24.02.2009

Wie dumm sind deutsche Wähler?

oder moderater formuliert: wie dumm sind 18% der wähler?
reden wir mal klartext: turboliberalsierer haben ...
  • mit ihrem "mehr freiheit, weniger staat"
  • mit ihrem privatisierungswahn
  • mit ihrem ungebremsten globalisierungswahn
  • mit ihrem profitdenken, koste es was es wolle
  • mit ihrem abzocker-gehabe
... den nährboden gelegt, der die weltwirtschaft in die grösste krise geritten hat, die sie je hatte. den nährboden gelegt, weil viele abzocker-manager und casino-banker mit so viel freiheit, so viel unkontrolliertheit überfordert waren und nur noch dem eigenen interesse folgten. gewinn um jeden preis, möglichst für sich selbst. die folgen: hunderttausende wurden weltweit bislang arbeitslos oder werden noch entlassen, die staaten müssen mit milliarden an steuergeldern die wirtschaftsmulits stützen ...
... und wer profitiert in deutschland bei den wählerumfragen? richtig: die fdp! die wirtschaftspartei, die neoliberalen sondergleichen, kommen auf 18% wähleranteil. mal abgesehen von den zweifelhaften, in letzter zeit meist peinlich ungenauen prognosen des meinungsforschungsinstituts forsa (resp. des herrn güllner), muss man sich doch fragen:
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reicht es, in einer krise nicht in der regierungsverantwortung zu stehen, oder sind die deutschen befragten schlicht dumm? in der regierungsverantwortung stehen kann, wer will, wenn die wirtschaftsverantwortlichen einen solchen mist bauen. die aktuelle regierung, wer immer dies auch ist, kann nur noch reagieren, retten, zahlen und ausbaden. und die wähler scheinen nicht zu merken, auf welchem liberalen mist die ganzen auswüchse erst gedeihen konnten.
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sorry, für diesen bitterbösen kommentar. aber diesen zuwachs in der wählergunst kann ich wirklich nicht verstehen.
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mehr über die finanzkrise:
Martin Bäumle: Master of Floskeln (Video)
Opel-Krise: zwei Meldungen - eine Idee
Luxus-Knast für Investmentbanker (Bilderserie)
Mittel gegen Finanzkrise: DDR-Staatsmodell
UBS-Geheimplan: Banker müssen in den Sozialeinsatz

Kommentare:

Michael Jäger hat gesagt…

Ich kann das Fragezeichen hinter dem Zuwachs gut verstehen - er hat übrigens bereits wieder das zeitiche gesegnet. Die FDP liegt wieder bei 12%. Ich finde es aber falsch, deshalb alles Liberale grundweg zu verteufeln. Das Problem liegt in der neoliberalen Annahme, der Markt regle alles. Das funktioniert nicht. Es braucht eine klare, ordnungspolitische Rahmenordnung, um Auswüchse zu verhindern, aber keinen allmächtigen Regelungsstaat. Wohin das Übermass an Staatsinterventionismus führen wird, werden wir bald sehen.

lupe hat gesagt…

das eine institut hatte 18 prozent, das andere 12%.

du hast sicherlich recht, alle liberalen in einen topf zu werfen ist falsch. aber an der grundhalten "mehr freiheit, weniger staat, möglichst viel steuerwettbewerb und steuern für die unternehmen runter" hat sich leider bei den meisten nichts geändert. ist immer noch das zentrale credo der liberalen. der markt regle schliesslich alles von selbst.

und wenn es einem selber betrifft so gilt die freie marktwirtschaft nicht mehr: siehe parallelimporte.

Michael Jäger hat gesagt…

Touché. Das war wahrlich kein Ruhmesblatt im Weissbuch der freisinnigen Fraktion.

Anonym hat gesagt…

Die FDP ist an allem Schuld? Nicht mehr die Juden?

Lupe hat gesagt…

tja, lieber anonym, tut mir leid, dass wir dein weltbild über den haufen werfen.

Anonym hat gesagt…

http://www.bissige-liberale.net/2009/02/13/finanzkrise-der-laie-staunt/

Ist ein netter Einstieg, man sollte die Liberalen schon selbst zu Wort kommen lassen. ;-)

lupe hat gesagt…

at anonym. "liberale selbst zu wort kommen lassen"

ausser mir haben sich ja bisher im kommentar praktisch nur liberale zu wort gemeldet. komme deinem anspruch also mehr als entgegen.

