24.06.2010

Hüpfen auf Grabsteinen - auf Schaffhauser Spielplätzen möglich

werden gräber geräumt, so stellt sich die frage, was mit den alten grabsteinen passieren soll. kein witz (siehe dazu auch link unten): im kanton schaffhausen wurden diese wiederverwendet, teils als hüpfsteine für kinderspielplätze:


hüpfen auf den grabsteinen der urgrosseltern
dummerweise haben einige "lausbuben" in einer nacht- und nebelaktion die steine umgedreht, so dass die kindergarten-kinder am nächsten morgen auf beschrifteten steinen herum hüpften, was nun für erhitzte gemüter sorgte.

lupe meint:
eine gute idee, dieses symbolische verknüpfen von anfang und ende des lebens. warum dies nicht noch perfektionieren?
  • grabsteine als wickeltische in spitälern
  • geburten auf grabsteinen
  • die zeugung neuen lebens auf grabsteinen
.....
quelle text und foto: schaffhauser nachrichten
.
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Kommentare:

web.quantensprung hat gesagt…

Nicht dass ich den Freunden des Makaberen oder Generationen Überwindenden die Freude verderben möchte mit öder Miesmacherei.

Ein Ansatz, solche Kinderspielplatz-Architektur zu verbieten sehe ich so:
Stürzt ein Kind und schlägt mit dem Kopf auf eine Granitplattenkante, könnte es den Grosseltern durch einen Schädelbruch locker ad hoc ins Nirwana folgen.

Ich hatte gemeint, es gebe SIA-Normen für Spielplätze, um genau derartige Fallen zu vermeiden. Handelt es sich beim konkreten Beispiel um einen öffentlichen Bau, sollte das den Behörden in jedem Fall gemeldet werden.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

es ist tatsächlich keine satire, wenn schon, dann realsatire.

ich finde, nur schon, wer auf eine solche idee kam, der hat nicht alle tassen im schrank.

wir haben bei uns im garten beim anbau auch teile in der alten steinmauer entdeckt, die von gebrauchten grabsteinen stammten.

ich denke, mit diesem bekanntwerden ist die sache geritzt. es wird sicherlich keine neuen fälle in der art geben.

web.quantensprung hat gesagt…

Ich las vor ca. einem Jahr bereits über das Problem der Entsorgung alter Grabsteine in Bern oder Basel. Grundsätzlich handelt es sich bei solchen Produkten meist um sehr guten Stein, der einen langen Weg hinter sich hat und deshalb ökologischen Irrsinn darstellt:

Steine von Familiengräbern wurden meist speziell gewählt und stammen aus weit entlegenen Bachbetten, von wo sie in Einzeltransport zur Steinmetzerei / -hauerei gebracht wurden.

Das Verwenden auf Kinderspielplätzen halte ich aus o.a. Gründen für ausserordentlich fahrlässig. Ansonsten ordne ich solchen Gebilden keinen mystischen Wert zu, insbesondere, da sie nach ordentlicher Bearbeitung als ganz normale Steine erscheinen. Dennoch scheinen viele Hinterbliebene es als pietätlos zu empfinden, aus ehemaligen Grabsteinen beispielsweise Material für den Strassenbau herzustellen.

Da sich viele Leute einäschern und schliesslich (spurenlos) in Gemeinschaftsgräbern bestatten lassen, geht es den Friedhofs-Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr so gut. Eigentlich könnten diese Kirchgemeinden oder Friedhöfe die Objekte zu Billigpreisen an die Steinmetze verscherbeln, die aus ihnen neue hauen würden. Da scheint es hingegen Probleme zwischen öffentlich und privat zu geben.

bobsmile hat gesagt…

Schade läuft der Link nur bis zum (geschützten) Archiveingang.
Egal, neben der Pietätsfrage sehe ich wirklich auch keinen Sinn, einen Spielplatz mit scharfkantigem Granit auszurüsten.
Das kann sich nur ein steuerfinanzierter Schreibtischtäter ausgedacht haben!
Buchhaltungsposten 138 vom Gemeindefriedhof zum Gemeindespielplatz geschoben, und ab in den Feierabend.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

der link läuft nun wieder bis zur kurzversion, werde später noch schaue, ob ich ihn zum ganzen artikel hinkriege, jetzt muss ich weg.

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