27.05.2008

Verkehrspolizist TomTom, Radargerät Handy

wunderschön: immer neue technische leckerbissen oder dienstleistungen preisen handy-hersteller, gps-spezialisten, fachmagazine oder internetseiten an. im stau stecken zu bleiben, soll dank kontinuierlicher übermittlung von handy- und tomtom-daten der vergangenheit angehören. doch aufgepasst: dies hat seinen preis, die totale überwachung droht.
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verkehrspolizist tomtom: die neuste generation des navigationsgeräteherstellers tomtom zeichnet gefahrene strecken und die geschwindigkeit im gerät auf. anonymisiert werden diese daten via internet an tomtom übermittelt. es gehe dabei nur um die verbesserung der datenbasis zur berechnung von voraussichtlichen fahrzeiten. dumm nur, dass diese daten, resp. das gerät tomtom, nach einem verkehrsunfall durch die ermittlungsbehörden als fahrtenschreiber angesehen werden könnte und somit die herausgabe der daten erforderlich wäre.
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radargerät handy: in der schweiz will der grösste mobilfunkanbieter swisscom die positionsdaten von handys an tomtom verkaufen. swisscom will ab herbst die positionsdaten von tausenden von handys überwachen. es gehe dabei einzig darum, verkehrsstaus zu verhindern und mögliche umleitungen zu verkünden. dumm nur, dass das system, "high definition traffic" genannt, um bewegungstempi von handys herausfinden zu können, positionsdaten auch speichern muss. diese würden aber sofort gelöscht, sobald die anonymisierten daten zu tomtom übertragen worden seien.
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achtung gefahr: auch wenn alle beteiligten und verantwortlichen beteuern, dass alles anonymisiert durchgeführt werde und der datenschutz gewährleistet sei, spätestens ab jetzt weiss die juristerei, dass sich nach einem unfall, via handy-daten, via tomtom-daten genau berechnen liesse, ob ein am unfall beteiligter mit übersetzter geschwindigkeit unterwegs war. einmal gespeicherte daten könnten in einem rechtsfall von einer strafermittlungsbehörde eingefordert werden. selbst mit anonymisiert gespeicherten daten lässt sich herausfinden, ob der unfallfahrer zu schnell war. denn die genauen positionsangaben und zeiten müssen ja auch in den anonymisierten daten enthalten sein, wie sonst will tomtom stauwarnungen zuordnen können.
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wie die angelegenheit in deutschland aussieht, entzieht sich meiner kenntnis, ob t-mobile oder andere anbieter ebenfalls mit daten handeln, ist mir nicht bekannt. ein gewisser herr schäuble dürfte aber an weiteren datensammel-möglichkeiten nicht uninteressiert sein.

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weitere beiträge über kommunikation:
Wirre T-Mobile-Ängste (Rechtsstreit mit A-Blogger)
Analog-Telefonmodem fördert Glatzenbildung
Video: Totale Überwachung à la Schäuble
Koran-Klingelton verboten
Handy-Grabstein (Foto)
Musiker rächen sich an Handybenutzer

Kommentare:

rniederer hat gesagt…

lol..... ja dann hat man wohl pech gehabt, wenn man in einen unfall verwickelt würde.... und ein solches gerät oder ein handy dabei hat...

Lupe hat gesagt…

oder glück, wenn man so beweisen könnte, dass man nicht zu schnell fuhr.

Mike hat gesagt…

Mir macht es eher Angst. Denn wenn ich mein Kind mittels Handy orten kann, so kann man auch mich orten. Da können wir uns gleich einen Strafvollzugs-Piepser um den Fuss hängen.

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