Carolus Magnus hat gesagt…

[...]mit ihrem "mehr freiheit, weniger staat"

Liberalismus hat mit Freiheit zu tun. Zwischen Demokratie und Diktatur ist Liberalismus für eine Diktatur die beste Verteidigung. Ich stehe für eine liberale Sozialdemokratie ein, am besten mit dem unbedingten Solidarischen Bürgergeld>

Sobald Gesetze, Vorschriften, Erlasse, Verordnungen und derlei mehr ins erwachsene Privatleben/ eingreift und einen mündigen Bürger entmündigen will, sehe ich eine immense Gefahr der Selbstentmündigung von 18 bis 118 Jährigen!

Das darf nicht sein! Es darf nie Auftrag des Staates werden, derart in die Privatsphäre seiner Bürger einzugreifen - es sei denn, die Mehrheit der Bürger will dies.

Interessanterweise wollen immer mehr Erwachsene (steckengebliebene Kinder) die Diktatur der Mehrheit der Bürger dies - wie kommt das? - Liegt es daran, daß immer mehr Jugendliche später erwachsen werden (Studien belegen das) und daß man mit 35 noch im «Hotel Mama» als männliche Jungfrau steckenbleibt. Die Zahlen solcher jugendlicher Erwachsener nimmt stetig zu. In einem Forum kam auf das Thema «Hotel Mama» die erste Antwort als Kommentar: «Wer kann denn noch in dieser teuren Welt selbständig leben»? - Ich denke eher, daß die Frage lauten müsste: «Sind unsere Nachkommen überhaupt noch überlebensfähig?»

Diese unselige Tendenz schreitet leider seit bald mehr als zwei Jahrzehnten kontinuierlich voran.

Diesem Kindermädchenstaat muß unbedingt und sofort mit Widerstand begegnet werden, und zwar bereits im Elternhaus und in der Schule.


Diese fatale Tendenz ist für jeden einigermaßen vernetzt Denkenden schon längst stark auszumachen und zwar durch die übermäßig grassierende Gesetzes-, hauptsächlich Verbotswut, die zur Zeit stattfindet. Ziellose vernachlässigte Kinder ohne Selbstsicherheit und Eigenverantwortungsbewußtsein wollen heutzutage als Erwachsene den Staat als Mutterbrust.

Hier einige Artikel:

Bevormundung

Verbotsmanie

Gruß
Carolus Magnus

Anonym hat gesagt…

Wow! Okay ich respektiere deine Meinungsveröffentlichung vollkommen, allerdings kann ich es als "dummer" deutscher nicht ganz nachvollziehen. Zumal die Krise einen ganz anderen Hintergrund hat. Ich sag dazu nur Bush Regierung. Das war kein billiger Spass für unsere Friends. Leistungsorientierte Bezahlung gehobenerer Führungspositionen finde ich persönlich auch vollkommen in Ordnung, auch wenn wir "Idioten" diese Dimensionen oftmals nicht nachvollziehen können. Staatliche Regulierung der Märkte (auch als Subvensionen oder "Gelddruckerei" bezeichnet) halte ich hingegen für völlig unzureichend, bsp. Abwrackprämie. Total fehl am Platz. Jetzt jammern die Händler über Konsumflaute, da die Leute kein Geld mehr haben, weil sie sich ein neues Auto kauften. Wo soll das denn hinführen (Ringeltanzen?). Wir haben uns vor langem für eine globale Wirtschaft entschieden. Ne Tedenz zum sozialistischen Staat werde ich jedenfalls nicht hinnehmen und der Únmut der Bevölkerung wächst denklich merklich. FTP hin oder her, habe ich persönlich noch nie gewählt, aber den Brit-Award bekommen meine Staatsvertreter diese Dekade sicher nicht.

Herrjemine hat gesagt…

Herr Anonym, also bitte: Was heisst denn "Leistungsorientierte Bezahlung gehobenerer Führungspositionen" genau? Denken Sie wirklich, das eine Frau Schaeffler in einigen Jahren soviel Leistung erbracht hat, wie ich, wenn ich meine Tätigkeit 200000 Jahre(!) fortsetze? Geht´s noch? Es soll ja Idioten geben, die DIESE Dimension nicht nachvollziehen können.
Wie wäre es mit einer kleinen Einkommenssteueranpassung, so als "Regulierungsmaßnahme".
Wer die Ursachen der "Krise" in der letzten amerikanischen Regierungs sieht, tut mir leid.

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