25.07.2009

Wahlboykott-Video verwirrt Deutschland (Wenn Satire nicht verstanden wird)

seit einigen tagen gibt es massive proteste wegen eines satire-videos, in dem prominente deutsche vor fast einer woche zum wahlboykott in deutschland aufriefen. für alle, die es noch nicht sahen, hier das video:

viele leute verstanden die ironie schlicht nicht, wie u.a. heise heute berichtet. nächsten dienstag soll die auflösung in form eines zweiten videos aufgeschaltet werden. vielleicht müsste man halt noch ein wenig dicker auftragen, damit all die ironie verstanden wird, denn politikverdrossenheit ist inzwischen so weit verbreitet, dass die aussagen der video-darsteller zu glaubwürdig sind.
......
blogbeiträge zu diesem video bei
basic thinking, isinesunshine, verbaldurchfall, change germany,
wahlen in deutschland:
Wahlkampfgeplänkel – Ein Sommermärchen
Helft Merkel !
Bundestagswahl: Wahlplakate selber machen
Supermuttis Leiterchen: G8
Frank N. Stein-Meier hat eine Chance, ... mit Annemarie Eigelb

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das Problem an dieser missglückten Satire ist, dass versucht wird, den übrigens sehr gelungen, "five friends" Spot aus den USA zu imitieren.
Leider scheitert die Umsetzung daran, dass zum einen vergessen wurde, den subtilien Hinweis "If you don't care about it, don't vote" einzustreuen, und zum anderen die im Clip agierenden "Prominenten" die gängigen Nichtwählerstereotypen unfreiwillig widerspiegeln. Nette Idee, missglückte Umsetzung. Schade.

Titus hat gesagt…

Genau, denn einmal mehr versucht man ziemlich missglückt eine Idee aus den USA zu kopieren. Hier das originelle Original (wovon es mehrere Versionen gibt):
http://www.youtube.com/watch?v=Bo_iExUsQWE

Bätschman hat gesagt…

Ich habe mir den deutschen und die zwei US-Version (Youtube) angeschaut und muss mich da meinen zwei Vorrednern anschliessen. Die Idee ist sehr gut aber leider schlecht adaptiert. Aber warum? Meiner Meinung nach gibt es gravierende Unterschiede, die zum einen den US-Spot als Satire deutlich erkennen lassen und zum anderen den Zuschauer zum nachdenken anregen. Was mir aufgefallen ist, ist das in der US-Version zwar immer gesagt wird, dass man nicht wählen soll, aber dann doch immer wieder Schlagwörter wie Gesundheitssystem, Waffen, Umweltschutz usw. angesprochen werden. Es werden also konkrete Ideen und Probleme beim Namen genannt um dann beim Zuschauer eine Reaktion auszulösen. Die deutsche Version bleibt sehr abstrakt und ungenau. Und genau da geht die Idee flöten. Denn der deutsche Spot unterstützt faqst schon das denken der Nichtwähler. "Die machen ihr Ding und wir wir unser Ding" ist genau das Denken vieler Nichtwähler. Aber es werden keine alternativen Handlungskonzepte oder direkte Probleme benannt. So kann sich der Zuschauer meiner Meinung nach im Spot nicht wiederfinden. Würde man die Probleme, wie in der US-Version, beim Namen nennen, könnte man den Zuschauer sicherlich besser abholen.

Am Ende bleibt zu sagen, dass die Idee mutig aber eben nicht mutig genug war. Mehr Frechheit wäre nötig gewesen. Man hätte den Zuschauer wie einen Hund mit der Nase in die Probleme tauchen müssen damit es richtig rüber kommt und sich auch jeder angesprochen fühlt.

P.S.: Ich gehe natürlich wählen!

mfg Bätschman

Anonym hat gesagt…

Der Pfadfinder:

Nicht zur Wahl gehen ist KEINE LÖSUNG.

DIE LÖSUNG ist, die Legitimation entziehen!
Geht nicht? Geht doch, nur Du weisst es "noch" nicht!

Hier die Marschroute.

1. Zur Wahl gehen
2. Einen Wahlzettel ungültig zu machen und den zweiten mitnehmen (als Beweis der Ungültigkeit)
3. WerbeGag mitmachen und eine neue Staatsangehörigkeit bestellen (keine Angst, Deine gegenwärtige kannst Du nicht verlieren)

Wo bekomme ich die Unterlagen und wo finde ich Information?
http://www.aktion-kehrwoche.com/wp


Die drei schlimmsten Übel sind: Dummheit, Ignoranz und Feigheit - höre auch mal auf den Bauch, der weiss oft mehr als der Kopf ;-)

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