14.12.2006

genfer privatbankiers entdecken menschenrechte

charles pictet, bank pictet & cie

wenn politiker links der mitte pr-schreiben erhalten, so wird manch einer misstrauisch. erfreut ist man hingegen, wenn in der dezember-ausgabe eines „la lettre“ mehrmals ein „rat für persönlichkeitsschutz“ erwähnt wird, wenn von der „gefahr des gläsernen menschen“ oder von schützenswerten „patientendaten im gesundheitswesen“ die rede ist. mit erstaunen nimmt man dann noch wahr, dass es die genfer privatbankiers sind, die sich vehement für die erhaltung der menschenrechte einsetzen. doch schnell wird klar, welches "menschenrecht" wohl für die bänkler der auslöser dieses "la lettre" war: die „privatspähre“ im bankensektor, konkret das bankgeheimnis.
Geschickt und wirkungsvoll wird dabei im redaktionellen teil der name des rates für persönlichkeitsschutz wie auch die mitgliederliste ...

- Prof.Dr. Kurt Bauknecht, Zürich
- Dr. Elisabeth Blum, dipl. Arch. ETH, Zürich
- Dr. med. Jacques de Haller, Präsident FMH, Bern
- PD Dr. med. Mario Gmür, Zürich
- Maître Jean-Pierre Gross, Gross & Associés, Lausanne
- Matthias Kummer, Fürsprecher, Kummer Public Affairs, Bern
- Charles H. Pictet, Mitglied der Eidg. Bankenkommission, Genf
- Prof.Dr.iur. Franz Riklin, Universität Freiburg, Freiburg
- Prof.Dr.iur. Rainer J. Schweizer, Präsident Eidg. Datenschutzkommission,
- Hanspeter Thür, Fürsprecher, Eidg. Datenschutzbeauftragter, Bern

... integriert (farbe und layout). dem leser wird so suggeriert, es handle sich um eine postille des rates für persönlichkeitsschutz. erst wer das kleingedruckte unter „la lettre“, die letzte seite oder den ganzen text etwas genauer liest, merkt, dass es sich um ein privatbankenprodukt handelt.

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