17.07.2008

Liechtenstein ohne Steuerhinterzieher ein Nichts?


nicht nur banken, versicherungen oder vermögensverwaltungsinstitute haben ihren ruf innerhalb weniger jahre fast völlig ruiniert, indirekte steuerhinterzieher-anlocker-länder wie liechtenstein, luxemburg, teilweise aber auch die schweiz und deutschland gehören auch zu den image-verlierern. sie begünstigen mit bankgeheimnissen, steuererleichterungen, steuerbefreiungen etc. steuerflüchtige.

geldsaugende zecken
das fürstentum liechtenstein wäre wohl ohne diese geldströme aus dem ausland faktisch ein nichts, kaum überlebensfähig. das land der banken, versicherungen und anderen geld- und vermögensverwaltungsinstituten verhält sich in der grenzenlosen euphorie über mögliche finanzzuflüsse wie eine geldsaugende zecke.
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kursgewinne zu 25% versteuern
neustes ärgernis, insbesondere für deutschland, das ab januar 2009 kursgewinne mit 25% besteuern will, sind die tricks der lebensversicherer. die steuerexperten des ministeriums liessen in grenzenloser naivität grosse schlupflöcher, insbesondere für all die reicheren bundesbürger, offen. eine der fehlüberlegungen: lebensversicherer dienten der altersvorsorge und könnten darum steuertechnisch anders behandelt werden. ganz vergessen ging dabei, wie trickreich versicherungen sein können. bei der luxemburger lebensversicherungs s.a. können, gemäss "spiegel", bis zu vier, sogar noch während der lebenszeit austauschbare personen, versichert werden.
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steuerflucht via "versicherungsmäntel"
noch wirkungsvoller gegen das neue steuergesetz sind "versicherungsmäntel". unter dem mantel von versicherungsgesellschaften lässt sich inzwischen fast alles verstecken und verwalten:
  • aktiendepots jeder art,
  • hedge-fonds,
  • täglich zu handelnde optionspapiere.
  • grossbanken bieten ihren kunden sogar an, deren wertpapiere im namen einer versicherung zu halten.
luxemburg und liechtenstein erleben darum zur zeit eine welle von versicherungsgründungen. der deutsche ring sei in grossem stile bei der liechtensteiner wealth assurance ag eingestiegen, die deutsche bank kooperiere mit dem luxemburger lombard, berichtet der spiegel in seiner neusten ausgabe. vermögensverwalter frank schneider aus berlin, der vorwiegend kunden mit einem vermögen von über 250'000 euro betreut, gibt zu vertehen, dass von kunden mit einem solchen vermögensstand keiner auch nur einen euro abführen müsse, wenn er nicht wolle.
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deutschland und die schweiz
doch auch deutschland oder die schweiz gelten als finanz-zecken. auch in deutschland wird um steuerflüchtlinge geworben. mit "willkommen im steuerparadies deutschland" wirbt z.b. die volksfürsorge mehr oder minder erfolgreich. bankfilialen nahe der schweizer grenze erfreuen sich vieler schweizer kunden. in den usa wurde soeben ein bericht über steuerparadiese veröffentlicht. amerika gingen jährlich rund 100 milliarden dollar durch steuerhinterziehung verloren, heisst es darin. alleine die schweizer grossbank UBS beherberge in der schweiz 19'000 konten von amerikanischen kunden mit geldern in der höhe von 17 milliarden dollar.

banken und versicherungen und insbesondere deren verwaltungsärte und manager täten gut daran, anstelle von profit-optimierung um jeden preis mehr in ihr image zu investieren. es macht sich zudem schlecht, wenn manager und verwaltungsräte in krisenzeiten die ersten sind, die ihm grossen stile aktien der eigenen firma verkaufen.
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quellen:
USA im Wirtschaftskrieg gegen die Schweiz (20min)
die Lücken für die Reichen (Spiegel Printausgabe)
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Kommentare:

mjaeger hat gesagt…

Man kann ja über Begünstigung der Steuerhinterziehung denken was man will, aber die Aussage, Liechtenstein sei nur ein Finanzplatz ist falsch. Hilti, Hilcona und Konsorten sind nur Beispiele einer starken und innovativen Industrie.

Lupe hat gesagt…

zum teil hast du recht. solche industriezweige bleiben oder kommen meist nur in ein land, wenn die rahmenbedingungen, sprich u.a. steuerverhältnisse stimmen. viele gut laufende finanzinstitute
gewährleisten einem staat einen guten nährboden, um weitere oder überhaupt, maximale steuererleichterungen zu gewährleisten.

wären all die finanzinstitute nicht im ländle, so weiss ich nicht, ob diese unternehmen mit ebenso guten rahmenbedingungen gehalten werden könnten.

web kommentator hat gesagt…

immerhin haben die Abzocker-Manager, die Banken, die Versicherer und zum Beispiel auch Liechtenstein, erreicht, dass der Anti-Kapitalismus ein Revival erlebt.

Lupe hat gesagt…

die ubs hat sich heute in amerika entschuldigt. sie werde keine offshore geschäfte mit amis mehr machen.

... äh, mit anderen also schon.

Anonym hat gesagt…

Ich erlaube mir einen manuellen Trackback auf "Steuerflucht ist eine Sache der Moral" zu setzen. Seien Sie so frei, und shinterlassen Sie auch bei uns Ihre Spuren.

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