Gaddafi (update)


der schweizer luxusuhren-hersteller chopard macht mit diktator und geiselnehmer gaddafi dicke geschäfte
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wenn man gross geld verdienen kann, dann kennen schweizer unternehmen fast keinen skrupel, fast keine moralischen bedenken. das dickste geschäft mit dem libyschen diktator und geiselnehmer gaddafi macht zur zeit die schweizer uhrenfirma chopard. für 8 mio schweizer franken kauft der tyrann bei der nobelmarke ein. rund 265 preziosen habe der geiselnehmer aus libyen in auftrag gegeben. diese uhren will er am 1. september anlässlich seines 40 jährigen amtsjubiläums an auserwählte gäste verschenken. eine wird wohl der linke schweizer soziologe jean ziegler erhalten, der gaddafis einladungen regelmässig und gerne folgt.
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doch die uhrenmanufaktur chopard ist nicht das einzige unternehmen, das im grossen stile mit der diktatur geschäfte macht. abb, nestlé und novartis sind auf dem libyschen markt seit jahren tätig. wegen des streites lief zwischen den beiden ländern nichts mehr, sagte werner oberli, präsident der arabisch-schweizerischen handels- und industriekammer und novartis-manager gegenüber dem sonntagsblick: "wir sind froh darüber, dass die schwierigkeiten bereinigt sind". man erinnere sich:
- gaddafi's diktatur ist der grösste handelspartern der schweizer wirtschaft in afrika.
- die schweiz bezieht rund die hälfte des im land verbrauchten erdöls aus libyen. grösster abnehmer: tamoil
- die schweiz war bis vor der verhaftung von hannibal lector gaddafi (sohn des diktators) der fünftgrösste abnehmer von waren aus libyen.
bald wird wohl wieder mehr laufen, denn der diktator behält sich die freilassung der zwei schweizer geiseln für den 40. jahrestag seiner machtergreifung auf und danach wird die schweizer wirtschaft wieder fleissig geschäfte mit dem tyrannen aus dem wüstenstaat machen.

wer handelt nun ethisch und moralisch verwerflicher?
  • bundesrat merz, der mit gaddafi's handlanger einen lächerlichen vertrag aushandelte und sich bei ihm offiziell entschuldigte, für etwas, das er sich nicht hätte zu entschuldigen brauchen, nur damit die beiden geiseln frei kommen.
  • die schweizer wirtschaft, die seit eh und jeh mit diktaturen munter geschäfte macht, hauptsache der rubel rollt.
aber das ist ja alles nichts neues. wie war das doch damals während der unruhen in burma. da verkauften schweizer schmuckfirmen und juweliere blutrubine aus burma, obwohl sie wussten, unter welch menschenverachtenden umständen diese u.a. auch von kindern aus den bergen von burma geholt werden mussten. doch was solls, solange der rubel rollt, werden Gübelin, Bucherer, Cartier, Meister, Türler und Co wohl weiterhin edelsteine aus burma verkaufen. damit diese schweizer unternehmen nicht alleine da stehen: 120 unternehmen, die in burma profitierten
.
vielleicht gibt es bald eine liste von unternehmen, die mit der diktatur in libyen dicke geschäfte machen. nehme jeden hinweis gerne auf.
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update: 29.8.09: FDP will Geschäftspartner eines Gaddafi-Anwaltes zum Bundesrat machen: Christian Luscher
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mehr zum libyen-schweiz-konflikt:
Chronologie der Affäre Gaddafi (radio DRS)
Wirtschaft begrüsst Libyen-Deal (radio drs)
Die Wirtschaft und Libyen (drs-audiodatei)
dd.
nach dieser harten kost über skurpellose geschäftemacher mit diktaturen, braucht es dringend noch ein paar satirische beiträge über diesen tyrannen gaddafi:

Kommentare:

Titus hat gesagt…

Was mir in der Diskussion - auch in der vorangegangenen - fehlt, ist das mutmassliche Vergehen von Gaddafis Sohn in Genf. Dieses weiter zu verfolgen wäre das einzige Ehrliche und ethisch vertretbare in dieser Affäre gewesen.

