05.11.2009

Webnews und Yigg = Traffic- und Content-Diebe?


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tausende von news-einstellern leisten viel arbeit für social-news-communities wie webnews, yigg und co, indem sie news einstellen und so deren betreibern massiv traffic bescheren. dies wird zum teil schamlos ausgenutzt: webnews.de verlangt alleine schon fast 10 klicks, bis eine nachricht eingestellt ist. bewusst organisierter traffic für webnews, weil jeder klick als seitenaufruf gilt und werbetechnisch gesehen, geld wert ist. der einsteller einer einzigen nachricht generiert webnews also bereits rund 10 seitenaufrufe. rechnet man dies hoch, so kommt man auf astronomische zahlen. webnews könnte dies technisch vereinfachen, kundenfreundlicher gestalten, hat aber (seitenaufrufe lassen grüssen) kein interesse daran.

was hat der user vom news-einstellen? nebst einem gewissen community-feeling ein wenig ehre, wenn er im ranking oder im ansehen steigt oder kommentiert wird. er kann auch eigene beiträge verlinken und der community zugänglich machen.
was hat der (oft unfreiwillige) contentlieferant, sprich die newsquelle, davon? mit der ausnahme, dass der beitrag vielleicht gelesen wird, praktisch nichts mehr.

webnews, yigg und co müssen selber fast keine inhalte für ihren auftritt produzieren (mal von ein paar videos und selbst eingestellten beiträgen abgesehen), können vorwiegend kostenlos nachrichten, news, bilder, meinungen oder anderes veröffentlichen, ohne den contentproduzenten eine gegenleistung zu bieten.

webnews und yigg laden bei einem klick auf den eingestellten beitragstitel die ganze quellseite, meist sogar den ganzen blog auf die hauseigene webseite (kommt datenklau schon sehr nahe). wer dann in jenem blog weitersurft, der betrachtet den ganzen blog unter der webnews-toolbar, also unter einer webnews-url. dito bei yigg. auf die blogseite kommt man meist erst, wenn man die toolbar der community schliesst oder auf den beitragstitel in der toolbar klickt.

früher war dies anders. früher kriegte der einzelne newslieferant (online-medien, blogger, webseiten, flickr- oder youtube-user) bei jedem klick auf die eingestellte nachricht einen besucher auf der eigenen seite (quell-url). heute scheint dem nicht mehr so.

ich weiss, man könnte jetzt hier eine grosse diskussion über contentklau oder copy-and-paste im netz lostreten. darum geht es mir nicht. ich habe nichts dagegen, wenn jemand texte, bilder, zitate oder anderes aus meinem blog in einen seiner beiträge verpackt, solange es ein geben und nehmen ist. will heissen, sofern er dann zur fundstelle, also zu meiner seite verlinkt. wer aber content abgreift, ohne dass der andere etwas davon hat, und wenn es nur ein paar besucher sind, der sollte sich sein verhalten überdenken.

fazit zu yigg, webnews und co: kaum mehr traffic für die eigentlichen quellen der news, kaum mehr traffic für blogger, die eigene beiträge einstellen. die verlierer sind die contentproduzenten, die gratis den communities den inhalt liefern. und da wundern sich die betreiber, wenn sich immer öfter nutzer abwenden.

was meint ihr? sind yigg und webnews content- diebe des web 2.0? umfrage in der rechten spalte, kommentare unten.

update: ergebnis der umfrage:
50% fanden, yigg und webnews seien content-diebe, weil sie ganze webauftritte sozusagen in ihre seite laden
25% fanden, die beiden seien keine content-diebe, weil sie die quelle angeben.
12% fanden, "teils, teils"
12% fanden, "weiss nicht"
.......................
andere blogger zum thema content-diebstahl:
Content-Diebstahl bei deutschen Blogs (lebens-stil)
Diebstahl von Content bringt Ranking in Gefahr (metamove)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

die webnews, yigg und digg toolbar sind schon störend. das stimmt. auch das einstellen von nachrichten bei webnews ist sehr umständlich.

content-klau kann man das aber nicht wirklich nennen bzw. sind die meisten damit zufrieden. ansonsten würden nicht überall buttons zu social news seiten eingebaut werden.

apropos content-klau: "lupe, der satire-blog" lebt ja auch von einem gewissen teil aus "content-klau". etliche fotos gehören irgendwelche agenturen oder sind montagen von anderen webseiten.

