24.05.2010

Brisantes Köhler-Interview: Dem Deutschlandfunk war es zu heiss, wir bringen es (Update)

(letzte aktualisierung: 1. juni 2010).
da nimmt der deutschlandfunk (deutschland-radio) auf dem rückflug aus afghanistan mit dem deutschen bundespräsidenten horst köhler ein interview auf, das höchst brisante aussagen enthält, die den bundespräsidenten zum rücktritt zwingen könnten. der dlf (staatssender?) veröffentlicht den beitrag, kriegte dann kalte füsse und versteckte das interview panikartig auf irgend einer archiv-unterseite.  wir nicht, wir bringen es prominent und in der originalversion.


warum reagierte der deutschlandfunk auf diese art? warum stand auf der hauptnachrichtenseite nur noch eine rudimentäre zusammenfassung ohne link zum ganzen interview?  wurde der sender von horst köhler oder der regierung unter druck gesetzt, weil  nachträglich bemerkt wurde, welch brisante aussagen köhler machte?

was der bundespräsident sagte
: horst köhler spricht sich im interview klar dafür aus, dass es um jeden preis gelte, die wirtschaftlichen interessen deutschlands zu verteidigen, notfalls mit militärischen einsätzen. es sei klar, dass diese kriegerischen zustände auch tote zur folge haben können und sogar noch mit weiteren toten zu rechnen sei. indirekt gibt er via seiner kriegsrhetorik auch zu verstehen, dass er arbeitsplätze in deutschland mittels kampfeinsätzen überall in der welt verteidigen würde.

das audiofile des originalinterviews will ich euch nicht vorenthalten. musste es allerdings in einen youtube-film packen, da sich via blogger keine audiofiles hochladen lassen. die interessantesten passagen findet ihr in textform gleich unterhalb des tondokus:


die wichtigsten (unzensierten) passagen in textform:
Ricke: In der politischen Debatte wird auch darüber nachgedacht, ob das Mandat, das die Bundeswehr in Afghanistan hat, ausreicht. Brauchen wir ein klares Bekenntnis zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung und vielleicht auch einen neuen politischen Diskurs?
Köhler: Nein, wir brauchen einen politischen Diskurs in der Gesellschaft, wie es kommt, dass Respekt und Anerkennung zum Teil doch zu vermissen sind, obwohl die Soldaten so eine gute Arbeit machen. Wir brauchen den Diskurs weiter, wie wir sozusagen in Afghanistan das hinkriegen, dass auf der einen Seite riesige Aufgaben da sind des zivilen Aufbaus, gleichzeitig das Militär aber nicht alles selber machen kann, wie wir das vereinbaren mit der Erwartung der Bevölkerung auf einen raschen Abzug der Truppen. Und aus meiner Einschätzung ist es wirklich so:Wir kämpfen dort auch für unsere Sicherheit in Deutschland. Wir kämpfen dort im Bündnis mit Alliierten auf der Basis eines Mandats der Vereinten Nationen. Alles das heißt, wir haben Verantwortung. Ich finde es in Ordnung, wenn wir in Deutschland darüber auch immmer wieder skeptisch und mit Fragezeichen debatiert wird. Meine Einschätzung ist aber dass wir insgesamt auf dem Wege sind doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen dass ein Land unserer Größe, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.
Ricke: Muss sich Deutschland daran gewöhnen, dass Soldaten die in einem bewaffneten Konflikt stehen, manche nennen es einen Krieg, auhch Tot aus den Einsätzen nach Deutschland zurück kommen?
Köhler: Wir haben ja leider diese traurige Erfahrung gemacht dass Soldaten gefallen sind und niemand kann ausschliessen, das wir auch weitere Verluste irgendwann beklagen müssen. Ich habe mich davon überzeugen können in Masar-i-Scharif, dass von der militärischen Führung wirklich jegliche Professionalität und Gewissenhaftigkeit, sowohl in der Frage der Ausbildung als auch der Ausrüstungsbedürfnisse, vorhanden ist. Aber es wird wieder Todesfälle geben. Nicht nur bei Soldaten, möglicherweise auch durch Unfall bei zivilen Aufbauhelfern. Das ist die Realität unseres Lebens heute.
Man muss auch, um diesen Preis, seine Interessen wahren. Mir fällt es schwer das so zu sagen, aber ich halte es für unvermeidlich dass wir dieser Realität ins Auge blicken. Deshalb halte ich es auch nach der Diskussion über den Begriff Krieg oder kriegsähnlichen Zustand oder bewaffneter Konflikt für ganz normal, wenn die Soldaten in Afghanistan von Krieg sprechen und ich habe es auch für normal gehalten, dass ich auch in den Gesprächen dann nicht eine verkünstelte andere Formulierung gewählt
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nachtrag, 25. mai 2010, 17:30 uhr: 
beitrag über köhler-interview löste (re)aktion aus: Strafanzeige gegen Bundespräsident Horst Köhler eingereicht  wegen Verstoßes gegen Art. 26 Abs. 1, i.V.m. Art. 56 sowie 59 Abs. 1 GG