Doch stattdessen - und das ärgert mich in dieser Sache - erklärt sich Merz de facto zum Richter und verurteilt das Vorgehen der Genfer Behörden, so als ob plötzlich nicht mehr alle vor dem Gesetz gleich sind und dies obwohl es gar nicht erst zu einem Prozess gekommen ist...

Wie auch immer, wir werden bestimmt noch Genaueres über die ganze Angelegenheit erfahren.

Zum Thema Wirtschaft hier noch ein Link zu einem Rundschau-Beitrag, in welchem sich Nicolas Hayek unmissverständlich ausdrückt. Schön, wenn alle Unternehmer so denken würde wie er...

http://videoportal.sf.tv/video?id=5845f960-0538-4c0c-ae91-0f9842a4b47c

Lupe hat gesagt…

wirktlich gut, das video über swatch-hayek. werde versuchen, es einzubauen. leider lässt sich die format/player variante des sftv-embed-codes nicht in blogger einbauen. stürzt ab. versuche es anders.

kikri hat gesagt…

Es gibt da einen kleinen Unterschied zwischen Staat und Wirtschaft:
Ich bin nicht Aktionär von Nestle, ABB etc., deren Verhalten betrift mich also nicht.

Aber ich bin Bewohner und Bürger der Schweiz. Es betrifft mich schon, ob einer "unserer" Minister einem Diktator in den Arsch kriecht und sich für unseren Rechtsstaat entschuldigt.
Gats no!!

In der veröffendlichten Diskussionen sind sich alle einig, dass die 2 Geiseln befreit werden müssen und alles für ihre Befreiung getan werden muss.
Warum eigentlich?
Sie sind aus eigenem Antrieb und auf eigenes Risiko nach Libyen gegangen.
Bei welchen Unglücken, mit wieviel Eigenschuld werden vom Staat welche Massnahmen ergriffen, um mich zu retten.
Das wurde nie diskutiert.
Wenn ich mich mit einem Segelbot in somalische Gewässer begebe und als Geisel genommen werde, wird u. Maurer (hoffendlich) nicht mit einer F/A 18 vorbeikommen, um nicht zu retten.
Ich habe Scheisse gebaut, ich habe sie selbst auszulöffeln.
Die Lehre aus der ganzen Geschichte: ich muss nur 2 Schweizer als Geiseln nehmen und kann dann die Schweiz zu allem erpressen.
Solches haben wir u.a "unseem" "lieben" Bundespräsident zu verdanken (siehe auch UBS/USA).

(Über Hr. Merz kann ich nichts schreiben, ohne ehrverletztend zu werden, desshalb lasse ich es sein)

lupe hat gesagt…

at kirkri:

du zeigst ja genau die problematik auf, wenn unsere wirtschaft skrupellos geschäfte mit diktaturen macht. wir müssen sie nachher rausholen.

trotz allem unverständnis für die firmen, die mit diktaturen geld verdienen wollen: die entschuldigung von merz kostete nichts (ausnahme reisespesen, vergeblicher bundesratsjet) und jeder bei uns weiss, dass diese entschuldigung eh nicht ernst gemeint war.

wenn ich bedenke, wieviel regierungen oder firmen bezahlten um von den piraten gekaperte frachter freizukriegen, ...

odin hat gesagt…

Für Libyen gibt es unterdessen eine eindeutige Reisewarnung." Von Reisen nach Libyen wird abgeraten "

Der Staat hat meines Erachtens also nicht mehr die Pflicht, solche Leute im Notfall herauszuholen bei derartigen Reisewarnungen. Und falls doch so sein sollte, dann nur wenn das Entführungsopfer zuvor eine Spezialversicherung für solche Länder abgeschlossen hat. Der Staat wird dann nur noch so lange intervenieren wie die Versicherung für die Kosten aufkommen kann und will. Spätestens seit der Festnahme des bulgarischen Spitalpersonals weiss man doch das Libyen ein gefährliches Pflaster ist.