Matthias hat gesagt…

"webnews und yigg laden bei einem klick auf den eingestellten beitragstitel die ganze quellseite, meist sogar den ganzen blog auf die hauseigene webseite"

Das ist falsch. Die fremde Seite wird per iFrame eingebunden. Technisch funktioniert das so, dass der Browser die fremde Seite lädt wie jede andere Webseite auch, und sie dann eingebettet in die webnews bzw. Yigg-Website darstellt. Es gehen also keine Besucherzahlen verloren.

Diese Art des "Brandings" eigentlich fremder Inhalte war früher bei diversen grossen Sites üblich (damals noch mit Frames, heute halt mit iFrames). Sehr unfein natürlich. Aber es gehen keine Besucherzahlen verloren.

Der vom Blogwerk betreute Community36-Newsletter macht's übrigens auch so. Deshalb habe ich den abbestellt.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

at anonym 1:

zu deiner schlussbemerkung:

der unterschied ist, dass ich nicht ganze blogs in meine "url" lade. wer von meinem via-link auf die quellseite geht, ist auch dort und surft auch auf dessen seiten herum.
stell dir vor, ich würde es so machen, dass der besucher auf meiner seite auf einen link zum spiegelfechter klickt und dann dessen ganzen blog in meinem blog erforschen kann. spiegelfechter sähe keinen einzigen besucher.

ich habe ja geschrieben, ich hätte nichts dagegen, wenn man content von mir in seinem blog oder sonstwo übernimmt, sofern man darauf verlinkt und nicht den ganzen blog gleich "übernimmt".

Lupe hat gesagt…

zu matthias:

"gehen keine besucher verloren"

seit yigg und webnews umstellten, kriege ich praktisch keine besucher mehr, vermutlich eben weil die seite "eingebettet in yigg-news oder webnews" ist.

ich kriege von webnews fast nur besucher, wenn der beitrag so hoch gevotet wurde, dass er in den top news war. vermutlich, weil dann auch einge noch auf die "richtige" seite kommen wollen.

von älteren webnews-einstellungen kriege ich dann jedoch öfters mal einen besucher. weiss nicht, ob die dort eine andere technik verwenden.

Anonym hat gesagt…

Wie Matthias schon geschrieben hat: Es geht Dir kein Besucher verloren nur weil in der Adress-Zeile die URL von Webnews steht. Webnews und Yigg kopiert nicht den gesamten Beitrag auf deren Server, sondert blendet die Webseite als Frame ein.

Wer das nicht will kann ein Framekiller einbauen (http://www.texto.de/frameset-yigg-digg-toolbars-828/)

Lupe hat gesagt…

habt ihre wirklich gleich viele webnews-besucher wie vor dem iFrame-wechsel? erstaunt mich.

fakt bei mir ist, dass ich kaum mehr besucher von webnews habe, seit die diese iFrame-technik anwenden.
erst wenn der beitrag auch beim webnews-partner T-online eingestellt wurde, kamen etliche besucher.

lachmaschine hat gesagt…

Das mit den 10 Klicks habe ich irgendwie nicht so ganz verstanden. Habe derletzt erst eine Nachricht eingestellt, welche ruck zuck drin war, ohne das irgendwelche Besucher gesendet habe...

lupe hat gesagt…

at lachmaschine

folgende neun klicks kommen mir in den sinn
- webnews aufrufen
- nachricht einstellen
- login
- beitrag verlinken
- daten eingeben, weiter
- news auswählen
- kategorie auswählen, weiter
- optionen einstellen, weiter
- code eingeben

quantensprung hat gesagt…

Ich denke nicht, dass es sich um Diebstahl handelt.
Ebenso wenig ist es eine Replikation, da die Inhalte nicht gestohlen, auf einer anderen Domain gespeichert und nicht von dort aus gestartet werden.

Es kann durchaus sein, dass beispielsweise webnews.de durch Scriptsites an @lupes Traffic und Klicks teilhat. Vermindert werden keine Klicks, und damit wird auch nichts gestohlen.

Ich erinnere an den Streit der Online-Zeitungen mit «Google.News». Die Zeitungen behaupteten, Google kupfere ihre Inhalte ab, Google meinte, es handele sich bloss um verlinkte Shortnews, die Verlinkungen erhöhten so auch den Traffic der Zeitungen.

Einverstanden bin ich mit den Feelings von «Community» und «Ehre». Die scheinen unter die Kundbindung für Gratiskunden zu laufen.

