13.02.2008

Couchepin: "Ihr könnt mich entschuldigen, wenn ihr wollt. Selbst mache ich es nicht."

die fdp kriegt ihren bundesrat doch nicht so ganz in den griff.
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hintergründe zum gestrigen "unternehmen couchepin:
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da kündete die fdp nach dem wirbel um den mengele/mörgele-verwechsler gross in den medien an, dass es subito eine aussprache mit pasqual couchepin geben werde. man werde den strammen bundespräsidenten zitieren und zur rede stellen. man nennt sogar das datum: dienstag, 12. februar 2008, fraktionszimmer. zwei, drei tage später bekommt es die partei plötzlich mit der angst zu tun:
  • "sieht dies jetzt wie eine abrechnung mit couchepin aus?",
  • "kriegen wir den an der sitzung überhaupt in den griff?".
  • "machen wir uns dann nicht lächerlich, wenn er sich trotz dieses zitierens nicht entschuldigt?"

also wird sofort nicht mehr von dieser aussprache gesprochen, die sitzungszeit heimlich verschoben und der sitzungsort an einen geheimen ort verlegt. und oh wunder, nun liegt eine entschuldigung des bundespräsidenten vor. er «entschuldige sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern und bei der fdp für das durch seine Äusserungen entstandene missverständnis und die dadurch entstandene polemik», lässt die partei ausrichten.

man beachte den schluss der entschuldigungs-mitteilung: "... , lässt die partei ausrichten." sie hat ihn also doch nicht ganz in den griff gekriegt, den selbstbewussten staatsman. der kompromiss zwischen couchepin und der fdp gestern abend: "ihr könnt mich ja entschuldigen, wenn ihr wollt, ich selbst mache es nicht." dass sich couchepin spezifisch bei mörgeli entschuldigt hätte, sei leider nicht mehr drin gelegen, gab die fdp nach der sitzung gegenüber radio drs bekannt.

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über mengele-mörgele:

Die Genozid-Bilanz von Mörgeli

Mörgeli instrumentalisierte die vergasten Juden

Nach Mengele-Vergleich: SVP-Meisterleistung

Kommentare:

Andreas Kyriacou hat gesagt…

Die Zürcher SVP löst aktuell ein Image-Problem auf ähnliche Weise: Ihr könnt mich ja zurücktreten" lässt die Partei ihren IV-Rentner Jürg Leuthold ausrichten.

Lupe hat gesagt…

Peinlich halt, wenn der Verdacht besteht, dass man einen Scheininvaliden oder Sozialschmarotzer in den eigenen Reihen hat.

Noch besser der berner svp-fraktionschef, der die svp schweiz massiv kritisierte, ihr diktatorische, braune tendenzen anhängte.

Anonym hat gesagt…

Vielleicht nicht ganz korrekt, werthe Lupe, diese Zusammenfassung :-) Couchepin hat sich nämlich bereits vor einigen Tagen, bei allen entschulidgt, die sich betroffen und verletzt fühlen. Mörgeli himself hat festgehalten, dass er eine Enschuldigung nicht annehmen würde.

Nun ist der Ball bei der SVP. Sie hat sich ja mit der Person Mörgeli idendifiziert. (In der SVP gibt es keine Indviduen. Dort gilt, einer für alle, und vor allem Alle für den einen :-) den grossen Abgewählten.) Das ist eben ihr Verständnis von Demokratie. Egal.

Wir werden morgen in der völkischen Woche lesen können, was Köppelchen aus dem restlichen Sondermüll noch so alles an verwertbarer Essenz glaubt rausfiltern zu können. Völlig irrelevant wird das (ausser für das das devote Fussvolk)) ohnehin sein.
Was an Relevantem zurückbleibt, ist der mörgelsche, unentschuldbare, erbärmliche Auftritt in Buchenwald und dessen Folgen.

Andreas Kyriacou hat gesagt…

So schnell wird das eigene Geschreibsel zum Geschwätz von gestern^W^Wvom Vormittag.

Leuthold wurde heute zurückgetreten.

Lupe hat gesagt…

at anonym: der wortlaut der verlautbarung der fdp war gestern genaus so formuliert.
aber eben, peinlich ist es allemal.

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