30.12.2008

Prognosen für 2009

damit es klar ist: die satirischen prognosen - wie es sich für einen satire-blog gehört - habe ich hier schon gestellt: Die Schlagzeilen des neuen Jahres bereits bekannt! (Satire)
Nun also mal ganz ernsthaft und in aller kürze ein paar prognosen für 2009, diesmal ziemlich wirtschaftslastig.
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ab hier:

  • arbeitsmarkt
    die grossen auswirkungen der weltweiten finanzkrise schlagen sich 2009 massiv in den beschäftigungszahlen nieder. der schweiz wird diese finanz- und wirtschaftskrise rund 100'000 zusätzliche arbeitslose bescheren, deutschland etwa 700'000. die auffangnetze in beiden ländern (staatliche) sind allerdings um einiges besser, als bei früherern wirtschaftskrisen.
  • abkehr von der freien markwirtschaft:
    auch wenn es einige turbo-liberalisierer nicht wahrhaben wollen: der staat übernimmt mehr und mehr das wirtschafts-ruder, die grenzenlose freiheit des marktes, der liberalisierungswahn, der globalisierungswahn hat ein vorübergehendes ende gefunden. die freie marktwirtschaft weicht in vielen belangen der staatlichen kontrolle.
  • rezession - depression:
    ausgelöst durch einen immer grösser werdenen vertrauensverlust in banken, wirtschaft und staat werden einige europäische länder von der rezession in eine depression rutschen. zu den wenigen gewinnern könnten private, von globalen unternehmen unabhängige unternehmen gehören, die auf einer mehr oder minder soliden eigenkapital-basis stehen, weil sie nie einen börsengang gemacht und das firmenkapital auch nicht in grössere wertpapiergeschäfte gesteckt haben.
  • börsen
    wie nach jedem crash-jahr, wird es an den börsen wieder aufwärts gehen, allerdings im nächsten jahr nur im einstelligen prozent-bereich. börsenhändler werden aber dafür besorgt sein, dass die berg- und talfahrt an den börsen noch eine zeitlang anhält, denn daran verdient man als händler am meisten und

    am schnellsten. broker, sprich auch investmentbanker, sind ziemlich unbelehrbar, wenn es um schnelle gewinnmaximierung geht. champagnerkorken knallen bereits heute wieder, wenn durch leerkäufe, resp. call and put geschäfte, gewinne eingefahren werden.
  • konsum:
    2009 wird das jahr, für alle, die sich ein auto kaufen wollen und sich dies auch noch leisten können. die preise werden so tief fallen, wie seit 20 jahren nicht mehr und sich erst anfang 2010 wieder einigermassen erholen. doch auch sonst würde theoretisch das einkaufen attraktiver. nebst der finanzkrise tragen wir konsumenten dazu bei, weil nun jeder rappen zweimal umgedreht wird, bevor man ihn ausgibt. insbesondere viele mittelständler, die ihr erspartes in aktien, obligationen und anderen finanzgeschäften angelegt und fünfstellige beträge verloren haben, werden sich keine grösseren ausgaben mehr leisten können. diese fehlende nachfrage wird die preise drücken, denn die händler wollen nicht auf ihren warenbeständen sitzen bleiben. was ein allgemeines überangebot bewirken kann, weiss man ja.
  • umwelt:
    unser klima könnte zu einem der wenigen profiteure der wirtschaftskrise zählen. dann nämlich, wenn regierungen von bund und ländern richtig handeln und kluge investitionsprogramme zur ankurbelung der wirtschaft lancieren. nebst dem sanieren von schulen und weiteren öffentlichen gebäuden werden verstärkt staatliche anreize geboten werden, private liegenschaften energietechnisch auf den neusten stand zu bringen. subventionen für solaranlagen, minergiebauten etc. als weitere anschubfinanzierungen. das klima dankt es uns
  • politik:
    das mitte-links-lager (grüne einberechnet) wird in deutschland ende jahr deutlich gestärkt aus den bundestagswahlen gehen. insbesondere "die linke" wird durch die auswirkungen der finanzkrise zulegen können. nur minim gestärkt (im vergleich zum momentanen wählerstimmenanteil dez. 08) wird die spd, weil sie mit in der regierungs-verantwortung stand und zuerst noch innerparteiliche grabenkämpfe lösen muss. zu den verlierern werden die typischen wirtschaftsvertreter-parteien zählen, weil man ihnen und ihren verfilzungen die katastrophalen auswirkungen der finanzkrise zuordnet.
  • medien:
    firmen und unternehmen werden ihre werbeausgaben massiv einschränken. einige sogar halbieren. ein riesiges problem für die printmedien, die praktisch von diesen einnahmen leben. weitere entlassungswellen oder zusammenschlüsse im printmedienbereich werden folgen. anders bei den tv-unternehmen. die unterbrecherwerbung innerhalb eines spielfilmes wird kaum spürbar abnehmen. die rückgänge (zeitlich gesehen) werden minim sein, da die privaten tv-gesellschaften werbepausen vorübergehend zu dumpingpreisen anbieten werden. doch auch sie werden die drastische zurückhaltung ihrer werbekunden finanziell zu spüren bekommen. die eine oder andere gesellschaft wird sich exklusivrechte an sport- oder anderen übertragungen nicht mehr leisten können.
  • film und fernsehen:
    unterhaltende, seichte spielfilme werden zunehmen. filme über die hitlerzeit werden immer mehr mode. der intellektuelle anspruch an solch ein werk sinkt dabei und beschränkt sich mehr und mehr nur noch auf die faktoren spannung und unterhaltung. der scientologe tom cruise macht mit seinem aktuellen spielfilm über graf staufenberg, der 2009 in unsere kinos kommt, bereits vor, was auf uns zukommen wird.
  • web 2.0:
    der facebook-boom wird abflauen, erstmals werden statistisch ende 2009 mehr abmeldungen als neueintritte zu verzeichnen sein. social-news-portale wie yigg, webnews und co werden erneut zu den grossen verlierern - was besucherzahlen anbelangt - zählen. insbesondere blogger werden sich immer mehr frustriert von den communitys abwenden.
  • internet:
    technorati, der datenlieferant für die meisten blog-rankings, wird konkurs gehen, den betrieb auch offiziell noch einstellen (inoffiziell läuft bereits seit ein paar wochen fast nichts mehr). einzige rettung wäre die übernahme des maroden ladens durch einen konkurrenten. davon scheint man aber weit entfernt. blog-rankingseiten werden ein neues wertungs-system erstellen oder einen anderen verlinkungs-datenlieferanten suchen müssen. die besucherzahlen werden innerhalb der rankings wohl an bedeutung gewinnen.