Durch das Nachgeben von Merz werden hier gefährliche Präzedenzfälle geschaffen. Kaum vorstellbar das Merz ein gelernter Jurist sein soll. Jeder vernünftige Jurist weiss eigentlich das Verträge nicht rechtens sind die durch eine kriminelle Handlung entstanden sind. Und das Festhalten der beiden Schweizer ist eben eine kriminelle Handlung! Sogar das Völkerrecht würde den Vertrag und das Festhalten als rechtswidrig betrachten!

Lupe hat gesagt…

"Sogar das Völkerrecht würde den Vertrag und das Festhalten als rechtswidrig betrachten!

das kümmert einen diktatoren wenig. darum kann er sich auch nicht so verhalten, wie es das rechtssystem vorschlägt.

"reisewarnung" passt zu reisenden, urlaubern. geschäftsleute sind wohl keine reisende.

kikri hat gesagt…

at Lupe
" wir müssen sie nachher rausholen."
Wesshalb sollen wir müssen.
Weil Unternehmen und Einzelpersonen dann nicht mehr Risiken und Gefahren ihres Tuns überlegen müssen. Bei Problemen haut mich ja der Staat raus.

"trotz allem unverständnis für die firmen, die mit diktaturen geld verdienen wollen"
Ob es uns passt oder nicht: Gewinn machen ist die Hauptaufgabe der Wirtschaft.

"die entschuldigung von merz kostete nichts"
Nein Geld kostet das nicht.
Es kostet viel mehr: Ansehen, Respekt und Achtung vor dem Schweizer Staat. Sowohl von innen als auch von aussen.
Merz hat allen deutlich gezeigt, dass die Schweiz sehr leicht erpressbar ist.
Wer sich ein Mal erpressen lässt wird immer wieder erpresst.
Wieviele Personen werden desshalb ein Problem haben (als Geiseln genommen ..) wegen der merz'schen Aktion?

"dass diese entschuldigung eh nicht ernst gemeint war"
Klar, desshalb kann man ihn auch nicht ernst nehmen.
Ist es nicht bedenklich, wenn eine Bevölkerung ihre Regierung nicht mehr ernst nimmt?
Das haben sie sich selbst eingebrockt. In diesem Fall sollen sie die Suppe, die sie sich selbst eingebrockt haben, nicht selber auslöffeln. Das würde nur noch schlimmer kommen.
Da müssen Leute ran, die vernünftig handeln.

"wieviel regierungen oder firmen bezahlten um von den piraten gekaperte frachter freizukriegen"
Dass Regierungen etwas bezahlen ist mir unverständlich. Dass Private Lösegelder an Private bezahlen ist ihr Problem.
Dabei gibt es einen (kleinen?) Unterschied:
Frachter sind für die Wirtschaft wichtig. Die 2 in Libyen sind für mich irrelevant, sie haben sich selber in ihre Lage gebracht.
Bei Frachtern, die in somalischen Gewässern verkehren ist es aber genauso.

Wie kann die Regierung erwarten, dass ich mich an Gesetze halte, wenn sie es selber nicht tut.

Genauso wie beim Auseinanderdividieren der Gesellschaft in Gute und Böse (Raucher-Nichtraucher, Weingeniesser-Abstinenzler, Dicht-Magersüchtige ...) geht auch hier wieder ein Stück Solidarität vor die Hunde.

lupe hat gesagt…

at Kirkri:

"Ob es uns passt oder nicht: Gewinn machen ist die Hauptaufgabe der Wirtschaft"
mit diesem neoliberalen entschuldigungsspruch kann man alles entschuldigen. auch geschäfte mit diktaturen. auch den globalisierungswahn. auch die finanzkrise.