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nachtrag 2, 26. mai 2010, 23 uhr, reaktionen: es ist erschreckend, wie selbst tage nach dem entlarvenden köhler-interview, die massenmedien dessen unglaubliche aussagen kaum aufnehmen. wenn es eine zeitung mehr oder minder detailliert tat (süddeutsche),  dann ohne den bundespräsidenten dafür gross zu kritisieren, eine richtigstellung oder gar den rücktritt köhlers zu verlangen. dafür lösten köhlers aussagen im web 2.0 eine erhebliche resonanz aus. die beiträge auf verschiedenen blogs wurden verlinkt oder via twitter und facebook rasch verbreitet. alleine die beiden beiträge im lupe-blog erzielten bereits einige tausend besucher, ebenso die Youtube-Seite mit Köhlers Originalinterview. Dexters Aufruf, Strafanzeigen zu verschicken (link siehe nachtrag 1)  hat inzwischen wohl die 6000er grenze überschritten. 
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nachtrag 3: 27. Mai 2010
Regierung reagiert: CDU verteidigt Köhler-Interview: "Alles nur ein Missverständnis"
wie war das doch vor ein paar Monaten: Köhler singt in der Öffentlichkeit "Deutschland, Deutschland, ..."
erst jetzt, wie der letzte schnee, berichten "spiegel", "welt online" und co über die skandalösen äusserungen und verkaufen dies selbstverständlich als exklusiv-meldung. ich verzichte darum auf ein verlinken auf diese quellen.   
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nachtrag 31. mai 2010: köhler tritt zurück
wortlaut der rücktrittserklärung: 

«Meine Äusserungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestossen. Ich bedauere, dass meine Äusserungen in einer für unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu Missverständnissen führen konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.
Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten - mit sofortiger Wirkung. Ich danke den vielen Menschen in Deutschland, die mir Vertrauen entgegengebracht und meine Arbeit unterstützt haben. Ich bitte sie um Verständnis für meine Entscheidung.
Verfassungsgemäss werden nun die Befugnisse des Bundespräsidenten durch den Präsidenten des Bundesrates wahrgenommen. Ich habe Herrn Bürgermeister Böhrnsen über meine Entscheidung telefonisch unterrichtet, desgleichen den Herrn Präsidenten des Deutschen Bundestages, die Frau Bundeskanzlerin, den Herrn Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts und den Herrn Vizekanzler.
Es war mir eine Ehre, Deutschland als Bundespräsident zu dienen.»
...
nachtrag 1. juni 2010 - die interview-affaire im blog-rückspiegel: "Köhler weggebloggt" (die Rolle der Blogger im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Bundespräsidenten) 
diverse links zu blogartikeln, die die affaire lange vor den klassischen medien an die öffentlichkeit zehrten. dazu erste medienberichte, die den bloggern eine nicht unerhebliche rolle beim rücktritt des bundespräsidenten  beimessen.  

.........

vielen dank an "fathermorgana", der mich via email auf das interview aufmerksam machte, und mir einige hintergrundinfos für den beitrag lieferte. 

