22.10.2009

(Video) Der zensierte SP-Kinospot (Sollen Kinos Politwerbung bringen?)


die kinobetreiberin "kitag" (85 kinosäle in der schweiz) weigert sich, den 1-minütigen kinospot der sp-schweiz in ihren kinosälen auszustrahlen. hier könnt ihr den spot sehen.
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kitag reisst damit eine grundsatzdiskussion an. was meint ihr? sollen in kinos polit-spots gebracht werden dürfen? genauso wie jede andere werbung von unternehmen oder vereinen? oder soll man politspots, wie es die "kitag" will, aus kinos verbannen? ich könnte jetzt schreiben: "diskutiert im sp-schweiz blog zum thema mit".  nur leider nehmen die nicht einmal dieses topaktuelle thema zum anlass, den seit 4 monaten verwaisten blog mit leben zu behauchen. also, dann diskutiert doch einfach hier im kommentar mit.

persönlich bin ich mir nicht ganz sicher. ich tendiere eher für eine polit-abstinenz in kinosälen. denn es könnte gut sein, dass jene parteien, die die wirtschaft als grosse geldgeber im hintergrund haben, oder einen christoph blocher, dann massenweise spots in den kinos schalten. ich möchte mich vor einem kinofilm nicht mit anti-minarett-spots berieseln lassen müssen. oder einen christoph mörgeli sehen, der mit sägezahnlächeln für die svp wirbt.
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quellen:
die SP zum Boykott ihres Kino-Spots (sp-schweiz)
der Tagi zum Thema Spot-Boykott (tagesanzeiger)
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andere blogger zum thema kino-spot der sp-schweiz:
Die SP sagt eine Minute lang "Ja" und keiner versteht das (michael jäger)
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mehr über die sp-schweiz:
Lupe besuchte den SP-Schweiz Parteitag

Kommentare:

Peter hat gesagt…

Zum Spot als solches kann man sicher geteilter Meinung sein. Geht es um den Ort Kino für politische Werbung sage ich eher ja. Ja aus dem Grund, weil dort noch am ehesten wieder Nichtwähler an die Urne zurückgeholt werden könnten.Dementsprechend verpackt sicher einen Versuch wert. Was das Geld der SVP betrifft. Wenn nicht da, dann wo anders. Auch mit deren Werbung müssen wir leben, den auch Zeitungsinserate kosten sehr viel Geld. Andererseits wird der Jugend damit vorgzeigt, wie man auch ohne Rückgrat Politik machen kann und nur die Spots verbietet. Darin liegt das Problem. oder anders - der Stärkere hat (potentere Geldgeber) hat immer Recht. Ob so oder so, es nervt einfach nur !!

Michael Jäger hat gesagt…

Es liegt im Ermessen der Kinobetreiber, dies zu beurteilen. Wenn diese keine politische Werbung wollen, dann müssen sie auch keine zeigen. Obwohl ich sagen muss, dass es mir selbst nach dem zehnten mal betrachten schwer fällt, das Politische zu erkennen.

Übrigens: Ich habe dazu etwas geschrieben. So im Sinne der Link-Friendlyness.

Lupe hat gesagt…

at peter:

wie gesagt, ich bin hin und her gerissen. vielleicht wäre es wirklich mal einen versuch wert.

at michael:

werde den link einbauen.

Michael Jäger hat gesagt…

Mann, bist Du schnell - Respekt! (das am häufigsten vermisste Attribut in der CH-Politszene).

quantensprung hat gesagt…

Genau! Es ist dieses «Sägezahnlächeln», dem ich während eines Kinobesuchs niemals beiwohnen möchte!

Stell Dir vor, Du sitzest im «Pianist» (Roman Polanski) und zwischendurch möchten Dich irgendwelche Partei-Abkömmlinge betören mit den Hinweisen, Ausländer, Andersgläubige oder Flüchtlinge seien Abschaum und bildeten ein unerwünschtes Risiko für die Schweiz …

Neben dem Kriterium Finanzen (Der Stärkere wird abgespielt) würde auch der Inhalt des Films mit politischer Werbung entweder harmonieren oder total wesensfremd sein müssen, damit der Zuschauer nicht abgeturnt wird.

Zappadong hat gesagt…

Ich würde Politspots im Kino zeigen. Das ist erstens immer noch um Meilen besser als die fantasielosen TV-Spots, die ich seit einiger Zeit nun auch im Kino über mich ergehen lassen muss.

Carolus Magnus hat gesagt…

Einerseits wäre es eine gute Einnahmequelle für die Filmtheater, die einerseits die Eintrittspreise zugunsten der (Film-)Kunst senken könnte und um der, wie bei den Printmedien auch in Cinémas stattfindenen Konzentrationsbemühungen mit all den damit einhergehenden Zensur- und Bevormundungsbemühungen puritanischer Kräfte entgegenzuwirken.

Andrerseits bestünde möglicherweise die Gefahr, dass politisch unangenehme Filme aus den Arenen des Celluloids wegen eines bestimmten Parteiprogrammes, das dem Spot entgegenwirken könnte, verbannt würden.

Im Zweifelsfalle bin ich gegen Zensur und für Politspots, denn Zensur findet bereits zur Genüge statt. Nichtberichten und Nichtzeigen von Filmen ist nämlich Zensur gleichzusetzen.

Gelegentlich sollte man - auch wenn es manchmal schwerfällt - den Bürger erstmal bis zum Gegenbeweis für so mündig zu halten anzunehmen, dass er selbst über den Spot und dessen Inhalt selbst urteilen kann.

Carolus Magnus

Lupe hat gesagt…

im prinzip könnte man es mal auf einen befristeten versuch ankommen lassen.

wäre auch interessant zu sehen, wie die reaktionen im verdunkelten saal sind. nur schon bei den anderen werbungen hört man ja hie und da den einen zynischen oder humoristischen zwischenrufer. vermutlich wird es sogar buhrufe geben oder gemurre. versuchen wir es doch mal.

Anonym hat gesagt…

Naja, so schlimm oder kontrovers fand ich den Film jetzt nicht. Mich würde es jetzt nicht stören, wenn ich ihn im Kino vor Gesicht bekäme. Sind ja auch ein paar schöne Aufnamen dabei. Wie die auf dem Berg oder die vom Mond.

Znuk hat gesagt…

Hä? Also diesen Kurzfilm hab auch ich nicht verstanden. Wahrscheinlich hat ihn die Kitag deshalb nicht gesendet, weil er unverständlich ist? Also ich weiss net.

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