21.04.2010

Studie: Atommüllendlager für Standort-Region schädlich


atommüllendlager haben für eine region vorwiegend negative auswirkungen

die schaffhauser regierung liess in anbetracht auf ein drohendes atommüllendlager in benken eine sozio-ökonomische studie erstellen, die aufzeigen soll, was für auswirkungen ein atommüllendlager auf die region schaffhausen haben könnte. die ergebnisse wurden heute den medien präsentiert.

fazit: die nachteile und negativen auswirkungen überwiegen bei weitem
ich möchte euch die zusammenfassung der umfrangreichen studie nicht vornethalten.
  • Landwirtschaft/Nahrungsmittel: Die Schaffhauser Landwirtschaft ist betroffen, wenn die Konsumenten ihre negative Wahrnehmung des Tiefenlagers mit den Schaffhauser Nahrungsmittel-Erzeugnissen in Verbindung bringen (gesundheitliche Befürchtungen) und darauf ihre Nachfrage einschränken oder darauf verzichten. Dies wird zwischen 2031 und 2055 der Fall sein, wenn die ersten radioaktiven Abfälle eingelagert werden. Laut Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung äussern sich 6% bis 9% dahingehend, dass sie bei einem Tiefenlager auf den Kauf regionaler Landwirtschaftsprodukte verzichten würden. Dadurch resultiert ein Nachfrageeinbruch, der einem Produktionsvolumen von rund 11 bis 40 Beschäftigten entspricht. Es ist davon auszugehen, dass der oben genannte Nachfragerückgang nicht zu einer Brachlegung landwirtschaftlicher Nutzflächen im Kanton Schaffhausen führen wird, sondern dass eine Verlagerung der Produktion in Segmente ohne Herkunftserkennung bzw. Label erfolgen wird. Mit einem Verlust der Arbeitsplätze ist deshalb nicht zu rechnen.
  • Tourismus: Eine negative Publizität kann das Image des Kantons Schaffhausen als Anbieter von landschaftlicher Schönheit, Naturerlebnissen und historischen Sehenswürdigkeiten beeinträchtigen. Kann infolge Störungen von Strasse und Schiene die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur nicht gewährleistet werden, wird dies auch die Attraktivität des Kantons als Veranstaltungsort tangieren. Laut Ergebnissen der Bevölkerungsumfrage muss damit gerechnet werden, dass zwischen 2% bis 5% der Bevölkerung auf Freizeitaktivitäten im Kanton Schaffhausen verzichten werden. Dies entspricht einem Abbau von rund 4 bis 14 Arbeitsplätzen nach Abschluss des Auswahlverfahrens. Es ist andererseits davon auszugehen, dass mit einem Tiefenlager ein neues touristisches Potenzial geschaffen wird. Diese zusätzlich zu erwartenden Umsätze entsprechen rund 10 bis 16 Arbeitsplätzen. Der Saldo der tiefenlagerbedingten Effekte präsentiert sich damit für den Tourismus ausgeglichen.
  • Industrie: Für den eigenen Betrieb erwarten die befragten Unternehmer grundsätzlich keine markant negativen Effekte aus einem Tiefenlager. Kein Unternehmen gibt in der Befragung an, wegen eines Tiefenlagers im Kanton oder in der Nachbarschaft eine Standortverlagerung prüfen zu wollen. Es ist nicht mit einem Arbeitsplatzabbau in der ansässigen Industrie zu rechnen.
  • Übrige Dienstleistungen: Im Zusammenhang mit einem Tiefenlager ist mit ausbleibenden Zuzügen von Bevölkerungssegmenten zu rechnen (vgl. Teil C). Als Folge der langsamer wachsenden Bevölkerung wird das Marktvolumen für die haushaltorientierten Dienstleister ebenfalls geringer ansteigen. Im Bereich der exportorientierten Dienstleister gibt kein Unternehmen an, als direkte Folge eines Tiefenlagers Arbeitsplätze im Kanton Schaffhausen abbauen zu wollen.