Kommentare:

second.thoughts hat gesagt…

danke für diesen beitrag !!
wir sind also schon wieder soweit : am deutschen wesen soll die welt genesen ....
ganz fürchterlich , bei diesem militaristischen geschwätz , schämt man sich deutscher zu sein ....

Fathermorgana hat gesagt…

Das was ich am schlimmsten finde, das ist dass der Deutschlandfunk/Deutschlandradio im nachhinein den Rotstift angesetzt hat. Gerade diese Meldung hätte ungekürzt bei dem öffentlich Rechtlichen Sender veröffentlicht bleiben müssen. Gerade dieser Sender sollte für unabhängige Berichterstattung sorgen und genau solche Tendenzen in der Politik und im repräsentativen Bereich Deutschlands nicht zensieren.
Hier hat sich die fiese Fratze der Wirtschaftsbosse kurz gezeigt, welche in Deutschen Führungsriegen wieder vorherrscht. Und hier hat sich gezeigt, dass dies durch die Medien wieder gestützt und gedeckt wird.

Hauptsache: "Millionen stehen hinter mir."

Auch ich schäme mich, ein Deutscher zu sein!

Satireklaus hat gesagt…

Oh man unser armer Bundespräsident. Hat er sich mal vertan. Aber das machen andere Politiker doch auch schon regelmäßig.

Fathermorgana hat gesagt…

Horst Köhler ist kein Politiker. Er kommt aus der Wirtschaft und bekleidet das höchste Amt der Bundesrepublik Deutschland und Repräsentiert die Bundesrepublik in der ganzen Welt. Alles was der Bundespräsident in Interviews sagt ist von sich gibt spiegelt die Bundesrepublik. Das herunter zu spielen ist ähnlich wie so etwas auszusprechen!
Deutschland soll Krieg in der ganzen Welt führen, für die Arbeitsplätze in Deutschland. ...oooch, das hat er nicht so gemeint....Kopf runter, weiterackern. Bloß nicht hinschauen, davon wird man Blind und kriegt krumme Finger.

Aphorismenpflug hat gesagt…

Ich weiß nicht, was mir lieber ist: Heuchelei oder diese Form der Aufrichtigkeit? Der Heuchler zollt der Menschlichkeit mit seiner Heuchelei immerhin noch Minimaltribut.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

beim ersten mal hören fand ich die äusserungen gar nicht so schlimm. denn wer soldaten in ein kriegsgebiet schickt und nachher meint, es könnte keine toten geben, der ist (oder war) lange zeit blauäugig.

hört man dann aber ein zweites mal genauer hin oder liest die mitschrift, so sind die zusammenhänge, die köhler zwischen wirtschaftlichen interessen und kriegshandlungen herstellt erschreckend.

lieber aphorismenpflug: heucheln soll er nicht, aber wenn das seine wahren begründungen für "notfalls militärische einsätze" sind, dann ist köhler an der falschen stelle, was viele ja schon lange sagen.

würde mich nicht wundern, wenn nun die diskussion um köhlers rücktritt losginge. zu recht, wenn er sich über auslandeinsätze so äussert.

Laevus Dexter hat gesagt…

Hallo liebe Leute,

ich habe eine Strafanzeige gegen unseren Bundeshorst erstellt und erstattet.

Lesbar und als PDF-Download unter http://bundeshorst.wordpress.com

Bitte weitergeben. Danke :-)

Laevus Dexter

second.thoughts hat gesagt…

@ laevus dexter : thumbs up !!!

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

hallo laevus:

super, ich machte soeben via twitter auf deine aktion aufmerksam. werde noch einen link zu dir im blogbeitrag anbringen.

über einen gegenlink auf deiner aktions-seite würde ich mich auch freuen :-)

Laevus Dexter hat gesagt…

mach ich

Zeitgeist Explorateur hat gesagt…

Die Behauptung, Deutschlandfunk habe sich selbst zensiert, ist falsch:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/drk_20100522_0751_c6f918db.mp3
http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2010/05/22/dlf_20100522_1200_e7a8ccd7.mp3
http://www.dradio.de/nachrichten/201005221200/1

Liebe Lupe: Bitte korrigiere Deine Aussage darüber.

