22.10.2010

Bloggerin deckte Datenklau via Schulen auf. Nun soll sie den Artikel vom Netz nehmen


wenn sich firmen in klassenzimmer drängen, indem sie "unverfängliche" gratis-lehrmittel zur verfügung stellen, sollte dies immer stutzig machen. manu vom blog manubloggt hat einen ähnlichen fall aufgedeckt und knallhart recherchiert, wer alles dahinter steckt. nun erhielt sie ein anwaltsschreiben mit einem "beseitungungs- und unterlassungsanspruch". ihr artikel soll bis zum 27.10.2010 aus dem netz entfernt werden.

involviert in die verschachtelten finanzprodukte-werbungen via schulen gemäss manubloggt:  "verlag für wissen und innovation (VWI) "freie berater und verlags- gmbh & co", "carpediem ag".

erst fängt es ganz harmlos an, aber dann, aber dann .... (aus dem original-text von manubloggt):

"Im Frühling wendete sich der Verlag für Wissen und Innovation (VWI) mit der abgebildeten Postkarte an Schulen (draufklicken zum Vergrößern). Auf der Postkarte werden drei „Verschenkbücher“ angeboten. Die Schule erhält für die Schulbücherei zunächst ein Kinderlexikon und wird gebeten, die diesem beiliegenden „Gutscheinkarten“ für einen Büchergutschein an die der Schule zugehörigen Kinder weiterzugeben. Auf den Karten kann nach Angabe diverser persönlicher Daten durch die Eltern – Name, Vorname des Kindes und eines Elternteils, Adresse, Schulzugehörigkeit, Klassenstufe - ein Buch als Wunsch ausgewählt werden, welches der Verlag dann „kostenlos und ohne jede Verpflichtung“ über die Schule den Kindern als Geschenk zukommen lässt. ....."

" ... Stattdessen wird offensichtlich unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen Datensammelei betrieben: Mit der Behauptung, das Lesen fördern zu wollen, erschleicht sich das Unternehmen für sich oder seine Kooperationspartner - wobei anscheinend die im Bereich Lesen genannten Verlage hieran nicht beteiligt sind, sondern mit ihren Namen lediglich als Vertrauensgeber dienen - ausführliche Adressdatensätze von Familien.
Die Familien geben im guten Glauben an eine von den Schulen übermittelte Aktion zu Gunsten der Leseförderung, welche von bekannten, seriösen Verlagen (derzeit Ravensburger, gondolino) mitgetragen zu werden scheint, persönliche Daten an. Diese Daten werden hernach in für die Familien vorher nicht zu überblickender Weise unter anderem, möglicherweise sogar schwerpunktmäßig, für die Kontaktaufnahme zur Vermittlung von Finanzprodukten 


lest den umfassenden originalartikel von manu:
Datenklau im Klassenzimmer
falls sie ihn vom netz nehmen muss, so versucht es hier:
http://127.0.0.1:8888/freenet:USK@CKSgnuRBxwoeOxQO2F1TywsxVK7CynrZyJECoNVV07g,hKVvJq1c6rTg-9Icr187AoGheUFpiRGo4q51GpZkWQQ,AQACAAE/Klassenzimmer/0/
das schreiben von ravensburger:
Ravensburger zu Carpe Diem zu manubloggt

die androhung einer klage:
Anwaltsschreiben (beseitigungs- und unterlassungsanspruch)


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

127.0.0.1 ?
sehr lustig.

riesee hat gesagt…

Na ja, das ganze ist zwar zweifelsohne ein wenig amüsant, allerdings an sich ein ernstes thema.
Ich für meinen Teil finde es sehr wichtig, das man auch negativ belastete artikel über eine organisation schreiben kann, ohne gleich dafür rechtlich belangt zu werden.

Bernd hat gesagt…

Man sieht, dass man einem "geschenkten Gaul" sofort ins Maul schaun muss. Ich find es zum Einen schlimm, wenn Firmen auf diese Weise ihre Adressdatenbanken zu füllen versuchen, schlimmer jedoch find ich die Reaktion des Verlages wenn man dieses Verhalten entdeckt und anprangert. Da gibt es ja anscheinend absolut kein Unrechtsbewusstsein mehr.

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