29.07.2008

Nach Amnesty-Bericht: Vergabe der Olympiade nach China doch ein Fehler?

10 tage vor beginn der olympiade zeichnet die menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) eine «düstere bilanz» zur menschenrechtslage in china. in ihrem am dienstag veröffentlichten bericht «the olympics countdown - broken promises" hält sie fest, dass die situation noch schlimmer sei, als vor der vergabe der olympischen spiele. china reagierte schnell und blockierte die entsprechende amnesty international-seite in china.

insgeheim habe man gehofft, dass sich die menschenrechts-situation durch die vergabe der spiele nach china verbessern würde. die chinesische regierung habe dies zugesichert. die "stille diplomatie" des internationalen olympischen komitees (ioc) habe versagt, meint amnesty.

erinnern wir uns, wie klang es vor zwei wochen von ioc-präsident jacques rogge: die «stille diplomatie» habe funktioniert. sie habe zu besseren gesetzen in den bereichen kinderarbeit, pressefreiheit und umwelt geführt.

dem hält amnesty international entgegen: die pressefreiheit sei weiterhin stark eingeschränkt. verhaftungen, misshandlungen und hinrichtungen an der tagesordnung. die chinesische regierung breche ihre versprechen und habe die grundprinzipien der olympischen charta weiterhin missachtet. fast in allen belangen habe sich die menschenrechtslage in china sogar verschlechtert.
stimmen die aussagen von amnesty international, was anzunehmen ist, so hat das IOC versagt. wie begründete doch der dalai lama seine zustimmung zur vergabe der olympischen spiele nach china:
  • "Ich unterstütze die Gastgeberschaft Chinas. China ist ein wichtiges Land, ein mächtiges Land, das verdient hat, Gastgeber der Spiele zu sein. Die Chinesen sollten stolz sein auf dieses Ereignis. Ich befürworte die Gastgeberschaft, weil das chinesische Volk nichts für die dramatische Lage in Tibet kann. Aber die chinesische Führung sollte daran erinnert werden, mehr für die Menschenrechte, aber auch mehr für die Umwelt zu tun." (dalai lama, spiegel, 20.3.2008)

und genau dieses "erinnern" hat das ioc scheinbar sträflich unterlassen.

stimmen die gerüchte um die entstehung des olympia-logos also doch?



kritiker und ioc-verantwortliche seien eingeschüchtert worden, schreibt amnesty weiter. die dachorganisation der schweizer sportverbände (swiss olympic) sei, im gegensatz zu anderen ländern, nicht bereit gewesen, zusammen mit amnesty, die schweizerische peking-delegation über die aktuelle menschenrechtslage in china zu informieren.

war die vergabe der spiele nach china also doch ein fehler? wie damals im hitler-deutschland? oder ist der grundgedanke der olymischen spiele wichtiger? kommt der sport vor der politik? hat sich durch die vergabe doch schon etwas bewegt? wird sich noch etwas bewegen? hätte das IOC mehr druck und kontrolle ausüben sollen? was meint ihr dazu? kommentare unten, abstimmen könnt ihr rechts in der umfrage.
.

......
amnesty-bericht:
the olympics countdown - broken promises
china blockiert amnesty-seite
...
bereits während der tibet-krise wurde im netz über die vergabe der olympischen spiele diskutiert:
Pro Boykott: Goggi: Blogger boykottieren Olympia
Pro und kontra Boykott: Politik-Olympia-Boykott kontrovers
Pro und kontra Boykott: Chinawatch-Blog: Eine Frage des Gewissens
Kontra Boykott: Wilderkaiser-Blog: Dalai Lama gegen Olympiaboykott
Burma: Lupe: Blood Olympics (China and Burma)
Tibet: Lupe: Tibet: Infos, News, Fotos, Videos, Links
promis: Olympische Spiele: Promis laufen der Eröffnungsfeier davon (11.4.08)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Entscheid ist auf Grund irgendwelcher Kriterien gefallen.

Ich weiss nicht was die ganze Diskussion jetzt soll. Jetzt ziehen wir diese Spiele durch und schauen nachher, ob es für die chinesische Bevölkerung etwas brachte.

m hat gesagt…

Nur als kurze historische Berichtigung (damit keine Missverständnisse aufkommen): Die Sommerspiele 1936 in Berlin wurden bereits im Mai 1931 vergeben, also knapp zwei Jahre vor der Machtergreifung Hilters im Januar 1933.

Damals waren also kein Gedanken von Einbindung eines totalitären Regimes im Spiel, wie sie offensichtlich bei der Vergabe der diesjährigen Spiele nach Peking vorhanden waren.

Sven hat gesagt…

at m: da stellt sich natürlich die Frage, ob das damalige IOC oder wie die immer hiessen, wenn einmal entschieden, nicht mehr zurück können, wenn klar wird, was sich danach unter Hitler abspielte.

Ein 5 Jahre vor Beginn der Spiele gefällter Entscheid sollte doch noch rückgängig gemacht werden können, wenn das Land sich zu einer brutalen Diktatur entwickelte.

Anonym hat gesagt…

alles dummgeschwätz china sollt ma in die luft jage, mol gesiehn was die mit denne kinna dort mache

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