"Frachter sind für die Wirtschaft wichtig"
gilt fast dasselbe wie oben, denn ich nehme ja nicht an, dass du lösegeldzahlungen für frachte in nicht-somalischen gewässern befürwortest, für menschenleben aber nicht. ;-)

zu merz:
dass der einer überforderten louis de funes - figur gleicht, die auf dieser höhe des politischen parkettes fehl am platze ist, damit gehe ich völlig einig.

nach der freilassung sollte der bundesrat unmissverständlich klar machen, dass wer mit diktaturen geschäftet, nie mehr mit staats- hilfe rechnen darf, sollte er mit dem diktatoren probleme bekommen.

odin hat gesagt…

"Sogar das Völkerrecht würde den Vertrag und das Festhalten als rechtswidrig betrachten!"

" das kümmert einen diktatoren wenig. darum kann er sich auch nicht so verhalten, wie es das rechtssystem vorschlägt."

Aber die Schweiz hat das zu kümmern!! Wir leben in einem demokratischen Rechtsstatt. Und in so einem Staat weiss man, dass derartige Verträge, die auf Drohungen und Geiselnahme beruhen, rechtswidrig sind!! Nur weil die Libyer das nicht akzeptieren, müssen wir uns nicht auf die gleiche Stufe herabsetzen!

Die Reisewarnung gilt selbstverständlich auch für Geschäftsleute. Es ist nicht so das Reisewarnungen nur für Touristen gelten. Gerade in solchen rechtsfreien Ländern sind Geschäftsleute noch gefährdeter als Touristen ( siehe z.B auch Irak, Afghanistan etc.) Schließlich könnten deren Firmen auch Millionenbeträge zahlen für den Freikauf gekidnappter Mitarbeiter. Wer in so einem Land arbeitet ist tatsächlich selber Schuld wenn er als Geisel genommen wird.

Lupe hat gesagt…

geiseln wegen rechtsfragen opfern, wenn eine entschuldigung (wenn auch fragwürdige) reicht, ich weiss nicht. aber es ist ein dilemma, das sehe ich ein. ein absolut dummes signal von merz.

mit deiner schlussbemerkung bin ich einverstanden. allerdings, ob diese firmen ihr verhalten ändern, glaube ich kaum.
dagobert ducks denken anders.

odin hat gesagt…

Lupe, man schafft hier aber gefährliche Präzedenzfälle wenn man nachgibt und solche Pseudo Verträge aushandelt! Dadurch werden Despoten erst recht ermutigt Schweizer als Geiseln zu nehmen. Wir haben aber schon heute genug Idioten die sich fahrlässig verhalten und gekidnappt werden. Eine Geiselnahme bleibt immer noch eine Geiselnahme und nichts anderes. Mit diesem Vertrag aber wird das ganze noch belohnt und aufgewertet! Die beiden Schweizer hatten wie gesagt nicht das geringste mit dem Genfer Polizeieinsatz zu tun!

Es ist immer das einfachste wenn man den Weg des geringsten Widerstandes nimmt und einem Despoten wie Gaddafi in den Arsch kriecht. Der Weg des geringsten Widerstandes ist aber oftmals nicht der beste für den Rechtsstaat, die Freiheit, die Unversehrtheit und für die Nachhaltigkeit eines demokratischen Staates! So auch in diesem Fall. Wir hätten z.B noch viel länger unter dem RAF-Terror gelitten, wenn die Deutschen 1977 einfach nachgegeben hätten.

Es kann ja auch nicht sein, dass ein internationales Schiedsgericht hier ein Urteil fällt, dannach aber ein Schweizer Gericht ggf. die Polizisten verurteilt. Eine mögliche Untersuchung und Rechtssprechung hat einzig und alleine von Schweizer Behörden auszugehen.

