rasante entwicklung bei der basler zeitung: wagner und tettamanti weg, moritz suter (crossair-gründer) übernimmt, verwaltungsrat ausgewechselt, blocher rausgeworfen, somm will "offiziell" bleiben, der tagesanzeiger zensierte newsnetz mit "baz-filter".
verleger
martin wagner hat alle überrascht. noch vor tagen nahm man an, dass wagner als grosser verlierer des ganzen rechtsrutsches bei der basler zeitung den hut nehmen würde und einem blocher noch naher stehenden verleger platz machen werde. blocher hätte dann unter der strammen redaktionsleitung seines adlaten markus somm, vormals rechtsausleger bei der weltwoche, in kürze eine eigene schweizer zeitung angestrebt. doch blocher hat in seinen allmacht-träumen einmal mehr unterschätzt, welch schlechtes image er ausserhalb der eigenen wählerschaft hat. die baz-belegschaft fürchtete zurecht, dass treue abonnenten verloren gingen, wenn blocher offiziell einsteigt. und dies
traf auch ein, geschätzte 1500 abonnenten hätten ihr abonnement gekündet, 18'000 haben eine online-petition gegen blocher unterzeichnet.
wie nun weiter
: markus somm will - zumindest offiziell - chef-redaktor der baz bleiben. die ganze entwicklung sei kein problem für ihn, meint er nach aussen. auch die redaktionsvertretung äusserte sich in ersten stellungnahmen bezüglich somm versöhnlich. doch hört man, dass redaktions-intern bereits wetten abgeschlossen werden, wie lange somm bleiben werde. gesucht werde beidseitig, so hört man weiter, nach einer abgangsmöglichkeit ohne gesichtsverlust für somm. somm sei, so wird gemunkelt, bereits im gespräch mit
norbert neininger, dem besitzer des schaffhauser medienmonopols (schaffhauser nachrichten, radio munot, schaffhauser fernsehen, klettgauer zeitung). neininger steht der svp sehr nahe, hat blochers teleblocher lanciert und dessen biographie herausgegeben.
reaktionen der anderen medien: der blocher-freundliche schaffhauser nachrichten-chef norbert neininger stellte als einziger medienschaffender den wechsel an der baz-spitze als erfolg blochers dar. so meint er in
seinem kommtar zum geschehen in der basler medienlandschaft: "mit der basler lösung haben tettamanti und blocher nun beste voraussetzungen für das medienunternehmen geschaffen."
für alle anderen schweizer medien ist der wechsel eine klare niederlage blochers. die meisten können sich eine gewisse schadenfreude gegenüber blochers rauswurf nicht verkneifen. die
nzz rühmt sich aktuell einmal mehr, dass sie die ganze entwicklung durch die aufdeckung des blocherschen mandates bei der baz, ins rollen gebracht habe. dabei macht sich die zeitung über die standfestigkeit von tettamanti und wagner lustig.
bekannt wurde nun auch, dass der tagesanzeiger für den newsnetz-online-auftritt einen filter installiert hatte, der sämtliche artikel, die die begriffe basler-zeitung oder baz enthielten, herausfilterten.
offengelegt hat dies der ehemalige baz-online-chef manfred messmer in seinem blog.
roger köppel, weltwoche-chefredaktor - so hört man - bereite einen videokommentar vor, in welchem er sich vor allem darüber mokiere, dass er nicht vor redaktionsschluss vom wagner/tettamanti-entscheid informiert worden sei. somm habe ihn bisher sonst immer rechtzeitig informiert. weiter werde im videolog von köppel über eine verpasste chance für basel gesprochen.
früherer beitrag zur baz-krise:
BaZ-Expansions-Ziele offengelegt. Ziel: Medienhaus "Nordschweiz" (wagner äusserte sich vor bekanntgabe des wechsels zu suter gegenüber lupe)