09.03.2010

Banken treiben Griechenland in den Bankrott (update)

jp morgan, goldman sachs, morgan stanley, deutsche bank und barclays treiben griechenland mit finanz-zockereien in den bankrott und sahnen dabei gleich doppelt ab. mit undurchsichtigen finanzwetten greifen die finanzspezialisten der erwähnten banken finanzschwache länder in europa frontal an.

das prinzip funktioniert dank dem markt für kreditversicherungen, dem sogenannten CDS-markt. innerhalb dieses unregulierten marktes können sich grossanleger gegen den bankrott von unternehmen oder staaten versichern. im falle griechenlands funktioniert dies so: ein investor kauft eine staatsobligation. um sich gegen einen möglichen bankrott abzusichern, kauft er bei einer bank zusätzlich eine ausfallversicherung, ein CDS. geht griechenland tatsächlich bankrott, werden die griechischen staatsobligationen wertlos. dann muss die bank, die dem investor den cds verkauft hat, den schaden ersetzen. so weit so gut.

das prinzip der zocker: spekulanten haben den cds für sich entdeckt. mit dem spekulieren auf eine zahlungsunfähigkeit griechenlands, resp, mit dem handel von kreditausfallversicherungen (CDS) auf das finanzschwache euro-land, liessen sich horrende gewinne einfahren, da die preise für diese versicherungen sich innert fünf wochen verdreifachten. die spekulanten nutzen cds für casino-spiele und greifen finanzgeschwächte länder frontal an. der clou: der investor kauft nicht einen, sondern mehrere CDS auf staats-obligationen des betreffenden landes. die obligationen selbst muss er dabei gar nicht besitzen. er setzt sein geld alleine auf die versicherung, also auf den bankrott griechenlands.

drahtzieher der finanz-wetten:  die macht auf dem CDS-markt konzentriert sich auf wenige banken: jp morgan, goldman sachs, morgan stanley, deutsche bank und barclays. zweifach profitieren sie, wenn es gelingt, einen staat durch finanzwetten in den bankrott zu treiben: die kreditspezialisten verkaufen CDS auf griechenland an kunden. gleichzeitig zocken eine tür weiter händler derselben bank gegen griechenland - auf rechnung der bank - und treiben so die preise für CDS in die höhe.

finanzkrise durch CDS-zockereien losgelöst: im herbst 2008 setzten die spekulanten den CDS schon einmal ein: gegen die investmentbank lehman brothers. die bank ging konkurs und sorgte damit beinahe für den kollaps des ganzen finanzsystems.

wenn es den aufsichtsgremien nicht bald gelingt, den cds-markt zu regulieren, so dürften noch mehr finanziell angeschlagene länder ins visier der cds-zocker geraten. seit jahresanfang haben sich die wetten gegen europäische staaten verdreifacht.

Nachtrag, 10.9.2010: nun wurde ein haftbefehl gegen jp morgan ceo jamie dimon erlassen. etwa wegen der dubiosen finanzwetten seiner bank? oder weil die bank massgeblich an der "ausbreitung" der finanzkrise beteiligt war? weit gefehlt, aber lest selbst, schuld daran ist eine illegal errichtete reifenmülldeponie.

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quellen:
börsenblogger: Schlussgong: CDS-Zockereien sorgen für zusätzliche Milliardenbelastungen für Griechenland
faz.net, wirtschaftsmagazin eco, bericht europäische zentralbank ezb über den CDS-markt,

Kommentare:

a. schwarz hat gesagt…

hallo! sehr guter überblick zum thema. vielen dank dafür.

lupe hat gesagt…

besten dank,
hoffe die internationalen aufichtskommissionen erwachen nun aus ihrem dornröschenschlaf.

Carolus Magnus hat gesagt…

Nachtrag, 10.9.2010

Back to the Future? :-)

Liebe Grüße
Carolus Magnus

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