Minimurkel hat gesagt…

DPA-Meldung vom 22.05.2010 - hilft vielleicht beim sortieren:
(Quelle: NORDKURIER)

Teil 1: Kurzmitteilung

Köhler spricht indirekt von Krieg

MASAR-I-SCHARIF (DPA). Bundespräsident Horst Köhler hat sich bei einem überraschenden Kurzbesuch der Bundeswehr in Afghanistan hinter deren Einsatz gestellt und diesen indirekt als Krieg bezeichnet. Nach einem Ge- spräch mit deutschen Soldaten sagte er am Freitag im Feldlager Masar-i-Sharif: „Hier, finde ich, fühlen die Soldaten weitgehend, es ist ein Krieg. Und dem werde ich nicht widersprechen.“ Während der gut zweistündigen Visite, für die Köhler seine Rückreise von der Weltausstellung in Shanghai unterbrach, sagte er den Soldaten: „Ihr Einsatz ist schwer und gefährlich, aber er ist richtig und legitim.“ Der Besuch war aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt worden.
Erstmals während des zunehmend gefährlicher werdenden Einsatzes, den der Bundestag im Dezember 2001 beschlossen hatte, besuchte ein deutsches Staatsoberhaupt in Afghanistan stationierte Soldaten. Köhler, der von seiner Frau Eva Luise begleitet wurde, drückte den Soldaten seine Hochachtung und seinen Respekt aus
BERICHT SEITE 7 (siehe Teil 2)

Minimurkel hat gesagt…

DPA-Meldung vom 22.05.2010
(Quelle: NORDKURIER)

Teil 2: Bericht

Horst Köhlers Afghanistan-Coup

TRUPPENBESUCH Erstmals nach 40 Jahren reist ein deutsches Staatsober- haupt nach Afghanistan. Dort stärkt der Bundespräsident den deutschen Soldaten den Rücken.
VON CAN MEREY UND FRANK RAFALSKI, DPA

MASAR-I-SCHARIF. „Ihr Einsatz ist schwer und gefährlich, aber er ist richtig und legitim.“ Demonstrativ stärkte Bundespräsident Horst Köhler den deutschen Soldaten in Afghanistan gestern bei einem überraschenden Truppenbesuch den Rücken. Die Soldaten hätten gelobt, ihrem Land treu und tapfer zu dienen, sagte er im deutschen Feldlager Ma- sar-i-Scharif und fügte mit Hochachtung hinzu: „Genau das tun Sie hier in Afghanistan.“ Die Anerkennung des Staatsoberhauptes dürfte der Truppe in Afghanistan gut getan haben.
Der Besuch, der lange vorbereitet worden war, kam wohl genau zum richtigen Zeitpunkt. Am Karfreitag waren bei schweren Gefechten in der Nähe des deutschen Feldlagers Kundus drei Soldaten getötet worden. Zwei Wochen später fielen weitere vier Soldaten bei Angriffen der radikal-islamischen Taliban in der Provinz Baghlan. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) machten anschließend deutlich, dass es sich um eine neue Qualität der militärischen Auseinandersetzung in Afghanistan handele. Guttenberg sprach ohne die bis dahin üblichen Umschweife von Krieg.
Köhler folgte nun diesem Sprachduktus: „Hier, finde ich, fühlen die Soldaten weitgehend, es ist ein Krieg. Und dem werde ich nicht widersprechen.“
Nach dem Tod dieser Kameraden wurde die Debatte um mangelnde Anerkennung der Soldaten im Einsatz sowohl in der Truppe als auch in der Politik immer lauter. Köhler zeigte sich zufrieden darüber, dass in Deutschland inzwischen intensiv über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan diskutiert werde. „Das war zu lange ein Thema hauptsächlich nur für Experten oder für die Bundeswehr selbst.“
Der Besuch des Bundespräsidenten könnte dazu beitragen, dass aus dem von ihm vor einem knappen Jahr noch beklagten „freundlichen Desinteresse“ an dem Einsatz nach acht Jahren doch noch ein „sorgenvolles Interesse“ wird.
Die Bundeswehr – im Jahr 2002 angetreten, um den Wiederaufbau abzusichern – ist immer tiefer in dem eskalierenden Konflikt versunken. Am Hindukusch droht der gigantische Kraftakt der Staatengemeinschaft zu scheitern. Längst haben die radikal- islamischen Taliban den Aufstand auch in den Norden Afghanistans und damit zur Bundeswehr getragen.
In der Heimat wächst der Widerstand gegen den Einsatz stetig. Inzwischen spricht sich in Umfragen eine deutliche Mehrheit für einen Abzug der Truppe aus. Der Einsatz ist das mit Abstand umstrittenste außenpolitische Projekt der Bundesregierung.
Köhler hatte sich bisher mit Äußerungen dazu eher zurückgehalten. Jetzt hat er nicht nur den Soldaten den Rücken gestärkt, sondern auch klar Position im Sinne der Bundesregierung bezogen.
Die Visite des Staatsoberhaupts bei den Soldaten in Afghanistan hat sicherlich eine historische Dimension. Sie könnte aber auch den angenehmen Nebeneffekt haben, für Köhlers zweite Amtszeit den erhofften neuen Impuls zu geben.

