21.02.2008

UBS: Ospel-Entscheid absolut stümperhaft

ospel bleibe für ein jahr im amt, ospel kriege einen neuen vizepräsidenten, ospel solle die ubs aus der krise manövrieren, ospel sei der beste und einzige mann dazu, ospel kenne das bankenwesen in- und auswendig, nur ihm könne der turnaround gelingen. so der ubs-verwaltungsrat in seiner heutigen medienmitteilung.
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geniale taktische leistung der ubs-spitze? der richtige weg? das richtige signal? nein! einen verwaltungsrat eines weltunternehmens, der solche anfängerfehler begeht, den sollte man sofort auswechseln.
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auch wenn ospel der richtige mann dazu wäre, auch wenn der weg stimmen würde, um die ubs operativ aus der krise zu manövrieren, es wird nicht klappen, weil es psychologisch das falsche signal nach aussen ist, weil dadurch das vertrauen in die bank nicht zurück gewonnen werden kann.
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steckt ein unternehmen, eine gesellschaft, ein verein in der absoluten krise, so muss der aussenwelt, den betroffenen, den kunden mittels eines klaren, unmissverständlichen signals vermittelt werden,

- dasss man verstanden hat, wie dramatisch die lage ist
- dass man souverän und schnell reagiert

dieses zeichen kann nur mit einem drastischen einschnitt, u.a. mit neuen köpfen vermittelt werden.

ein vorzeigebeispiel richtigen handelns aus der jüngsten schweizer politik: hans-jürg fehr, präsident der sp-schweiz hat nach der blamablen niederlage seiner partei bei den wahlen im herbst einen solchen turnaround für seine partei uneigennützig und souverän eingeleitet. obwohl er für das desaster nur in teilbereichen verantwortlich war, obwohl er in politikerratings ausgezeichnet abschnitt, obwohl er in der bevölkerung eine hohe akzeptanz geniesst, obwohl er die krisensituation seiner partei hätte meistern können, trat er vom präsidentenamt zurück. fehr setzte damit gegen aussen genau dieses zeichen, das notwendig war um das vertrauen in die partei zu stärken: wir wissen, dass es harzt. wir haben erkannt, dass etwas zu tun ist. wir handeln.
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bleibt für die ubs zu hoffen, dass die generalversammlung im april diesen unglaublich stümperhaften, amateurhaften personalentscheid wieder kippen. leider wird jedoch der heutige entscheid mit den mehrheitsaktionären der bank abgesprochen worden sein.
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lupes vorschlag: ospel wird offiziell von seinem amt enthoben. ospel arbeitet inoffiziell im hintergrund als "berater on demand" (für den lohn eines mittleren kader-angestellten) am turnaround mit, denn sein hintergrundwissen wird tatsächlich nützlich sein und er soll ruhig auch ausbaden müssen, was er mitverschuldet hat.
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rund um ospel und die ubs:
UBS: 4.4 Mrd. Verlust, 8 Mrd. Boni
Flopshot des Jahres 2007
Die UBS hält an Präsident Marcel Ospel fest (NZZ)
Vollblutbanker oder Abzocker? (20min)

Kommentare:

sumpfnoodle hat gesagt…

Bin zurzeit noch ein UBS-Kunde. Peinlich, ich weiss. Sollte im April Ospel im Amt bleiben, so werde ich sofort zu einer anderen Bank wechseln. Von solchen Mauscheleien, Sesselklebern und Anfängern habe ich genug.

lupe hat gesagt…

da hast du recht. insbesondere die mauscheleien mit den grossaktionären geben zu denken. oder besser gesagt, dass die mitmachen.

Sven hat gesagt…

"zum Lohn eines mittleren Kader-Angestellten"

Der soll ruhig einmal gratis arbeiten. Er kann ja von seinen Zinsen und Dividenen leben.

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