22.12.2008

Schuh-Werfer soll Friedensnobelpreis erhalten

schuhwurf-fest im nahen osten
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barack obama nicht mehr person des jahres
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bis vor wenigen tagen war allen klar, wer zur person des jahres gekürt würde: barack obama. nun hat ihm einer im letzten moment die show gestohlen: der irakische journalist montasser al-saidi, der george bush bei seinem abschiedsbesuch im irak mit schuhen bewarf.
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der schuhwerfer montasser wird, so hört man, für den friedensnobelpreis vorgeschlagen
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zwar drohen dem "Helden von Bagdad" zwei Jahre Gefängnis (krone-online) und er habe prügel eingesteckt, dafür wird er von seinen arabischen landsleuten über alles verehrt, geniesst wohl sogar bei der mehrheit der westlichen welt grosse sympathien. für uns westler bedeutet ein schuhwurf nichts weltbewegendes oder gotteslästerndes. in arabischen ländern hingegen hat das symbol schuh (süddeutsche) eine ganz andere symbolik. schuhe gelten im nahen osten zum vornherein als dreckig, schuhe gegen jemanden zu richten, zu werfen oder auf ein symbol mit schuhen zu treten, gilt als schlimme erniedrigung desjenigen.
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warum nun soll montasser al-saidi zur person des jahres ausgerufen werden?
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montasser hat aufgezeigt, wie man konflikte zwischen dem westen und dem nahen osten auf geniale art entschärfen kann.
  • variante a: man lasse sich als westlicher staatspräsident mit schuhen bewerfen, oder mit einer schuhsohle berühren.
    variante b: man lasse via einen verdeckten agenten, dem arabischen gegenspieler teppiche mit dem konterfei des im nahen osten verhassten westlichen staatsmannes zukommen. diese könnten symbolkräftig vor eingänge öffentlicher gebäude gelegt werden, so dass jedermann, der will, mit schuhen darüber gehen kann.
  • solche ereignisse lösen in arabischen ländern freudenstürme aus, auf den strassen werden ganze nächte durch spontane siegesfeiern abgehalten. im westen wird höchstens geschmunzelt, ein "nein aber auch" ausgestossen und dann hat es sich.
  • beide seiten haben gewonnen: der emotionale hass-stau in arabischen ländern hat sich vorübergehend etwas entladen und die situation für die westliche zivilisation leicht entschärft, ohne dass jemand verletzt worden wäre, ohne dass es tote gegeben hätte.
gesucht wäre jetzt einzig noch eine variante, mit der westliche "hetzer gegen alles arabische" zufrieden gestellt werden könnten. eine handlung, die in unseren breitengraden als schlimme erniedrigung gilt, in arabischen ländern aber kaum stirnrunzeln verursachen würde. mir fällt momentan einfach keine solche möglichkeit ein.
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mehr über den schuhwurf:
Triff den Bush mit dem Schuh - allerlei (inkl. schuhwurf-video)
Türkische Schuhfabrik erlebt Aufschwung (denkblatt-blog)
Freiheit für Al Zaidi (dunia-blog)
Schuhwurf-Flashgameseite für 5600 Euro verkauft (magnus.de)

Kommentare:

Bruder Gerhard hat gesagt…

Meinen Informationen zufolge sind es sogar 5 Jahre Gefängnis. Ausserdem wurde er von den Sicherheitsleuten schwer misshandelt (gebrochener Arm und Rippen). Schade hat er Bush nicht wirklich getroffen.

lupe hat gesagt…

wenn bush klug wäre, würde er im interesse amerikas erreichen, dass der journalist frei kommt. ist ja wirklich nichts dramatisches für amerika.

Schweizer Ansichten alias Roger Rabbit hat gesagt…

Wenn ich meiner Schwiegermutter einen Stiefel an den Kopf werfe, kriege ich dann auch einen Friendensnobelpreis?

lupe hat gesagt…

geht leider nicht, weil der kulturelle oder religiöse hintergrund wohl gleich ist.

oder ist deine schwiegermutter eine muslimin. dann müsste sie allerdings den schuh werfen. weil, wenn du ihn dann werfen würdest, es eine schlimme beleidigung ist.

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