Im folgenden Link: «http://www.webnews.de/http://swiss-lupe.blogspot.com / datei.html» sehe ich eher ein «Vollzitat» samt allem, was dazugehört.

Das Ganze läuft wohl AUCH unter den Begriffen «Graswurzel-Journalismus» oder «Bürgerjournalismus», also unter einem Bereitstellen unprofessionell hergestellter Informationen, die – wie oben schon gesagt – meist entstanden sind nach dem Zugriff auf professionell erstellte Informationen.

ABER: «nzz.ch» und «admin.ch» funzen auch mit der Startadresse « www.webnews.de».

Zu den 10 Klicks

Es geht weniger um diese Klicks als um den Counter, der diese zu Werbezwecken akzeptiert. Oft werden mehrere Klicks in derselben Adresse innerhalb von kurzer Zeit von der selben IP aus als EIN Klick interpretiert.
Ein Werber wäre ja ein Idiot, wollte er einen Klick bezahlen, bloss entstanden durch das Abschicken einer Formulareingabe von einer Seite her, die schon einmal angeklickt wurde.

Lupe hat gesagt…

at quantensprung:

habe diesen deinen kommentar vom arthur cohn - beitrag hierher kopiert und dort gelöscht. :-)

das mit der IP-Sperre für die visits stimmt, daran hatte ich nicht gedacht. aber dann begreife ich nicht, warum webnews das einstellen so umständlich macht. wäre technisch viel einfacher zu lösen.
oder hat es damit zu tun, dass diese ip-sperre bei den anzahl seitenaufrufen pro besucher nicht ist.

mich würde jetzt aber trotzdem mal interessieren, ob jemand tatsächlich gleich viel besucher von webnews hat, wie zuvor ohne diese iFrame-technik. müsste ja sein, wenn ihr sagt das "einbinden" eines fremden blogs in webnews wirke sich nicht auf die besucherzahl des betreffenden blogs aus.

quantensprung hat gesagt…

Off top

Danke schön für das Löschen. War interessant: Ich war hier in diesem Post, sandte das Ding ab, das Bild schlotterte und hüpfte und mein Eintrag sprang zu Deinem neuesten Post (Cohn). Könnte ein Bug bei blogspot.com sein: Wenn der Bloginhaber postet und zur genau gleichen Zeit ein Kommentar gesendet wird, kommt es zu einer Fast-Datenkollision, in der der Poster Vorrecht besitzt. Vielleicht weiss das Programm nun nicht mehr, wohin es den Kommentar platzieren soll, und legt ihn ins aktuellste Post.

Zur Sache

Doch, Deine Startseite wird aufgerufen und zwar vom Absender webnews.de.
Diese Meldung wird an Deine Counters weitergegeben. Den Counters ist es egal, von welchem Absender Du aufgerufen wirst.

webnews.de ist in Polen gehostet. Das könnte ein Hinweis auf etwas sein, das nach deutschem Recht nicht korrekt ist … Da kenne ich mich zu wenig aus.

yigg.de besitzt einen Bruder: yigg.ws (TLD= Westsamoa), der in der Türkei gehostet ist. Was da kommen wird, weiss ich nicht. Ist aber schon etwas seltsam.

Was noch zu den Counters zu sagen ist: Einige scheinen in den letzten Monaten ihre Algorithmen überarbeitet zu haben und kommen dadurch nun zu strengerer Filterung. So was könnte durchaus von den Werbern her kommen, die schlicht weniger blechen wollen.

Wir als "Endverbraucher" werden ohnehin nie genau wissen, wie solche Filterungen laufen. Es bleibt uns, die Sache locker zu nehmen.

Lupe hat gesagt…

ja ja, der fehler lag sicher beim programm. :-)
nein, spass beiseite, kann ja durchaus sein.

du bist aber gut informiert über die hoster-hintergründe und die counter-eigenarten.

Repley hat gesagt…

Hallo

Wieso soll immer nur Webnews oder Yigg sein ?
Wir haben in Deutschland bessere News-Dienste mit Follow Attribut
( nehmen und geben :-) )
z.B Kledy.de und Infopirat.com



MfG

Roger Kaufmann hat gesagt…

@Repley,
da hast du recht, bei infopirat.com wird man sogar an den Werbeeinnahmen beteiligt,und bei beiden Diensten lassen sich die Google Suchergebnisse zeigen.

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