19.09.2009

Parteien, Wahlkämpfe, Web 2.0: eine interessante Analyse

absolut lesenswert und denkanstoss-liefernd für politikerInnen, politikinteressierte und web 2.0-fans die analyse von florian semle (blog freelations) zum thema: Wie das Social Web die Politik verändern könnte. semle streift darin auch die kampagnenfähigkeit des webs.

mein kommentar dazu (auch in seinem blog veröffentlicht):
die kampagnenfähigkeit im netz beschränkt sich auf wenige “coole, hypige” themen. meist angesiedelt im umfeld von netzthemen (vergleiche auch, welche blogger am meisten besucher haben). einen klick auf eine facebook-gruppen-anfrage hat man schnell gemacht. eine online-pedition unterschrieben ebenfalls. auch ein cooler flashmob liegt noch drin. ein live-event bringts genauso. solange man sich zu nichts verpflichtet, keine zeitintensiveren arbeiten machen müsste, macht mrs und mr web 2.0 schnell mit. sobald aber arbeit, intensiverer einsatz oder geldmittel gefragt sind, so hört die begeisterung und der hype auf. zumindest im deutschsprachigen raum.
die piraten-vertreter werden eine legislatur wirken, aber dann wird ihr interesse abflauen, ebenso wie jenes ihrer wähler. einthemen-parteien haben noch nie viel länger als eine legislatur überlebt.

Kommentare:

gurix hat gesagt…

Ich sage da nur: http://www.politnetz.ch

Ein Ort für Kampanien und Debatten. Man muss dabei weder Online-Kommunist sein, noch eine Augenklappe mit einem @-Zeichen drauf tragen ;-)

David hat gesagt…

Die Grünen haben auch als Ein-Themen-Partei angefangen und es gibt sie immer noch. Und wenn man den Aufwand sieht, den die Piraten in Deutschland machen, würde ich nicht sagen, dass da kein Engagement vorhanden ist. Ich glaube nicht daran, dass in Deutschland die Piraten schon nach einer Legislatur wieder verschwinden werden.

In der Schweiz haben die etablierten Parteien noch die Chance, das Grosswerden der Piraten zu verhindern – wenn sie rasch die Anliegen aufnehmen und Leute wie Roland Näf zurückbinden. Ich zweifle aber, ob sie dies schaffen werden.

Lupe hat gesagt…

jede partei hat ein überthema, mit dem sie nach aussen hin identifiziert wird, auch wenn dieser schwerpunkt mit allen anderen politischen themen verzahnt ist:
grüne = umwelt schützen
svp = anti-ausländer
fdp = pro wirtschaft
sp = sozial
diese themen sind wesentlich weiter gefasst und verzahnter, als es bei einigen ein-themen-parteien der fall ist. die ehemalige "autopartei" war schnell wieder weg, oder in andere parteien übergegangen. wenn es bei der piratenpartei nicht so sein wird, so würde mich dies freuen, aber ich hege meine zweifel, weil bei nicht-netz-sachfragen kaum eine klare gemeinsame linie zu sehen sein wird.

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