Genau hier aber wurden bei einer Untersuchung keine juristischen Verfehlungen der Genfer Polizei festgestellt! Nur das zählt! Der Einwand mit der nicht gewährten Verhältnismässigkeit ist völlig übertrieben. Schließlich hat Hannibal in Rom schon nachweislich mehrere Polizisten und eine schwangere Frau verprügelt. Vor diesem Hintergrund finde ich das Vorgehen der Genfer Polizei völlig in Ordnung. Bei einem verletzten Genfer Polizisten wäre dann der Aufschrei gering gewissen. Schon nur auf Grund dieser Tatsachen sind dieses Schiedsgericht und der Vertrag völlig absurd. Deine Argumentation zieht hier nie und nimmer.

Lupe hat gesagt…

"präzedenzfall"

darum habe ich ja auch geschrieben, es sei ein dilemma. und bei einem dilemma gibt es nie die einzig wahre lösung. jede lösung hat vor- und nachteile.

der nachteil bei deiner lösung wäre, den tod enige in kauf zu nehmen, damit das signal an die diktatoren lautet: mit uns nicht, nie und nimmer!

mit deiner begründung kann ich leben, nicht aber mit jenen schweizern, deren stolz eine entschuldigung nicht zulässt, oder jene technokraten, die rein juristische gründe für die massive kritik am verhalten von merz aufführen.

wie auch immer, es gibt hier keine ideale lösung.

odin hat gesagt…

Das ist völliger Schwachsinn den du hier rauslässt. Es ist ja völlig pervers, sich für etwas auf staatsebene zu entschuldigen, für das man nicht die geringste Verantwortung trägt. Welches Land würde so etwas machen?? Eine Entschuldigung würde ja die Geiselnahme in ein noch positiveres Licht stellen. Möchtest du das wirklich als Demokrat?? So gesehen wäre es wohl auch besser gewesen für dich, wenn die Deutschen 1977 alle RAF-Terroristen aus dem Gefängnis entlassen hätten.

Irgendwo gibt es halt immer ein Restrisiko beim Aufenthalt in solchen Ländern. Jedes Mittel zur Freilassung solcher Leute ist leider nicht zulässig. Es kann nicht angehen das wir ständig die Gesetze verletzten und Notrecht walten lassen. Es werden immer Menschenleben gefährdet sein. Ab einer gewissen Stufe aber kann man dann nicht weiterverhandeln und helfen, weil sonst die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie beseitigt wird. Gerade in diesem Bereich ist aber schon viel zu viel bei uns angekratzt.

Es ist das kleinere Übel wenn man zum Schutze der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit solche Leute halt notfalls in Libyen belassen muss. Man wusste ja schon spätestens bei bulgarischen Spitalpersonal in Benghasi, dass man nicht in Libyen arbeiten sollte. Deswegen finde ich es nicht in Ordnung ( gar eine Frechheit) wenn nun für die zwei Schweizer die Rechtsstaatlichkeit beseitigt wird. Und wie gesagt ist dieser Vertrag auch rechtswidrig. Ein demokratisches Schiedsgericht kann nicht auf einem Vertrag arbeiten der durch Geiselnahme entstanden ist!

Durch das fahrlässige verhalten der ABB-Geiseln werden nun mit diesem Vertrag auch Präzedenzfälle geschaffen. Andere Despoten die sonst nicht so handeln würden könnten durch das derzeitige Nachgeben der Schweiz das selbe machen wie Gaddafi. So sind u.a auch Menschenleben gefährdet! Mit Arschkriecherei hat man nur kurzfristigen Erfolg, die Stützpfeiler der Schweizer Demokratie werden so aber nachhaltig zerstört und in den Dreck gezogen. Dann können wir ja gleich eine Militärdiktatur installieren die bei solchen Geiselgeschichten alle Mittel anwenden darf.