  • Zugzüger: Reaktionsweise der potenziellen Zuzüger auf ein Tiefenlager (projekt). 4 von 29 Firmen (ca. 14%) schliessen zum Zeitpunkt „Laufendes Auswahlverfahren“ einen Standort in Nähe eines Tiefenlagers aus. Bei diesen wird der Kanton Schaffhausen infolge des Standortauswahlverfahrens seine Chance verlieren, auf die „Longlist“ zu gelangen oder er wird frühzeitig wieder herausfallen. Zum Zeitpunkt „5 Jahre vor Einlagerung der ersten Abfälle“ schliessen 5 von 29 Firmen (ca. 17%) einen Standort in Nähe eines Tiefenlagers aus.
  • Effekte auf die Wirtschaftsentwicklung. Zum Zeitpunkt des Standortauswahlverfahrens bis ca. 2020 ist mit einer verminderten Zuwanderung von Firmen im Umfang von rund 250 bis 350 Arbeitsplätzen zu  Zwischen 2030 und 2065 ist von einer tiefenlagerbedingten Verringerung des Zuzugs von circa 500 bis 750 Arbeitsplätzen durch ausbleibende Firmenansiedlungen auszugehen. 
  • Folgeeffekte auf die Bevölkerungsentwicklung: Als Folge der tiefenlagerbedingten Verringerung des Arbeitsplatzwachstums ist mit einer Verringerung der Zuwanderung von Arbeitskräften und damit mit einer Verringerung des Bevölkerungswachstums zu rechnen: 
    • In der Phase des Standortauswahlverfahrens ist ein entgangenes Bevölkerungswachstum von 350 bis 500 Personen infolge der verringerten Neuansiedlung von Firmen zu erwarten. 
    • In der Phase von der nuklearen Baubewilligung bis zum Abschluss der Einlagerung der Abfälle ist ein entgangenes Bevölkerungswachstum von 750 bis 1'100 Personen infolge der verringerten Neuansiedlung von Firmen zu erwarten.
  • Folgeeffekte auf die Steuererträge: Das verringerte Beschäftigungswachstum führt zu einem geringeren Wachstum der jährlichen Steuererträge von Kanton und Gemeinden. Nimmt man die heutigen Steuererträge als Massstab, so liegen die Effekte in folgender Grössenordnung: 
    • In der Phase des Standortauswahlverfahrens ist sowohl für das Tiefenlager SMA im Gebiet Südranden wie auch ein Tiefenlager HAA im Zürcher Weinland mit einer tiefenlagerbedingten Einbusse des Wachstums der jährlichen Steuererträge der juristischen Personen von CHF 0.8 Mio. bis CHF 1.1 Mio. zu rechnen. Hinzu kommt eine Wachstumsverminderung der jährlichen Steuererträge von natürlichen Personen im Umfang von rund CHF 1.7 Mio. bis CHF 2.5 Mio..
    • In der Phase von der nuklearen Baubewilligung bis zum Abschluss der Einlagerung der Abfälle ist mit einer tiefenlagerbedingten Einbusse des Wachstums der jährlichen Steuererträge der juristischen Personen von CHF 1.5 Mio. bis CHF 2.3 Mio. zu rechnen. Hinzu kommt eine Wachstumsverminderung der jährlichen Steuererträge von natürlichen Personen im Umfang von rund CHF 3.7 Mio. bis CHF 5.5 Mio.
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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Leider haben wir Atomkraftwerke, müssen wir halt auch den Müll in der Schweiz behlten.

Lupe, der Satire-Blog hat gesagt…

da bin ich nicht unbedingt mit dir einverstanden. dafür blechen müssen wir, das ist klar.

aber wenn man den müll entsorgen will, zählt der beste standort und da sollten grenzen keine rolle spielen. wir sind ja sonst so global-denkend.

es gibt nun mal staaten, da bin ich sogar sehr froh, wenn die den atommüll aus ihrem land, nicht in demselben verlochen.

wir müssen alles unternehmen, damit wir in der Schweiz irgendwann gar keinen Atommüll mehr produzieren.

axel hat gesagt…

Standortsuche Tiefenlager für radioaktives Material: International nach Lösungen suchen!

Nur die besten geologischen Bedingungen sind für ein Tiefenlager radioaktiver Materialien zumutbar. Für alles und jedes werden internationale Lösungen gesucht, nur beim Atommüll hört man diesbezüglich in der breiten Öffentlichkeit nichts. Alex Schneider, Küttigen

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