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04.03.2012

"Tweet des Tages" wegen Twitter-Deppen eingestellt




die zeitung "welt-kompakt" stellt die rubrik "tweet des tages" ein, weil ein paar twitterer mit rechtlichen schritten gegen das zitieren ihrer tweets vorgehen wollen. droht "blick" oder "der sonntag" das gleiche schicksal?

da gibt es tatsächlich ein paar twitter-deppen (sorry für diesen kraftausdruck), die twitter schlicht nicht verstanden haben. eine der wichtigsten funktionen bei twitter ist das retweeten (rt). wem ein tweet (kurznachricht) gefällt, der retweetet sie und verbreitet sie so via zitieren weiter. dabei ist der twittername des ursprünglichen twitterers klar ersichtlich.
praktisch genau diesen vorgang wollen nun ein paar twitterer rechtlich verbieten. sie wollen nicht, dass zeitungen wie "der sonntag" oder "welt-kompakt" ihre tweets mit nennung des twitternamens in sogenannten "tweet des tages" oder "tweets der woche" zitieren.
welt-kompakt begründet ausführlich, warum sie die beliebte rubrik einstellt.

meine meinung dazu:
auch wenn die rechtliche lage nicht ganz klar ist: jene, die gegen diese zeitungen rechtlich vorgehen, sollten aufhören zu twittern. sie haben twitter schlicht nicht verstanden. wer twittert, weiss, dass die ganze welt seine tweets lesen kann. wer twittert, der weiss auch, dass seine tweets, sofern sie gut sind, von jedem retweetet (zitiert) werden können.
was mich stört, ist, wenn zeitungen zu aktuellen themen tweets zitieren, ohne den twitternamen des erfinders zu erwähnen. ebenfalls ein no-go bezüglich urheberrecht wäre es, wenn ein verlag ein "best of tweets" buch herausgeben würde, ohne die zitierten twitterer in geeigneter form einzubeziehen. wer sich aber dagegen wehrt, dass eine zeitung einzelne tweets zitiert, der hat den sinn von twitter nicht verstanden.

für mich schwer nachvollziehbar, wenn jemand etwas dagegen hat, dass eigene tweets in einer zeitung unter nennung des twitternamens zitiert werden. im gegenteil, wenn journalisten lust dazu verspüren, dann findet man hier material dazu: @satirelupe
;-)

update: 5.3.2011. nun wird vermutet, dass welt-kompakt die story um die klagenden twitterer schlicht erfunden hat, um einen grund (schuldigen) zu haben, damit man die rubrik "tweet des tages" rechtzeitig vor dem deal mit der regierungskoalition um die leistungsschutzrechte streichen kann.

22.11.2011

Sind sie ein Promi? Hatten Sie ein Sex-Problem? BLICK hilft

"hatten sie eine sex-vergangenheit? ein alkoholproblem? ... kommen sie zu uns auf den sonntagsblick-beichtstuhl"

der sonntagsblick bietet seit der letzten ausgabe eine pr-hilfe für politiker mit wunden punkten in ihrer vergangenheit an:

Uneigennützige BLICK-Hilfe für Promis

wer wisse, dass er in seiner biografie eine stelle aufweise, die eh irgendwann auskommen werde, solle diese offensiv vermarkten. dann können man diese punkte in der öffentlichkeit so darstellen, wie man es selbst wünsche, man müsse nicht agieren und richtigstellen.

bereits zwei politiker machten in der letzten ausgabe davon gebrauch: nationalrat und präsident der grünen-partei, martin bäumle:

zum Geburtstag ins Table-Dance-Lokal eingeladen

sowie der zuger svp-baudirektor und bundesratskandidat heinz tännler. er verrät, dass ihm mal wegen alkohol am steuer der führerausweis entzogen wurde und dass er von seiner frau getrennt lebt:

Tännler: "Ja, ich bin betrunkgen Auto gefahren"

bäumle verriet sogar, dass er der table-dancerin nach dem ersten besuch seine nationalrats-visitenkarte gegeben habe, selbstverständlich nur, um ganz offen und transparent zu sein, nicht etwa um anzugeben.

die offensivstrategie wirkt: bäumle kriegte vom chefredaktoren einen vor mitgefühl triefenden, lieben, netten kommentar im sonntagsblick-editorial

wer wird wohl der nächste sein, der sich zu dunklen punkten in seiner vergangenheit äussert?

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frühere artikel über medien:
Die TagesWoche und andere dümmliche Zeitungstitel
Rechts-Rutsch bei den Printmedien
Anti-BILD-Werbespots