Titus hat gesagt…

Noch was zum «mutmasslichen Vergehen»:

http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/So-schlugen-Hannibal-und-Aline-Qadhafi-in-Genf-zu/story/19482420

@ Lupe
Zum Player: Ich passe jeweils die Breite- und Höhe-Werte des Codes «Einbetten» an «meine» Breite an und zwar im gleichen Verhältnis (640x386px)

Lupe hat gesagt…

at titus:

geht bei mir auch, bei den meisten formaten, nicht aber bei jenem des schweizer fernsehens. dann stürzt er im blogger-editor ab, sobald ich auf z.b. auf vorschau klicke

at odin:

nur nicht ereifern.

du hast den terror angesprochen: ein dilemma bleibt es für entscheidungsträger immer und eine ideallösung gibt es auch nie, sobald menschenleben auf dem spiel stehen. da kannst du noch so viele - und das gestehe ich ein - gute argumente für ein hartbleiben anbringen. es bleibt ein dilemma.

ich möchte mal sehen wie locker, schnell und ohne "dilemma" du entscheiden würdest, als regierungsmitglied, wenn terroristen irgendwo 40 geiseln (aus deinem land) genommen hätten.

odin hat gesagt…

Ich hätte so gehandelt wie die Deutschen 1977. Für Leute die sich in solche Risikoländer begeben würde ich ohnehin grösste Zurückhaltung üben. Schon seit einigen Jahren weiss man das Gaddafi unschuldige Ausländer festhält um westliche Länder zu erpressen, bzw. seine Ehre wieder herzustellen. Es ist also absehbar das man mit einem Entgegenkommen die eigene Freiheit und Rechtsstaatlichkeit bescheidet. Wer in der Privatwirtschaft mit Despoten und/oder in Entführungsländern geschäftet, soll gefälligst auch die Risiken mittragen. Unsere Demokratie darf man deswegen nicht über den Haufen werfen.

Entweder respektiert man den Rechststaat oder dann eben nicht. Etwas dazwischen und ein " ja aber " gibt es nicht. Dessen musst du dir einfach bewusst sein. Und das die beiden Geiseln immer noch in Tripolis sind ist auch kein gutes Zeichen.

Hannibal Gaddafi wird unterdessen auch von seinen Leibwächtern schwer belastet. Meiner Meinung nach muss die Geschichte stimmen. Die Leibwächter würden mit einer Lüge wohl kaum ihre Jobs so riskieren. Wer diesen Vertrag begrüsst, unterstützt so auch diese Misshandlungen, weil eben dieser Vertrag den Anschein erweckt,als ob diese Misshandlungen nicht stattfanden. Es wurde ja auch eben diese unverständliche Entschuldigung ausgesprochen.

Wer meint mit Verträgen ein positives Einvernehmen mit Gaddafi zu erreichen ist im höchsten Grade naiv und saudumm. Dafür das Süditalien ( derzeit) nicht mehr mit Bootsflüchtlingen überschwemmt wird zahlt Italien einen sehr hohen Preis. Italien wurde hier nämlich auch von Gaddafi erpresst, weil dieser schon lange die Bootsflüchtlinge hätte aufhalten können. Bei der nächsten Ehrverletzung oder Geldgier wird dann Gaddafi wieder die Bootflüchtlinge auslaufen lassen. Das gleiche Schicksal ereilt uns wenn wir nochmals einen Libyer zurechtweisen der unsere Gesetze missachtet. Selbst dann wenn gegen den mutmaßlichen Delinquenten eine Anzeige vorliegt. Wer den Revolutionsführer kennt der weiss das dieser Wüstensohn sehr launisch und unberechenbar agiert.

Lupe hat gesagt…

dass merz oft naiv und dümmlich agiert, dass wissen wir ja bereits seit der bankenkrise.

freilassen wird der diktator die geiseln offiziell am 40. jahrestag seiner machtübernahme, also am 1. september. damit kann er seine macht und "grosszügigkeit" demonstrieren.

odin hat gesagt…

Deine Ausführungen werden so aber nicht plausibler. Warten wir mal ab. An der Erpesslichkeit und Naivität der offiziellen Schweiz ändert sich aber nichts. Ebenso nichtd an der traurigen Tatsache, dass der Schweizer Rechtsstaat unterdessen so löchrig ist wie ein Emmentaler Käse.