So - nun das Ganze in Zusammenhang mit dem Interview setzten und Rückschlüsse ziehen ;-)

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

at minimurkel:
"einen zusammenhang herstellen"

tatsächlich höchst erschreckend, wenn man die medienberichterstattungen über den köhlerausflug vergleicht. fast schon beängstigend, wie auch tage nach dem entlarvenden köhler-interview gewisse medien, dessen aussagen totschweigen.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

at zeitgeist explorateur:

du hast recht, allerdings sind diese mp3-files relativ gut "versteckt", und auf der nachrichtenquelle, die du als letzten link aufführst (zusammenfassung des interviews) ist kein link zu einer abschrift oder einem audiofile zu finden, was doch normalerweise üblich wäre. oder sehe ich diese links einfach nicht?

erstaunlich: via deutschlandfunk (dradio.de) findet sich nach einigem suchen nun plötzlich die ganze abschrift (korrigierte version) des interviews wieder:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1188780/

Omar hat gesagt…

Ruprecht Polenz behauptet nun im dradio, Horst Köhler habe sich "missverständlich" ausgedrückt!! Das war eigentlich überhaupt missverständlich..

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1190941/

Frank Barknecht hat gesagt…

Im Deutschlandradio wurden aus Quellmaterial von fast 8 Minuten Länge zwei Sendefassungen erstellt, eine für den Deutschlandfunk in Köln (4:49), eine für das Schwesterprogramm Deutschlandradio Kultur (5:15). Schriftlich lag ursprünglich nur die Kölner Fassung vor, als MP3 lagen seit Ausstrahlung beide Sendefassungen vor.

Inzwischen haben wir auch das nicht gesendete Quellmaterial unter www.dradio.de abrufbar gemacht. Text + MP3: http://www.dradio.de/aktuell/1191138/

Fathermorgana hat gesagt…

@Frank Barknecht...
Wer ist denn WIR?

almabu hat gesagt…

Mensch Lupe!
Musste das sein? Jetzt ist er zurückgetreten, der Bundeshorsti, was machen wir jetzt?
Wenn jetzt der Köhler Rentner, die Merkel Köhler und der Koch Merkel wird, dann bin ich aber echt sauer auf Dich!

Laevus Dexter hat gesagt…

STRIKE!

Fathermorgana hat gesagt…

Und nun ist er wech. War zwar alles nicht so gemeint gewesen, aber wir, die das alles falsch verstanden haben, sind nun die bösen Spielverderber.

Einsicht zeigen und dem Volk für die Aufmerksamkeit danken...Fehlanzeige.

Einsicht zeigen und sich dafür zu Entschuldigen, dass er zu Krieg aufgrund wirtschaftlicher Interessen aufruft...Fehlanzeige.

Wir wissen zwar nicht, was nun kommen wird. Aber so etwas ist als Präsident unhaltbar gewesen.

Gut zu spüren, dass wir als Einwohner Deutschlands doch noch etwas bewirken können. Und sei es nur die Augen anderer zu öffnen, welche dann richtig Radau und Druck machen können.

