02.03.2010

FDP-Parteitag NRW: Preisliste für Sponsoring

nicht nur ministerpräsident jürgen rüttgers (cdu, nrw) oder sachsens ministerpräsident tillich (cdu) verkaufen gespräche und andere parteitags-produkte an firmen. ein der fdp nordrhein-westfalen nahe stehender unternehmer liess mir ein papier zukommen, das er vor 10 tagen von der fdp nrw erhielt.

andreas pinkwart bietet kostenpflichtige begrüssungen an

in diesem schreiben, datiert auf den 19.02.2010, wird der unternehmer auf interessante pr-angebote anlässlich des fdp-landesparteitages in nrw hingewiesen. an jenem parteitag, der voll im zentrum der kommenden landtagswahlen vom mai 2010 steht, können unternehmer stände innerhalb des kongressgebäudes gegen entgeld einrichten. zusätzlich gebe es interessante angebote (produkte) im zusammenhang mit vize-ministerpräsident und fdp-spitzenkandidat andreas pinkwart.

sehr gerne zitiern wir ein paar fdp-angebote aus dem schreiben:

Vize-Ministerpräsident begrüsst Sie am Stand
a) beim Eintreffen in der Halle (grosse Medienpräsenz)
- zuwinkend grüssend vorbeigehend:  400 €
- Handschütteln mit einer Hand: 1000 €
- Handschütteln mit beiden Händen: 1400 €
b) in der Parteitags-Pause
- zuwinkend vorbeigehend:  300 €
- Handschütteln mit einer Hand: 600 €
- Handschütteln mit beiden Händen: 1000 €

Vize-Ministerpräsident erwähnt sie in seiner Rede
mit den Worten:
- unter den Firmen, die einen Stand haben, ... : 300 € 
- ganz besonders freut es mich, dass ... :  500 €
- ..., mit dem mich eine Freundschaft verbindet: 1200 €
- erlebe ich ..... als eine tragende Säule Deutschlands: 2000 €

Treffen mit dem Vize-Ministerpräsidenten
- vor Betreten der Toilette kurzer Smalltalk: 300 € pro Min
- Smalltalk am Stand: 400 € pro Min
- Beim Mittagessen neben Ministerpräsidenten: 3500 €
- Teilnehmer an Podiumsdiskussion mit Minsterpräsident: 2500 €

Anmerkungen, Bedingungen:
- Gewünschtes bitte ankreuzen
- Die Angebote sind kombinierbar.
- Sollten sich für einzelne Produkte mehr Interessenten finden, als Plätze vorhanden, so wird das Produkt an die Meistbietenden vergeben.

gut ist ja, dass das fdp-schreiben bereits verschickt war, als rüttgers angebote an firmen aufgedeckt wurden. die ganze geschichte wäre wohl noch viel interessanter und aufschlussreicher ausgefallen, wenn es in deutschland bereits etliche ministerpräsidenten der klientel- und wirtschafts-partei fdp gäbe.

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mehr über fdp und parteispenden
Guttenberg putzt mit Mövenpick-WC-Papier FDP: "Post hat zuwenig gespendet, wir werden sie zerschlagen"
FDP, denn uns kann man kaufen!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Firmenspenden schaden unserer Demokratie und der Glaubwürdigkeit von Parteien und Politikern. Diese Praxis sollte unbedingt verboten werden. Daher hat der unparteiliche und gemeinnützige Verein Mehr Demokratie einen Aufruf für den Verbot von Firmenspenden gestartet. Bitte unterzeichnet diesen alle hier:
https://www.mehr-demokratie.de/firmenspenden-verbieten.html

lupe hat gesagt…

wie recht du hast, aber solange die bürgerlichen parteien, die grössten nutzniesser dieser spenden, in der mehrheit sind, wird sich nie etwas ändern

Leider trauen sich die linken parteien nicht, eine initiative zu starten. da muss wohl wieder ein minder kommen, wie bei den banker-boni.

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