Titus hat gesagt…

@ Lupe
Wechsel zu WordPress ;-)

kikri hat gesagt…

Wieviel hält jemand von rechtsstaatlichen Verfahren, der sich dafür entschuldig?

Ist eder Rechtsstaat für Hr. Merz ein Hindernis, sogar ein Ärgernis für seine spontane, gut gemeinte Aktionen?
Gut gemeint, deppert gemacht.

Ist ihm eine Diktatur lieber?
Danke, lieber Her Bundespräsident, genau so einen Minister brauchen wir.
Der Kanzler Helmut Schmidt hat es (bez. RAF)richtig gesagt: Wir lessen uns nicht erpressen.

Odin, du hast 100% Recht:
Wer sich einmal erpressen lässt wird immer wieder erpresst.

es herrscht heutzutage eh eine "ich entschuldige mich"-Mentalität.
Für wohlüberlegte Aussagen hat sich niemand zu entschuldigen, egal wie gross das Geschrei der sich betupft Fühlenden ist.

Überlegt, was ihr sagt und steht dazu.

Eine verdammte, verfluchte Schleimscheisser und Archkriecher-Regierung, die wir heute haben.

at Lupe
Wo siehst du das Dilemma wenn die Rechtsataatlichkeit gegen 2 mutmassliche Menschenleben steht?
Für mich ist es eindeutig:
Der Rchtsstaat ist ein lange und verlustreich erkämpfe Einrichtung. Sie darf nicht wegen 2 Personen in Frage gestellt werden.
Oder wollen wir die Kämpfer für dieses recht verhöhnen? (Eurer Kampf und eure Aufopferung inkl. Menschenleben ist für uns nichts Wert)

Mein Wunsch: Am 1. September zieht Hr. Merz die Konsequez aus seiner gagoiden Aktion und tritt zurück.
Eine halbe Stunde später besteigen die 2 Geiseln ein Flugzeug und kehren in die Schweiz zurück.

lupe hat gesagt…

ist eigentlich allse schon mindestens einmal gesagt worden.

odin hat gesagt…

Das ist halt so in einem Politforum, wenn jemand eine Meinung bekundet, die mit der Meinung eines anderen Users deckungsgleich ist. Stattdessen warten wir noch immer auf bessere Argumente von dir.

Lupe hat gesagt…

"... warten wir .."

du? wir? deckungsgleiche personalunion? oder ...
:-)

odin hat gesagt…

Das sind ja keine Argumente die du hier posaunst. Wie reagierst du bei den nächsten derartigen Krisen, die noch zahlreicher auftreten werden, wenn wir weiter so handeln wie wir gehandelt haben?? Komm sag es uns bitte!!

Bei der nächsten Geiselnahme von Schweizern in so einem Land ist deine Haltung eine Vogelstrauss-Politik. Du glaubst ja nicht ernsthaft, dass mit der Schaffung von Präzedenzfällen und dem Rechtsbruch die Schweiz das kleinere Übel nimmt. Mit kurzfristigen Denken und mit dem Motto " der Zweck heilig die Mittel " ist hier bestenfalls ein Phyrrussieg erreicht.

Möchtest du aber das bei der nächsten derartigen Geiselnahme nochmals und noch stärker Schweizer Gesetze missachtet werden? Möchtest du das Despotensöhne juristisch besser gestellt werden als andere Bürger?? Möchtest du Grosskonzerne und deren Mitarbeiter in Despotenstaaten geschäften und die Schweiz für deren Sicherheit bürgen muss?? Und zudem können dann bei der nächsten Geiselnahme noch ganz andere Forderungen an uns gestellt werden!

Mit deiner Haltung jedenfalls vertrittst du genau diese Standpunkte. Logisches Denken und der Blick in die Zukunft sind dir fremd.

P.S Ich denke mal das dir die Satire näher liegt als politische Zusammenhänge zu erkennen und zu politisieren.

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