03.01.2010

Adios Netzeitung! Ich brauche keine Web-Pendlerzeitung


adios netzeitung.de. ab morgen montag schreiben dort keine "autoren" mehr. die nachrichten werden automatisiert eingestellt.

ich habe ja schon mühe, wenn webauftritte, die von mehreren autoren, einer redaktion oder gar einer zeitung betrieben werden, sich blog taufen oder unter blogs eingestuft werden wollen, die funktionen eines blogs dann aber nicht angewendet werden. da wollen medienverlage oft einfach nur auf der web 2.0 - welle mitsurfen, betreiben die seite dann aber halbpatzig web20-like. was am meisten fehlt, ist oft das blogger-herzblut. viele projekte scheitern nach ein bis zwei jahren. zuerst antworten die autoren nicht mehr auf kommentare, dann wird die kommentarfunktion gänzlich abgestellt, die beiträge fallen spärlicher und lustloser aus und irgendwann wird das projekt ganz eingestellt.

doch auch reine web-zeitungen erleiden das gleiche schicksal. auch hier fallen aus zeitgründen (zeit kostet bei bezahlten redakteuren geld) plötzlich kommentarfunktionen weg, finden sich die gleichen beiträge plötzlich auf mehreren, ähnlichen webauftritten. und wenn weiter gespart werden soll, rationalisiert man einfach die autoren weg, wie nun bei der netzeitung.de geschehen. ab morgen werden offiziell die ganzen news und beiträge nur noch automatisiert eingestellt.

adios netzeitung! ich brauche keine pendlerzeitung im netz. weg aus den favoriten, weg aus dem feedreader, weg aus dem ticker. besuchen werde ich die seite kaum noch.

hintergrund zur geschichte der netzeitung:
Geschichte und Idee der Netzeitung
Redaktion der Netzeitung sagt Tschüss

Kommentare:

CCarpo hat gesagt…

Grauselig. Nur noch doppelte und dreifache RSS Einträge und kein Stückchen Journalismus. Bin auch weg davon.

Anonym hat gesagt…

Na klar, warum sollte man denn diese Seite auch noch aufrufen? Nachrichten gibt es an jeder Ecke. Das Entscheidende waren der redaktionelle Rahmen und die journalistische Einordnung.

Im übrigen ist es schon traurig, wie hier mit einem Stück Webgeschichte umgegangen wird, denn als die Netzeitung im Jahr 2000 in Berlin startete, war sie ihrer Zeit weit voraus. Und bis zuletzt war sie die einzige Tageszeitung, die ausschließlich im Netz erschien - produziert von vielen unentwegten und engagierten Journalisten, von früh um sechs bis Mitternacht.

Schade.

Ein Ehemaliger NZ-Mitarbeiter.

Lupe hat gesagt…

at anonym:

hättest du einen ausweg gesehen? hätte solch eine redaktionelle netz-zeitung überhaupt überlebens-chancen, auf dauer?

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