Laevus Dexter hat gesagt…

Graswurzel-Volksabstimmung JETZT! VOTE! MARGOT KÄẞMANN FOR PRESIDENT!

Abenteuer Studium hat gesagt…

Der Deutschlandfunk versteckte es nicht in irgendeiner Archivseite und war auch ungekürzt leicht zu finden.
Also, vielleicht sucht man lieber zwei Sekunden mit Google, Suchbegriffe: "Horst Köhler Interview Deutschlandfunk", anstatt sich sofort an einer Unterstellung zu vergreifen.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

at studium abenteuer:

ich sage ja gar nicht, das interview sei nicht freigeschaltet gewesen, aber es war gut versteckt.
wäre es normal verlaufen, so wäre zumindest auf der frontseite nach der zusammenfassung ein link zum ganzen interview gesetzt worden. es war aber nicht einmal ein hinweis da, dass man es finden konnte, oder wo es denn steht.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

aha, plötzlich merken diverse klassische medien, dass es blogger waren, die den köhler - interview - stein ins rollen brachten. jede zeitung brachte wieder andere blogger als beispiele.
die blogger haben also doch eine nicht vernachlässigbare macht, wenn sie am gleichen strick ziehen.

Fathermorgana hat gesagt…

Ich hoffe nur, dass unsere neu gewonnen Freiheit und Bloggerszene nun keinen Höhenflug bekommt. Ich hoffe dass wir nun alle einfach mal wieder Demokratie da anpacken können, wo sie eigentlich her kommt...vom Demokrit.
Ich hoffe nicht, dass die Bloggerszene nun anfangen wird sich ebenfalls über dem Volk zu fühlen und sich abzuheben.

Ich Liebe diese neu enstandene Bewegung! Sie erinnert mich an 1989, als ich zusammen mit anderen Leuten in Menschenketten der DDR-Staatssicherheit gegenüber gestanden haben und wir von deren Schäferhunden angefallen wurden.

Ich fühle mich in genau der selben Aufbruchstimmung und in genau denselben Thematiken verhaftet, wie wir es damals waren. In der DDR haben wir es in versteckten Hinterzimmern diskutiert...heute können wir es im Internet tun. Schäuble war nicht schnell genug. Doch strecken Schäuble und seine Konsorten ihre Finger schon nach genau den gleichen Blockade dieser Meinungsäußerungen aus. Genau wie die DDR-Staatssicherheit, damals.
Denen ist es nicht gelungen, die Meinung der Bürger aufzuhalten...der jetzigen Regierung wird es auch nicht gelingen.

Wir leben in diesem Land. Wir möchten auch weiter hier leben!

Wir dürfen gespannt sein, was in der nächsten Zeit passieren wird.

mjb4 hat gesagt…

Also man muss ihm Erlich zugestehen er hat nicht gesagt das dieser Krieg für Wirtschaft geführt wird, er hat doch nur gesagt das Freie Handelswege gesichert werden müssen. Was sehr richtig ist, zwar hat Deutschland vielleicht auch ein Vorteil davon, aber diese, meist gesponserte, Ware ist gerade für Afghanen von Vorteil.
Zusätzlich kommt hinzu das er eigentlich eine neue Afghanistanstrategie einleiten wollte, die dank seiner Fähigkeiten natürlich scheitern musste!
Jedoch wäre es prinzipiell nicht dumm darüber nachzudenken die Truppen in Afghanistan zu halten auf mehrere Jahrzehnte, bis dieser Staat funktioniert. Man sollte dabei bedenken das der Deutsche Staat bis zum Natodoppelbeschluss noch mit Truppen besetzt war die sogar Befugnisse hatten.
Afghanistan hatte immerhin 30 Jahre Bürgerkrieg, der durch die UdSSR, die USA und die Briten ausgelöst wurde. Man sollte also einmal Verantwortung für sein Handeln übernehmen und kein Instabiles Afghanistan zurücklassen.
Alles das wollte Köhler wahrscheinlich nach und nach einfließen lassen, er ist jedoch gescheitert.

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