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mehr über prognosen:
Die Schlagzeilen des neuen Jahres bereits bekannt! (Satire)
Hellseherchen Mike Shiva schreibt Prognosen für die Sonntagszeitung

prognosen anderer blogger:
10 Prognosen für 2009 (netzwertig)
Aussichten für 2009 (zeitenwende)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"auch wenn es einige turbo-liberalisierer nicht wahrhaben wollen: der staat übernimmt mehr und mehr das wirtschafts-ruder"

Doch, doch, wir nehmen das schon wahr. Aber wir warnen davor. Der Staat - der amerikanische - hat schon die heutige Finanzkrise verursacht mit seinem gut gemeinten, nichtdestotrotz desaströsen Community Reinvestment Act. Informier dich mal, Lupo!

Horst D. Deckert hat gesagt…

Ihr seid viel zu optimistisch! Spätestens im September 2009 gibt es keinen Dollar mehr. Und dem Euro wird das gleiche Schicksal ereilen. Die Arbeitslosenquote wird inoffiziell die 20 Mio. erreichen. Wir bekommen Bürgerkriegs ähnliche Zustände. Der Papst bietet seine Hilfe an, die dankend angenommen wird. Seine Irrlehre mit den gefälschten Zehn Geboten wird Gesetz, ebenso seine Anbetung als Stellvertreter eines falschen, nicht existierenden 3teiligen Gottes. Die Verfolgung der Andersdenkenden beginnt, weil die Schuld haben, dass alles so kam. #Mittelalter2.0

Lupe hat gesagt…

lieber anonym,
die durch den community reinvestment act vorgeschriebenen regeln zur undifferenzierten vergabe an nicht kreditwürdige personen wurden meines wissens von keinem einzigen kreditinstitut kritisiert.

alleine verantwortlich machen für die immobilienblase kann man den cra aber auch nicht. steigende hauspreise ermöglichten die leichtfertigere vergabe von krediten, weil die die bonität des kreditnehmers in den hintergrund rückte. steigende Geldmenge fed, alles trug dazu bei.

lupe hat gesagt…

at horst:
deine anmerkung wäre ein eigener satire-beitrag wert.

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